Formel1

Scuderia schöpft aber Hoffnung Vettels Ferrari streikt beim Mugello-Auftakt

Das Ferrari-Jubiläum beginnt zwar nicht komplett trostlos, am Ende aber rollt Sebastian Vettel nur aus: Beim Formel-1-Auftakt in Mugello ist die Scuderia nicht ganz abgeschlagen, für die Spitze reicht es dennoch nicht. Weltmeister Lewis Hamilton führt sich an die Kart-Zeiten erinnert.

Entspannt und gut gelaunt bestieg Sebastian Vettel in Mugello seinen Ferrari, in dem Wissen, dass im kommenden Jahr ein neues Abenteuer wartet - und selbst der mittlerweile fast obligatorische Motor-Aussetzer am roten Boliden brachte den Hessen nicht mehr wirklich aus der Ruhe. Kurz vor Ende des freien Trainings zum Jubiläums-Grand-Prix der Scuderia rollte der SF1000 des Deutschen mal wieder aus.

Und dennoch scheint dieses Wochenende für die Italiener nicht ganz so trist zu werden wie die vergangenen. Denn der Rennstall scheint im 1000. Rennen seiner Geschichte immerhin wieder ein Mittelfeld-Team zu sein: Bei den Proberunden zum Großen Preis der Toskana belegte Vettel den zwölften Rang, sein Teamrivale Charles Leclerc schaffte es auf Platz sieben.

Nach den jüngsten Abstürzen in Spa und Monza ans Ende des Feldes will die Scuderia auf der hauseigenen Strecke in Mugello mit beiden Autos in die Punkte fahren, und zumindest das scheint möglich. Vettel wirkt allerdings ohnehin nicht wie einer, der sich von schlechten Ferrari-Ergebnissen noch die Laune verderben lässt. Seit Donnerstag steht fest, dass er im kommenden Jahr für Aston Martin fahren wird.

Drei fahren vorneweg

Mittelfristig will er mit dem Werksteam, das aus Racing Point hervorgehen wird, die Spitze angreifen. Die bildete zum Auftakt in Italien mal wieder Mercedes - und Vizeweltmeister Valtteri Bottas schlug Titelverteidiger Lewis Hamilton, der Finne fand zunächst den besseren Zugang zu dieser den meisten Fahrern weitgehend unbekannten Strecke.

Zum ersten Mal überhaupt ist die Formel 1 in Mugello zu Gast, der Corona-Kalender macht es möglich. "Als ich hier ankam, hat sich das angefühlt wie zu Kart-Zeiten", sagte Hamilton, "damals fuhren wir ständig auf neuen Strecken, deren Layouts wir erstmal lernen mussten."

Zum Auftakt lag der Engländer immerhin zwei Zehntelsekunden hinter Bottas, bis zum Qualifying am Samstagnachmittag (15.00 Uhr/RTL, Sky und im Liveticker bei ntv.de) bleibt Hamilton aber noch das dritte freie Training am Mittag zur Eingewöhnung. Ebenfalls in Schlagdistanz befand sich der ewige Dritte dieser Saison: Max Verstappen im Red Bull lag nur hauchdünn hinter Hamilton, zum Rest des Feldes tat sich eine größere Lücke auf.

Die Hausstrecke liegt Ferrari offenbar

Bei Ferrari hofft man, pünktlich zum Jubiläum die Talsohle dieser Saison durchschritten zu haben. Die Highspeedkurse in Spa und Monza hatten alle Schwächen des SF1000 schonungslos offengelegt, auf dem schnellen Kurvengeschlängel in der Toskana scheint der Bolide nun etwas besser zu funktionieren.

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Racing Point, Vettels künftiger Arbeitgeber, präsentierte sich aber auch auf diesem Kurs tendenziell etwas stärker als Ferrari. Sergio Perez (Mexiko), den der Deutsche ersetzen wird, und Lance Stroll (Kanada) belegten mit ihren schnellen Runden die Ränge acht und elf. Vor allem die Rennsimulationen der pinken Autos waren aber äußerst vielversprechend.

Ein ordentliches Ergebnis wäre für die Scuderia auch aus einem weiteren Grund wünschenswert: Ein paar Tausend Landsleute sind live dabei. Das neunte Saisonrennen ist das erste, bei dem zahlende Zuschauer auf den Tribünen sitzen. Die Organisatoren haben pro Tag die Genehmigung für 3000 Fans erhalten.

Quelle: ntv.de, Jean-Louis Doublet und Thomas Weitekamp, sid