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Hallohallo? Marcel Schmelzer.
Hallohallo? Marcel Schmelzer.(Foto: dpa)
Dienstag, 17. Oktober 2017

Klopp als "lustiger Verlierer"?: BVB mag's mutig, für RBL wird's "geil"

Von Stefan Giannakoulis

Ein Sieg wäre für die Fußballer aus Dortmund und Leipzig in der Champions League nicht nur fein. Er ist sogar Pflicht, soll es in der K.o.-Runde weitergehen. Liverpools Jürgen Klopp muss derweil Zweifel an seiner Titelfähigkeit parieren.

Wer spielt?

Gruppe E: Spartak Moskau - FC Sevilla und NK Maribor - FC Liverpool

Gruppe F: Manchester City - SSC Neapel und Feyenoord Rotterdam - Schachtjor Donezk

Gruppe G: AS Monaco - Besiktas Istanbul und RB Leipzig - FC Porto

Gruppe H: Apoel Nikosia - Borussia Dortmund und Real Madrid - Tottenham Hotspur

Was kommt auf den BVB zu?

Nikosia - Dortmund, 20.45 Uhr

Apoel Nikosia: Waterman - Youros, Merkis, Jesus Rueda, Alexandrou - Vinicius, Nuno Morais - Zahid, Ebedilio, Aloneftis - de Camargo. - Trainer: Donis
Borussia Dortmund: Bürki - Toljan, Sokratis, Bartra, Schmelzer (Zagadou) - Kagawa, Weigl, Götze - Jarmolenko, Aubameyang, Philipp. - Trainer: Bosz
Schiedsrichter: Kulbakow (Weißrussland)

Tja, wie schrieben die Kollegen von der Deutschen Presseagentur: "Zum Siegen verdammt: BVB in Nikosia in der Bringsschuld." Wenn das nicht so martialisch klänge, wäre dem wenig hinzuzufügen. Aber es ist ja nur Fußball. Wobei: Ein Sieg bei Zyperns Meister in Nikosia heute (ab 20.45 im Liveticker bei n-tv.de) wäre aus Sicht der Dortmunder wirklich keine schlechte Idee. Aus Sicht des Tabellenfünften der First Division allerdings auch nicht. Beide Mannschaften haben die ersten beiden Spiele in dieser Königsklassensaison verloren - wobei anzunehmen ist, das die Ansprüche des BVB da etwas höher liegen. Wollen die Dortmunder also doch noch irgendwie das Achtelfinale erreichen, sind sie zum Siegen verdammt.

Sie nannten ihn Susi: Michael Zorc.
Sie nannten ihn Susi: Michael Zorc.

So sagte Kapitän Marcel Schmelzer, der nach seinem Teilriss des Außenbandes im rechten Sprunggelenk wieder an Bord ist: "Es ist unser Anspruch, beide Spiele gegen Nikosia zu gewinnen." Gelänge das heute und im Westfalenstadion am 1. November, käme dem Heimspiel gegen Tottenham Hotspur am 21. November eine gewisse Bedeutung zu. In London gab's zum Auftakt ein 1:3, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, müsste der BVB mit 2:0 gewinnen - und könnte sich auf ein Bonusspiel am letzten Spieltag gegen Real Madrid freuen. Da würde es den Dortmundern in die Karten spielen, gewönnen die Königlichen heute gegen die Spurs. Aber wir schweifen ab, nach der Niederlage gegen RB Leipzig in der Liga geht's heute ja um Nikosia. Wie die Mannschaft von Trainer Peter Bosz das angehen sollte, skizzierte Michael Zorc: "Wir brauchen mehr Aggressivität, mehr Robustheit in den Zweikämpfen, mehr Aktivität bei eigenem Ballbesitz, und wir müssen mutiger spielen." Der Manager sprach von einem "nicht überzeugenden Spiel von uns gegen Leipzig", aber wir "hatten mehr Torchancen, die müssen wir nutzen. Gerade in der Champions League musst du die nutzen". Bosz erkannte brav: "Wir müssen gewinnen. Dafür sind wir hier."

Wie schlagen sich die Leipziger?

Leipzig - Porto, 20.45 Uhr

RB Leipzig: Gulacsi - Bernado, Orban, Upamecano, Halstenberg -  Keita, Demme - Sabitzer, Bruma - Augustin, Forsberg (Werner). - Trainer: Hasenhüttl
FC Porto: Casillas - Ricardo Pereira, Felipe, Marcano, Telles -  Danilo Pereira - Herrera, Sergio Oliveira - Marega, Aboubakar, Brahimi. - Trainer: Conseicao
Schiedsrichter: Tagliavento (Italien)

Im Grunde ähnelt das Ansinnen der Rasenballsportler dem der Borussen: Sie wollen heute gewinnen - nur, das es für die Leipziger der erste Sieg in der Champions League überhaupt wäre. Zu Gast im Zentralstadion (ab 20.45 im Liveticker bei n-tv.de) ist der FC Porto. Und Trainer Ralph Hasenhüttl sagte: "Ich will nicht von einem Pflichtsieg sprechen, aber wenn wir weiterkommen wollen, dann müssen wir unsere Heimspiele gewinnen." Wie formulieren es die Kollegen vom Sportinformationsdienst: "Leipzig ist nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen zum Siegen fast verdammt." Angreifer Yussuf Poulsen ficht das nicht an und behauptet: "Das wird richtig geil." Weil: "Ich glaube, dass viele von denen sich unser Spiel gegen Dortmund angeschaut haben und jetzt denken: Okay, die Leipziger sind schon eine gute Mannschaft." Zumal sein Kollege Timo Werner wieder bereitsteht. "Ich gehe davon aus, dass er wieder eine Option für die Startelf ist", sagte Hasenhüttl. Ansonsten sei es so: "Das wird nicht so ein Spektakel wie in Dortmund, sondern mehr von der Taktik geprägt sein." Der FC Porto, Tabellenführer der portugiesischen Primeira Liga, verfüge über eine "sehr wuchtige Mannschaft", die "defensiv sehr diszipliniert" agierte. Dürften sich die Leipziger was wünschen, dann wäre das wohl ein Sieg gegen Porto - und dass gleichzeitig Monaco gegen Besiktas unentschieden spielt.

Was wird sonst noch interessant?

Okay, gehen wir mal die anderen Partien durch. In der Gruppe E ist der FC Liverpool zum, kleiner Kalauer, Siegen verdammt. Nein, stimmt gar nicht. Immerhin haben die Red bisher zweimal remisiert. Jürgen Klopp, der deutsche Trainer, zeigte sich allerdings ob einer merkwürdigen Frage vor der Partie beim slowenischen Meister NK Maribor leicht irritiert. Dessen Manager Zlatko Zahovic habe gesagt, Klopp sei zwar ein ganz hervorragender Trainer. Er gewinne aber - anders als zum Beispiel Fabio Capello und José Mourinho - keine großen Titel. Das wollte Klopp dann lieber nicht kommentieren. Er grinste und sagte: "Ich fasse mal zusammen: Das hört sich an, als sei ich der charismatische, lustige Verlierer. Vielen Dank dafür."

Derweil thronen Josep Guardiola und Manchester City, Tormaschine und Tabellenführer der englischen Premier League, in der Gruppe F mit sechs Punkten und 6:0 Toren aus zwei Partien auf Platz eins. Nun geht's gegen den SSC Neapel, Tormaschine und Tabellenführer der italienischen Serie A. Nicht nur die Kollegen vom "Kicker" mutmaßen, dass das heute im Etihad Stadium ganz interessant werden könnte und fragen rhetorisch: "Das beste Spiel der Woche?"

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Quelle: n-tv.de