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Die besten Online-Liebesboten Partnerbörsen im Test

Früher lernten sich Paare bei der Arbeit, in der Kneipe oder beim Tanzkurs kennen. Heute erfolgt die Beziehungs-Anbahnung oft auch virtuell - im Internet, in einer der zahllosen Partnerbörsen. Doch welcher Online-Liebesbote überzeugt im Test wirklich?

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Flirten, Daten, Partner finden – im Internet boomt das Geschäft mit der Liebe, und in Online-Partnerbörsen sollen Traumprinzen und künftige Herzdamen nur einen Mausklick entfernt sein. Doch immer häufiger werden auch Stimmen enttäuschter Kunden laut. Betreiben die Anbieter Augenwischerei oder handelt es sich gar um Abzocke? Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat dies getestet und untersuchte im Auftrag von n-tv insgesamt 15 Partnervermittlungen und Singlebörsen.

Partnervermittlung vs. Singelbörse

Der Hauptunterschied: Bei einer Partnervermittlung durchläuft der Kunde einen Persönlichkeitstest, woraufhin potenziell passende Mitglieder vorgeschlagen werden. In Singlebörsen liegt der Schwerpunkt auf der aktiven Suche: Der Nutzer kann eigenständig aus dem Pool der Mitglieder eine Auswahl treffen. In beiden Testfeldern konnten Portale mit umfangreichen Services und Leistungen überzeugen, andere Anbieter fielen dagegen fast ausschließlich negativ auf.
 

Defizite beim Service

Beim Nutzerservice offenbarten sich vor allem bei den Partnervermittlungen deutliche Defizite. Ein Manko war das geringe Informationsangebot außerhalb des Mitgliederbereichs. So gab keine einzige Partnervermittlung vor der Registrierung bekannt, welche Kosten für die Mitgliedschaft anfallen.

Auch bei der Beantwortung von Interessenten- und Kundenfragen zeigten sich Mängel.So blieb im Test bei den Singlebörsen etwa jede vierte, bei den Partnervermittlungen gar jede dritte E-Mail-Anfrage unbeantwortet.

Teils ungenügend war zudem der Telefon-Support: Drei Partnervermittlungen und zwei Singlebörsen boten ihren Kunden eine Servicehotline gar nicht erst an.

Erfolgschancen von "gut" bis "mangelhaft"

Für die Aussichten, tatsächlich einen Partner zu finden, lieferten die abgeschlossenen Premium-Mitgliedschaften zahlreiche Indizien. Bei den Partnervermittlungen fiel das Ergebnis insgesamt befriedigend aus. Auf diesen Portalen erhielt jeder Testnutzer innerhalb von zwei Wochen im Schnitt fast 150 Partnervorschläge und sechs persönliche Zuschriften. Und die Vorschläge und Interessenten vermittelten immerhin je in der Hälfte der Fälle auch einen passenden Gesamteindruck.

Das Ergebnis der Singlebörsen fiel nur ausreichend aus, wobei die Spannbreite von "gut" bis "mangelhaft" reichte. Die Tester bekamen in den Singlebörsen durchschnittlich neun persönliche Mitteilungen. Allerdings waren rund 14 Prozent der Zuschriften unseriös und enthielten beispielsweise anzügliche Bemerkungen.

Mangelnde Transparenz

Im Test der Allgemeinen Geschäftsbedingungen deckte der Fachanwalt verbraucherunfreundliche Regelungen und eine große Anzahl unwirksamer Klauseln auf. Fazit des Juristen: insgesamt fünf Anbieter-AGB waren "mangelhaft". "Transparenz ist leider ein großes Manko der Branche. Ist man erst mal zahlender Kunde, tun die Partnerbörsen einiges, damit das so bleibt. Pauschal von Abzocke zu sprechen, wäre aber gegenüber den seriösen und insgesamt guten Anbietern, die es zum Glück auch gibt, nicht gerechtfertigt", so Bianca Möller, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

Die besten Partnervermittlungen

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Parship.de setzte sich an die Spitze der Partnervermittlungen. Zu den Stärken des Anbieters zählte das sehr gute Ergebnis im Mitgliedschaftstest. Die Partnervorschläge wurden hier am besten bewertet und entsprachen hinsichtlich der Persönlichkeit und der äußeren Merkmale am meisten den Vorstellungen der Nutzer. Darüber hinaus erhielten die Testmitglieder hier viele ansprechend verfasste und stets seriöse Zuschriften. Zudem war der Umfang der angebotenen Leistungen bei Parship.de am größten. Den Nutzern stand beispielsweise die Option "Online-Status verbergen" zur Verfügung, eine Suche nach einem Partner im Ausland war möglich und das Portal war für die mobile Nutzung adoptiert (App sowie mobile Seite). Beim Nutzerservice überzeugte die gute E-Mail-Bearbeitung. Die Anfragen wurden stets vollständig und am individuellsten beantwortet. Der Internetauftritt punktete zudem mit dem Bestwert in puncto Nutzerfreundlichkeit, bei den Nutzerinformationen lag das Portal auf Rang drei. Im Bereich Sicherheit fielen die Verifizierung des Profils über persönliche Dokumente und die Meldemöglichkeit unseriöser Profile positiv auf. Allein die Vertragsbedingungen offenbarten ein deutliches Verbesserungspotenzial. Negativ war beispielsweise, dass sich der Vertrag automatisch um eine vergleichsweise lange Laufzeit verlängert, wenn der Kunde die Kündigungsfrist verpasst.

Den zweiten Rang belegte Elitepartner.de. Die Partnervermittlung überzeugte vor allem mit dem besten Ergebnis im Mitgliedschaftstest. Die Nutzer erhielten hier innerhalb von 14 Tagen die meisten persönlichen Zuschriften, die sehr ansprechend verfasst waren und viele Informationen über die Absender enthielten. Zudem unterbreitete der Anbieter besonders viele Partnervorschläge. Positiv fielen auch die umfangreichen Leistungen auf: Hierzu gehörten zum Beispiel verschiedene Such- und Filterfunktionen, die mobile Nutzungsmöglichkeit des Portals und das Angebot von Single-Events. Beim Nutzerservice kam Elitepartner.de insgesamt auf Rang drei. Zwar gab es keinen telefonischen Kundenservice, dafür beantwortete der Anbieter E-Mail-Anfragen aber vergleichsweise schnell nach durchschnittlich 19 Stunden. Die Website war nutzerfreundlich gestaltet und punktete im Mitgliederbereich durch umfangreiche Informationen. Die Vertragsbedingungen wurden bei diesem Anbieter hingegen am schlechtesten bewertet. Ursächlich hierfür waren unter anderem die langen Kündigungsfristen, die vor der Registrierung nicht einsehbar waren, sowie zahlreiche unwirksame Klauseln in den AGB, etwa dass eine Kündigung per E-Mail nicht zulässig sei.

Den dritten Rang erreichte eDarling.de. Das Portal überzeugte durch den besten Nutzerservice und die fairsten Vertragsbedingungen. Neben einem kompetenten telefonischen Service bot die Internetseite außerhalb des Nutzerbereichs die meisten Informationen wie umfangreiche Kontaktmöglichkeiten. Die Kündigung der Mitgliedschaft war über verschiedene Wege (Telefon, E-Mail und Fax) und mit einer Frist von nur sieben Tagen möglich. Auch der Leistungsumfang stimmte: So konnten Mitglieder beispielsweise die meisten Fotos (24) hochladen und das Portal auch unterwegs über eine Mobilversion sowie eine App nutzen. Beim Mitgliedschaftstest erhielten die Nutzer hier jedoch vergleichsweise wenige Zuschriften und Partnervorschläge. Letztere passten in Bezug auf die Persönlichkeit zudem wenig zu den Vorgaben der Nutzer.

Die besten Singlebörsen

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Friendscout24.de positionierte sich auf dem ersten Rang. Insbesondere der gute Nutzerservice überzeugte bei diesem Anbieter: Die Internetseite wurde aufgrund der hohen Nutzerfreundlichkeit am besten beurteilt. Das Portal war optisch ansprechend, inhaltlich umfangreich und die Navigation intuitiv. E-Mail-Anfragen beantwortete das Unternehmen mit einer guten Qualität, und am Telefon erwiesen sich die Mitarbeiter als kompetente Ansprechpartner. Neben dem Service punktete der Anbieter durch umfassende Leistungen, etwa der Erstellung eines Persönlichkeitsgutachtens. Das Lesen von Nachrichten war sogar ohne kostenpflichtige Mitgliedschaft möglich. Zudem wurde die Sicherheit des Portals sehr positiv beurteilt, da beispielsweise der gesamte Anmeldeprozess sichtbar SSL-verschlüsselt war. Die Vertragsbedingungen des Portals wurden überdurchschnittlich gut beurteilt. Die Nutzer konnten zwischen verschiedenen Laufzeiten der Premium-Mitgliedschaften wählen und mussten die Verträge unabhängig von der Laufzeit erst drei Tage vor Ablauf kündigen, sofern keine automatische Vertragsverlängerung gewünscht war. Beim Mitgliedschaftstest belegte Friendscout24.de Rang fünf. Die Nutzer erhielten hier vergleichsweise gute Zuschriften und zeigten sich mit dem Leistungsangebot des Portals insgesamt zufrieden.

Den zweiten Rang nahm Datingcafe.de ein. Die Singlebörse erzielte das im Test beste Ergebnis im Bereich Vertragsbedingungen: Die Preise waren vor der Registrierung einsehbar und es standen neben dem Postweg weitere Kündigungswege (per E-Mail, per Fax und online) zur Verfügung. Zudem betrug die Kündigungsfrist bei allen Verträgen lediglich drei Tage. Im Rahmen des Mitgliedschaftstests erhielten die Nutzer gute Partnervorschläge, die hinsichtlich Alter und Region sehr gut zu deren Angaben passten. Insgesamt beurteilten die Nutzer das Portal als seriöse Singlebörse. Dazu trugen auch die Sicherheitsvorkehrungen bei, wie die Verifizierung des Profils über persönliche Dokumente. Die Leistungen und der Nutzerservice waren überdurchschnittlich gut. Die Singlebörse bot als einziges Portal eine kostenlose Test-Mitgliedschaft mit allen Funktionen an.

Neu.de belegte Rang drei und bot die beste Leistung im Mitgliedschaftstest. Die Anmeldung war interessant gestaltet und die Mitglieder bekamen viele gute Partnervorschläge. Zudem gingen stets seriöse Zuschriften von Mitgliedern aus der gewünschten Region und passenden Alters ein. Die verbraucherfreundlichen Vertragsbedingungen des Anbieters überzeugten durch kurze Kündigungsfristen und verschiedene Kündigungsoptionen. Die Leistungen waren vergleichsweise umfangreich und beinhalteten etwa eine detaillierte Suchfunktion, die Möglichkeit mehrere Bilder hochzuladen und die mobile Nutzung des Portals. Für den Nutzerservice gab es aber lediglich die Note ausreichend, da kein telefonischer Support geboten wurde. Die Internetseite war zwar nutzerfreundlich gestaltet, verfügte außerhalb des geschlossenen Mitgliederbereichs aber über wenig Informationen.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität testete insgesamt 15 Partnerbörsen – neun Singlebörsen sowie sechs Partnervermittlungen. Die Analyse umfasste die Bereiche Nutzerservice, Mitgliedschaft, Leistungsumfang, Vertragsbedingungen und Sicherheit. Die Messung des Nutzerservices basierte auf je einer umfassenden Prüfung der Internetinhalte sowie auf jeweils zehn Bewertungen durch ausgewählte Testnutzer. Darüber hinaus erfolgten pro Anbieter fünf verdeckte E-Mail-Tests und – soweit telefonischer Kundenservice angeboten wurde – außerdem jeweils fünf Mystery-Calls, also anonyme, verdeckte Telefon-Tests. Geprüft wurden die Anbieter auch über jeweils vier kostenpflichtige Test-Mitgliedschaften (zwei Männer, zwei Frauen). Weiterer Bestandteil des Tests war die Begutachtung und Bewertung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Datenschutzerklärungen. Im Fokus standen dabei sowohl die formal-juristische Korrektheit wie auch die Verbraucherfreundlichkeit der Partnerbörsen.

Quelle: n-tv.de