Fußball

FC Bayern und BVB ziehen mit DFL lehnt Champions-League-Reform klar ab

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Aleksander Ceferin hat von den 36 DFL-Klubs einen klaren Auftrag erhalten: Der Uefa-Boss soll die Zukunft der nationalen Ligen schützen.

(Foto: imago/Belga)

Die internationalen Wettbewerbe sollen neu gestaltet werden. Doch die Deutsche Fußball-Liga fürchtet um die Relevanz ihres Premiumprodukts. Und so votieren die 36 Vereine einstimmig und energisch gegen die Pläne der europäischen Klub-Vereinigung. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin soll sich kümmern.

Die deutschen Profiklubs um die Branchenführer FC Bayern und Borussia Dortmund haben den Plänen für eine Reform der Champions League eine klare Absage erteilt. Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga in Offenbach stimmten die 36 Erst- und Zweitligisten einstimmig gegen das Konzept der europäischen Klub-Vereinigung ECA.

Eine Reform sollte allen "gerecht werden, nicht nur wenigen", sagte Christian Seifert, der Geschäftsführer der DFL. Die Klubs seien nicht allgemein gegen Veränderungen, lehnten das vorliegende Konzept aber komplett ab. Das "hätte fatale und nicht akzeptable Konsequenzen, weil es mittel- bis langfristig die Existenz der nationalen Ligen gefährden würde". Seifert forderte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin zu Weitsicht auf. Zwei Punkte seien von entscheidender Bedeutung: die Anzahl der Spieltage und der Zugang zu den internationalen Wettbewerben. "Veränderungen an diesen beiden Stellen dürfen nicht dazu führen, dass die Relevanz und Zukunft der nationalen Ligen in Europa gefährdet wird."

"Relevanz der Ligen" unverhandelbar

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Darin seien sich alle Top-Ligen einig. Laut Seifert seien Pläne, internationale Spiele künftig auch an Wochenenden auszutragen, vom Tisch. Auch ein paar Spiele mehr pro Saison seien für die Bundesliga zu stemmen. Viel mehr Bauchschmerzen bereitet Seifert der Vorschlag, wonach das milliardenschwere europäische Premiumprodukt zur geschlossenen Gesellschaft werden soll. Die Pläne sehen vor, dass von der Saison 2024/2025 an 32 Teams in vier Achtergruppen antreten. 24 davon sollen das direkte Ticket für das Folgejahr in der Königsklasse lösen können. In einem pyramidalen System mit drei Europa-Ligen würde es Auf- und Abstieg geben.

Übertrüge man dieses Konzept auf diese Bundesligasaison, würden in der kommenden Spielzeit neben den Bayern und dem BVB auch Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt in der Champions League spielen - und dies solange, bis jemand aus dem elitären Kreis absteigt. "Damit würde der Wettbewerbsfaktor in der Meisterschaft entfallen. Wir dürfen nicht zulassen, dass traditionsreiche nationale Ligen in ihrer Attraktivität für Millionen Menschen auf dem gesamten Kontinent beschädigt werden", sagte Seifert.

"Nein" zur Beteiligung an Polizeikosten

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Im Streit um die Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bleiben die Vertreter der DFL hart.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Klare Worte gab es auch zur Kostenbeteiligung der Klubs an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen. "Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen. Der Gang vor das Bundesverfassungsgericht ist noch möglich", sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball. Eine Arbeitsgruppe soll sich mit den Gebührenbescheiden der Stadt Bremen befassen. Neben der DFL und Werder Bremen gehören dem Gremium auch Vertreter von Eintracht Frankfurt, Hannover 96, Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV an, die als Gästemannschaften bei den Spielen involviert waren.

Rauball stellte klar, dass mögliche Kosten im Falle einer juristischen Niederlage künftig jedoch von allen Klubs getragen werden müssten. "Eine Fondsgründung steht nach wie vor nicht zur Debatte." Beschlossen wurde die Einführung des Videobeweises in der zweiten Bundesliga. "Es sind alle notwendigen Maßnahmen getroffen worden, damit die Technologie zum Saisonstart zur Verfügung steht", berichtete Rauball. Mit der Nachfolge des im August aus dem Amt scheidenden BVB-Präsidenten und der damit verbundenen Strukturreform wird sich die DFL auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18. Juni befassen.

Quelle: n-tv.de, Eric Dobias, dpa

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