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Hier gibt es noch Zinsen Die besten Festgeld-Angebote

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sichere Geldanlagen werfen keine Zinsen mehr ab? Falsch! Wer bereit ist, etwas länger auf sein Erspartes zu verzichten, für den sind Minuszinsen kein Thema. Im Gegenteil.

In Deutschland grassiert die Angst. Fast täglich müssen Sparer mehr oder minder bedrohliche Nachrichten über Banken lesen, die Kunden auf dem Tagesgeldkonto keine Zinsen mehr gewähren oder sogar Minuszinsen auf die dort geparkten Gutachten erheben.

Damit nicht genug: Auch beim Festgeld gibt es immer mehr Banken, die angesichts der dauerhaften Zinskrise zu drastischen Mitteln greifen. Die einen stellen ihre Festgeldangebote ganz ein. Andere lassen das Festgeldkonto zwar im Angebot – aber eben ohne (nennenswerte) Zinsgutschriften für die Sparer.

Wie drastisch die Lage ist, belegen die aktuellen Zahlen der FMH-Finanzberatung: Danach bieten nur 570 der 1.240 Banken überhaupt noch ein Festgeldkonto an. 53 Institute dieser Gruppe zahlen für eine Festgeldanlage von zwölf Monaten null Prozent Zinsen. Doch auch dort, wo die glatte Null noch nicht erreicht ist, erhalten Anleger so gut wie keine Gutschriften mehr: 200 Banken und Sparkassen, gewähren inzwischen 0,01 Prozent und weniger fürs einjährige Festgeld.  Soweit die schlechte Nachricht.

Die gute: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Bis auf Weiteres werden Guthaben auf dem Festgeldkonto zwar keine schwindelerregenden Renditen erzielen. Wer sucht, findet aber immer noch Angebote, die der vollständigen Entwertung des Ersparten zumindest etwas entgegensetzen.

Bis zu 1,6 Prozent Zinsen sind drin

Die FMH-Finanzberatung hat für n-tv recherchiert, bei welchen Banken Sparer im vergangenen Jahr für verschiedene Laufzeiten die besten Zinsen erhalten haben. Dabei gingen die Experten von einer Sparsumme von jeweils 10 000 Euro aus und werteten die Zinsen für Anlagen mit ein, zwei, drei und vier Jahre aus.

Weiteres Differenzierungsmerkmal: die Einlagensicherung. Untersucht wurden sowohl Anbieter mit der sehr umfassenden, erweiterten deutschen Einlagensicherung. Daneben wurden Angebote mit der gesetzlichen Einlagensicherung bis maximal 100.000 Euro pro Sparer und Konto ausgewertet. Zudem ermittelten die FMH-Experten, wo Sparer die besten Zinsen erhielten, wenn sie ihr Geld über einen Vermittler im Ausland anlegten und dabei auf die EU- Absicherung vertrauten von ebenfalls 100.000 Euro.

Auffallend: Die Banken, die bereits bei kurzen Laufzeiten glänzten, waren meist auch bei den längeren Anlageintervallen vorne dabei. Die Ziraat Bank, eine türkische Bank mit deutscher Einlagensicherung, die auch Filialen in Deutschland unterhält, wurde klarer Sieger bei allen vier Festgeldlaufzeiten und belegt den ersten Platz noch vor den ebenfalls guten Angeboten der ISBANK, Bank11 und Akbank. Hervorragend schlägt sich zudem die französische Bank Credit Agricole, die bei der gesetzlichen Einlagensicherungshöhe gleich dreimal Platz eins belegte und einmal zweite wurde. Achtungserfolge erzielte überdies die estnische Bigbank. Und zwar in allen Festgeld-Zeiträumen.

Mehr Risiko, mehr Rendite

Noch bessere Zinsen konnten Sparer 2019 bei Vermittlerbanken erzielen – durch eine Geldanlage im Ausland. Der kleine Wehrmutstropfen: In diesem Segment sind die TOP-Anbieter selten in Ländern ansässig, die als besonders sicher gelten.  Deshalb haben sicherheitsbewusste Sparer oft Bedenken und fürchten, dass die Einlagensicherung des jeweiligen Landes nicht ausreichen könnte, im Falle einer Bankenpleite alle Kunden zu entschädigen. Diese Sorge ist natürlich nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dennoch sollten sich besorgte Verbraucher stets auch vor Augen führen, dass alle EU-Staaten verpflichtet sind, Sparer (im Rahmen der vorgegebenen Höchstsummen) binnen 20 Tagen zu entschädigen. 2024 muss das Geld sogar innerhalb von sieben Tagen fließen. Und selbst wenn ein Land Probleme haben sollte, diesem Anspruch im Ernstfall zu genügen, so spricht doch viel dafür, dass die Staatengemeinschaft einem klammen Mitglied aus der Bredouille helfen würde.

Eine 100-prozenzige Sicherheit gibt es aber natürlich nicht. Deshalb muss sich jeder Anleger fragen, wo seine Prioritäten liegen: bei der Rendite oder bei der Sicherheit.

Fazit: Auch wenn sicherheitsbewusste Sparer vielleicht nicht von den Spitzenzinsen der Vermittler profitieren: Mit den Null- oder Negativzinsen ihrer Hausbank müssen sie sich auch nicht bescheiden: Durch einen Wechsel zum richtigen Anbieter erhalten Sie für die Festlegungszeit  achtbare Zinsen garantiert – und die Sicherheit ist genauso hoch wie bei Sparkassen und Volksbanken. Daran dürfte sich auch 2020 nicht viel ändern. Und das sind in Zeiten wie diesen doch durchaus gute Nachrichten.

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Zum Festgeld-Vergleich der FMH-Finanzberatung >>

Quelle: ntv.de