Ratgeber

Nach Einbruch Wird auch die Rolex ersetzt?

imago51233595h.jpg

Schlagen Diebe zu, zahlt die Hausratsversicherung. Wenn denn eine vorhanden ist. Doch ob diese auch für entwendete Luxusuhren im Wert von 80.000 Euro aufkommt, ist eine andere Frage, die vor Gericht geklärt werden muss.

Eigentlich kommt eine Hausratsversicherung für den Wiederbeschaffungswert gestohlener Gegenstände sowie für Schäden, die durch den Einbruch entstanden sind auf. Ob allerdings auch Luxusuhren zum entwendeten Hausrat gehören, hatte das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt zu klären (Az.: 7 U119/16).

In dem verhandelten Fall wurde der spätere Kläger Opfer eines Raubüberfalls in seinem Haus, bei dem ihm von zwei Tätern unter Androhung von Gewalt unter anderem eine Rolex-Herrenuhr "YachtMaster II" aus massivem 18 Karat Weißgold und Platin sowie eine mit Brillanten besetzte Damenarmbanduhr aus Gelbgold entwendet wurden. Die Uhren befanden sich nicht in einem Tresor.

Die Hausratsversicherung zahlte an den Kläger 20.000 Euro für den Verlust der Uhren. Der Mann monierte hingegen, der Wiederbeschaffungswertes liegenbei 80.000 Euro. Die Versicherung lehnte jedoch jede weitere Leistung ab, da in den Bedingungen der Police eindeutig festgehalten war, dass für "alle Sachen aus Gold oder Platin" sofern sich diese zum Zeitpunkt der Entwendung außerhalb näher bestimmter Stahlschränke befanden, die Entschädigungssumme auf insgesamt 20.000 Euro je Versicherungsfall beschränkt ist.

Das Einbruchsopfer hielt dagegen, dass es sich bei den Uhren nicht um Wertsachen, sondern um Hausrat handelte, dessen Hauptzweck nicht das "Schmücken des Trägers, sondern das Zeitmessen" sei.

Dies sah das OLG anders. Es befand, dass die entsprechende Klausel über die Wertgrenzen von ungesicherten Wertsachen in Ordnung geht und zudem durchaus verbreitet ist. Jeder Versicherungsnehmer wisse, dass Gegenstände wie die gestohlenen Uhren durch einen Einbruchdiebstahl in besonderer Weise gefährdet seien. Da beide Uhren aus massivem Gold hergestellt worden seien, fielen sie unzweifelhaft unter das Bestandsmerkmal einer "Sache aus Gold". Der Einordnung als "Goldsache" stehe auch nicht entgegen, dass Armbanduhren bestimmungsgemäß als Zeitmesser und damit als Gebrauchsgegenstände verwendet würden, so das Gericht.

Grundsätzlich sollten zum Schutz vor Einbrechern entsprechende Sichererungsmaßnahmen vorgenommen werden. Schlagen Diebe dennoch zu, sollte die Schadensmeldung bei der Hausratsversicherung zügig erfolgen, da bereits mehrere Wochen später der Versicherungsschutz zum Teil verloren gehen kann. Neben einer Anzeige bei der Polizei sollten auch die Schäden für die Versicherung durch Fotos dokumentiert werden.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema