Ratgeber

Am Arbeitsplatz überfallen Zahlt die Unfallversicherung?

Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz Opfer eines Überfalls werden, haben nach einem Beschluss des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt Anspruch auf Unfallrente. Das entschieden die Richter in Halle und hoben damit ein Urteil des Sozialgerichts auf. Wenn das Motiv eines Überfalls auf das persönliche Verhältnis von Opfer und Täter zurückgeführt werden könne, sei allerdings nicht von einem Unfall auszugehen, entschieden die Richter.

Im konkreten Fall ging es um einen Überfall auf eine Tanzveranstaltung im Jahr 1998, in dessen Folge ein Aushilfskellner eine Querschnittslähmung erlitt. Zwei maskierte Männer hatten auf den Mitarbeiter geschossen. Der Fall konnte nicht aufgeklärt werden. Genossenschaft und Sozialgericht lehnten eine Unfallrente für den Mann ab, weil sie ein persönliches Motiv für die Tat annahmen und nicht von einem Raubüberfall ausgingen. Weil dies aber nicht zu beweisen war, muss die Genossenschaft nach der Entscheidung des Landessozialgerichts nun Unfallrente zahlen (AZ: L 6 U 32/04).

Quelle: ntv.de