Formel1

Lehren des Formel-1-Auftakts Mercedes muss endlich wieder richtig kämpfen

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Lewis Hamiltons Sieg in Bahrain war wahrlich kein Selbstläufer.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Schaut man das Tableau des ersten Rennens der Formel 1 in 2021 an, gibt es nicht viel Neues. Lewis Hamilton siegt, Vettel patzt. Doch das Rennen in Bahrain ist deutlich dramatischer als es klingt. Max Verstappen im Red Bull hat endlich eine richtige Chance. Und dann gibt es da ja noch die Rookies.

Neues Team - alte Dramatik bei Vettel

Ja geht denn das schon wieder los? Da ist Sebastian Vettel nach einem verlorenen Jahr endlich raus aus dem roten Auto, das nicht so will wie er, weg von dem Team, das ihn nicht mehr braucht. Da ist endlich der Tag gekommen, an dem er für seinen neuen Arbeitgeber Rennen fahren darf - und dann ist bei Aston Martin alles einfach nur dasselbe in Grün. Ein Auto, das Vettel nicht versteht, eine Strategie, die ins Nichts führt, und ein Ex-Weltmeister, der langsam und vor allem fehlerhaft durch das Rennwochenende rollt. Vettels erster Grand Prix in British Racing Green war nicht einfach nur ein verpatzter Einstand, es war ein dramatisch schwaches Wochenende für das Team und den Neuen. Nach seiner Strafversetzung auf den letzten Startplatz und drei Strafpunkten, crasht er in Esteban Ocon, kassiert dafür zehn Sekunden Zeitstrafe und zwei weitere Strafpunkte.

Vettel immerhin demonstriert Hoffnung, und genug Luft nach oben gibt es ja tatsächlich. Angesichts der "vielen kleinen Dinge, die den Rhythmus brechen", wie Vettel sagt, ist aber fraglich, ob und wie schnell man dieses Loch überhaupt verlassen kann. Zumal er selbst sagt: "Ich fühle mich nicht zu Hause in diesem Auto." Und dieser Spruch ist ganz aktuell, nicht etwa aus der Vorsaison.

Mick Schumacher hat keine Chance - und nutzt sie

Mick Schumacher landete als 16. einen Platz hinter Vettel, aber die Gemütslage war eine völlig andere. Gelöst lief der 22-Jährige durch das Fahrerlager, und es wirkte, als sei da schon ein wenig Druck abgefallen nach dem Debüt, das ja irgendwie die ganze Motorsportwelt verfolgt hatte. Am Ende stand eine reife Vorstellung auf und neben der Strecke, Mick Schumacher strahlte dabei eine Ruhe aus, die auch sein Teamchef Günther Steiner bemerkenswert fand. Im Haas war kein Kampf mit den anderen Teams möglich, das könnte auch eine Weile so bleiben. Seinem Teamkollegen Nikita Mazepin war Schumacher an diesem Wochenende aber in Training, Qualifying und Rennen - wo sich der Russe bereits in der dritten Kurve aus dem Rennen katapultierte - überlegen. In Bahrain hat eine vielversprechende Formel-1-Karriere begonnen.

Hamilton und Mercedes - eine perfekte Kombination

Diese Verbindung bleibt das Beste, was die Formel 1 zu bieten hat - auch nach acht gemeinsamen Jahren, auch nach sechs gemeinsamen WM-Triumphen. Selten hat die Dominanz von Mercedes so sehr gewackelt wie in den vergangenen zwei Wochen in Bahrain. In den Testfahrten, im Training und im Qualifying war Red Bull überlegen, auch im Rennen hatten sie wohl das schnellere Auto. "Wenn mir am Samstag jemand gesagt hätte, dass es so ausgeht, hätte ich das wahrscheinlich nicht geglaubt", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff, "aber wir haben uns von den Tests erholt". Die Strategie war perfekt oder wie Wolff es sagt: "Der Renn-Gott war auf unserer Seite."

Denn es reicht eben nicht, NUR Hamilton oder NUR Mercedes zu schlagen, die Kombination will besiegt werden. Am Sonntag waren es eine herausragende Fahrt und eine aggressive Taktik, die zusammen den Erfolg brachten. "Das ist doch super", sagt Wolff: "Es gibt keinen besseren Sieg als einen, der hart erkämpft ist und keine bessere Meisterschaft als die, die bis ans Ende geht und es einen echten Schlagabtausch gibt, bei dem man einstecken muss und austeilen kann." Und so gilt auch 2021: Wer ganz nach oben will, muss an Hamilton und Mercedes vorbei.

Verstappen reicht es nicht, Hamilton zu überholen

Immerhin gibt es mal jemanden, der dazu in der Lage scheint. Ganz nah war Max Verstappen ja dran am Sieg, am Ende wurde er wegen enger Regeln bei einem späten Überholversuch zurückgepfiffen. Aber das ehemalige Weltmeisterteam, sonst Experte für ein starkes Jahresende, ist endlich mal schon zu Saisonbeginn auf der Höhe. Das stabile Reglement macht's wohl möglich. Red Bull nimmt seine Stärken aus dem vergangenen Winter mit und hat zudem einen nochmal gestärkten Honda-Motor im Heck, der sogar bei Mercedes anerkennende Blicke erntet. "Ein großartiges Rennen, hart zu verlieren", sagt Red Bulls Teamchef Christian Horner, "aber das war erst das erste von 23." Vielleicht bringt diese Saison endlich das lang erwartete Generationenduell um den WM-Titel: Der 23-jährige Verstappen gegen den 13 Jahre älteren Hamilton.

Ein Rookie ist "50 Prozent" glücklich

Yuki Tsunoda hätte eigentlich so richtig glücklich sein können. Platz neun dank eines tollen Manövers in der letzten Runde, zwei Punkte gesichert. Aber, nein. Der 20 Jahre alte Japaner war nur zur "50 Prozent" glücklich. Er kritisierte nicht das Auto, nicht die Gegner, der 1,59 Meter große Tsunoda ging mit sich selbst hart ins Gericht. "Ich habe gleich auf der ersten Runde viele Punkte verloren", sagte der Pilot von Alpha Tauri, nachdem er von Startrang 15 auf Platz 15 zurückgefallen war: "Das war mein großer Fehler."

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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