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Konten für Selbständige Die besten Geschäftskonten

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(Foto: imago/MiS)

Jeder Selbstständige braucht ein Geschäftskonto. Leider genießen Kleinunternehmer und Einzelbetriebe bei Banken nicht immer eine Vorzugsbehandlung. Wer genau hinschaut, findet aber gute und günstige Angebote für jeden Bedarf.

Selbst und ständig: Laut aktuellem Mikrozensus gab es in Deutschland im vergangenen Jahr knapp vier Millionen Menschen, die sich für diese Form des Erwerbslebens entschieden haben. Gut die Hälfte verdienen ihr Geld als Soloselbstständige, 1,8 Millionen haben Mitarbeiter. Eines ist aber allen gemein: Sie brauchen für ihre Arbeit ein Geschäftskonto.

Die FMH-Finanzberatung hat für n-tv recherchiert, welche Banken für kleine oder Kleinstunternehmen ein günstiges Geschäftskonto anbieten und insgesamt 70 Konten verglichen. Dabei unterstellten die Experten zwei realistische Szenarien. Einmal gingen sie davon aus, dass das Unternehmen pro Monat 40 Buchungsvorgänge auf dem Konto verzeichnet. In Variante zwei legten sie ihrem Vergleich 120 Buchungsvorgänge pro Monat zugrunde.

Banken, die sich allein um Freiberufler wie etwa Anwälte, Ärzte, oder Architekten bemühen, wurden nicht berücksichtigt.

Immense Unterschiede

Es ist kein Geheimnis, dass Geldhäuser Soloselbstständige und kleine Unternehmen nicht immer wie Premiumkunden behandeln. Die Banker wissen, dass Freelancer weder einen besonders engen Kontakt zu ihrer Geschäftsbank pflegen, noch von heute auf morgen die Bankverbindung wechseln können. Erstens, weil sie Kunden und Geschäftspartner über diesen Wechsel informieren müssten, zweitens, weil bei vielen Betriebskredite laufen, die sie nicht  ohne weiteres zu einem neuen Anbieter mitnehmen können.

Doch wie sieht es mit den Konditionen bei den Geschäftskonten aus?

Gerade für Kleinunternehmer sind die Kosten ein wichtiger Faktor, zumal auf Geschäftskonten jede Transaktion extra kostet. Wenn eine Bank für 120 Buchungsvorgänge pro Monat eine Jahresgebühr von knapp 900 Euro berechnet, tut das schon weh. Gut zu wissen, dass der durchschnittliche Preis für dieses Szenario im FMH-Vergleich bei 522 Euro liegt. Der billigsten Direktbank-Anbieter verlangt sogar nur 192 Euro.

Für jeden Bedarf das richtige Konto

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, hat die FMH ihre Auswertung in drei Kategorien unterteilt – je nachdem, welche Bedürfnisse ein Unternehmer hat.

Die erste Gruppe bilden Direktbanken bzw. Anbieter mit wenigen Filialen. Solche Banken sind empfehlenswert, wenn ein Selbstständiger vor allem einen billigen Abwickler für seine Geldgeschäfte benötigt, aber keinen intensiven Geschäftskontakt pflegen will oder muss. In den beiden Szenarien (40 und 120 Buchungen) ganz vorne zu finden sind hier die klassischen Direktbanken wie die Netbank oder die DKB Deutsche Kreditbank. Aber auch eine GLS Bank ergattert einen Platz in der Spitzengruppe.

Die zweite Gruppe besteht aus den bundesweiten Geschäftsbanken. Sie eignen sich für alle Unternehmer, die entweder in verschiedenen Städten Niederlassungen haben und/oder einen intensiveren Geschäftskontakt pflegen wollen. Auf Platz eins schafft es in diesem Segment die Deutsche Bank – und zwar in beiden Buchungsszenarien. Bei 120 Buchungen folgt die Commerzbank vor der HypoVereinsbank. Für Unternehmen mit 40 Buchungsvorgängen schiebt sich die Targobank zwischen Deutsche Bank und HypoVereinsbank.

Kategorie drei in der Auswertung sind die regionalen Banken. Man könnte vermuten, dass Sparkassen und Volksbanken ihre Stellung im jeweiligen Einzugsgebiet ausnutzen und eher im hochpreisigen Segment zu finden sind. Das Gegenteil ist der Fall. Die Sparkasse Chemnitz, die Sparkasse Wuppertal und die Sparkasse Magdeburg sind in ihrem Gebiet, ungeachtet der Anzahl der Buchungsvorgänge, ganz vorne zu finden. Selbst die große Hamburger Sparkasse bleibt bei 40 Buchungen in ihrem Geschäftsgebiet weit unter dem Durchschnitt aller Geschäftskonten. Gleiches gilt für die Sparkasse Bielefeld.

 

Tipp: Ein wichtiger Faktor beim Geschäftskonto ist auch die Frage, was es kostet, wenn auf das Konto regelmäßig größere Summen Bargeld eingezahlt werden. Diese Kosten hat die FMH in ihrer Angebotsauswertung nicht berücksichtigt. Um böse Überraschungen zu vermeiden sollten sich Unternehmer unbedingt im Vorfeld der Kontoeröffnung erkundigen, welche Gebühren die Bank für diesen Service erhebt.

Quelle: n-tv.de