Fußball

Mainz überrascht RBEintracht kann freien Fall nicht stoppen, Werder bremst ihn nur

31.01.2026, 17:34 Uhr
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Ratlosigkeit bei Eintracht Frankfurt. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga geht die Talfahrt von Eintracht Frankfurt ungebremst weiter. Der Champions-League-Teilnehmer kassiert wieder viel zu viele Tore. Mainz 05 dagegen feiert einen ganz wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Werder Bremen verpasst ihn.

Eintracht Frankfurt - Bayer 04 Leverkusen 1:3 (0:2)

Eintracht Frankfurt hat kurz vor der Ankunft des neuen Hoffnungsträgers Albert Riera den nächsten Rückschlag kassiert. Die SGE verlor auch ihr viertes Spiel nach der Trennung von Dino Toppmöller, gegen Champions-League-Anwärter Bayer Leverkusen setzte es ein 1:3 (0:2). Während die Werkself die Königsklasse wieder im Visier hat, wartet die Eintracht vor der Übernahme von Riera seit acht Pflichtspielen auf einen Sieg.

Arthur (26.) nach schöner Vorarbeit von Alejandro Grimaldo, Malik Tillman (33.) und Aleix Garcia (90.+3) sorgten für den nächsten Befreiungsschlag der Werkself, der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Robin Koch (49.) genügte Frankfurt nicht. Die Schlussphase absolvierten die Adlerträger nach der Gelb-Roten Karte gegen Ellyes Skhiri (70./wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl.

Die Eintracht trat defensiv erneut zu anfällig auf und kassierte in diesem Kalenderjahr schon 20 Treffer in sieben Spielen. Auf den neuen Coach wartet viel Arbeit, immerhin stimmte die Einstellung im zweiten Durchgang.

Interimstrainer Dennis Schmitt hatte trotz der Negativserie vor seinem finalen Spiel an der Seitenlinie zur Ruhe gemahnt. "Es bringt nichts, wenn wir emotional durch die Gegend rennen und jedem erzählen, wie wichtig das Spiel ist", hatte der 32-Jährige gesagt. Am Montag kommt der Spanier Riera vom slowenischen Conference-League-Teilnehmer NK Celje und übernimmt Schmitts Aufgaben, er soll die Eintracht wieder auf Kurs bringen.

Die Eintracht begann in den ersten Minuten druckvoll und hochmotiviert, hatte aber Pech. Im Gedränge trat Leverkusens Nationalspieler Robert Andrich Stürmer Arnaud Kalimuendo gegen die Wade (5.). Nach Ansicht der Bilder reichte Schiedsrichter Robert Schröder der Kontakt aber nicht für einen Elfmeter.

Nach der minutenlangen Unterbrechung büßte die Partie etwas an Tempo ein. Leverkusen verbuchte mehr Ballbesitz und hebelte durch einen Geistesblitz von Grimaldo die Frankfurter Abwehr aus. Der Spanier legte den Ball sehenswert und klug auf Arthur ab, der Nathaniel Brown im Strafraum davonrannte und ins lange Eck traf. Sieben Minuten später bediente Christian Kofane den freistehenden Tillmann an der Strafraumkante, der mit guter Übersicht zum 2:0 einschob.

Zwar gaben sich die Frankfurter offensiv nicht auf, sie wirkten im eigenen Ballbesitz aber teilweise planlos. Die Leverkusener hatten wenig Mühe, die Gastgeber vom Tor fernzuhalten. Edmond Tapsoba verpasste kurz vor der Pause die Entscheidung per Kopf (45.+3).

Immerhin peitschten die Heimfans ihre Mannschaft auch nach dem Rückstand weiter nach vorne - anders als nach der Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim (1:3) eine Woche zuvor, als einige Pfiffe durch das Waldstadion geschallt waren.

Nach der Pause schöpfte die Eintracht durch den Treffer von Kapitän Koch neue Hoffnung. Die Eintracht wirkte dadurch beflügelt, spielte sich aber weiter zu wenig klare Chancen heraus. Stattdessen wurde die Partie härter, Skhiri flog nach zwei Fouls innerhalb weniger Minuten zurecht vom Platz. Garcia nutzte die Überzahl spät zur Entscheidung.

RB Leipzig - 1. FSV Mainz 05 1:2 (1:1)

Abstiegskandidat FSV Mainz 05 hat unter Trainer Urs Fischer zu neuer Stärke gefunden. Bei RB Leipzig gewannen die Mainzer überraschend mit 2:1 (1:1) und setzten damit ein wichtiges Ausrufezeichen im Abstiegskampf.

Der Aufwärtstrend unter Fischer hält somit weiter an. Mit drei Siegen aus den vergangenen vier Spielen liegen die Mainzer zumindest kurzzeitig nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Seit Fischers Amtsantritt mussten die Mainzer erst eine Niederlage einstecken - zwölf Punkte aus sieben Ligaspielen sind das Ergebnis.

Die Sachsen hingegen kassierten die vierte Niederlage in den vergangenen sieben Spielen und verpassten es, ihre Position im Rennen um die Champions League zu festigen. Am Sonntag kann der VfB Stuttgart Leipzig sogar von Platz vier verdrängen.

Conrad Harder (40.) brachte die Leipziger zunächst in Führung, Nadiem Amiri (40.+6) gelang per Foulelfmeter der Ausgleich. Der eingewechselte Winter-Neuzugang Silas (49.) drehte das Spiel nach einem schönen Sololauf.

Mainz erwischte den besseren Start in die Partie. RB verzettelte sich in der Anfangsphase zu häufig in den Offensivaktionen und brachte den Ball in den ersten 20 Minuten kaum gefährlich vor das gegnerische Tor. Früh folgte jedoch ein Rückschlag für die Gäste: Benedikt Hollerbach, der kurz zuvor noch die erste gefährliche Offensivaktion hatte, verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers. Der Stürmer fasste sich an den hinteren rechten Unterschenkel und wurde mit einer Trage vom Feld gebracht.

Auch die nächste gute Gelegenheit gehörte Mainz. Phillip Tietz kam völlig unbedrängt zum Kopfball, setzte den Ball jedoch Zentimeter neben das Leipziger Tor. Dann jubelte Leipzig wenig später erstmals: Aus dem Nichts bediente Antonio Nusa Stürmer Harder, der per Kopf traf.

Doch der Treffer wirkte bei den Sachsen nicht als Initialzündung. Im Gegenteil: Wie bereits beim Auswärtsspiel in St. Pauli verursachte Kapitän David Raum einen Foulelfmeter. Raum rutschte in Phillip Tietz hinein, Startelfrückkehrer Amiri verwandelte den Strafstoß souverän.

Auch die zweite Hälfte bestimmten die Gäste. Der für Hollerbach eingewechselte Silas traf kurz nach der Pause und drehte die Partie. Der FSV war die bessere Mannschaft, zudem war auch das Spielglück nicht auf Seiten der Sachsen. Yan Diomande bediente Romulo, dessen Abschluss jedoch an den Innenpfosten prallte und von dort in die Arme von Torhüter Daniel Batz sprang (62.).

FC Augsburg - FC St. Pauli 2:1 (1:1)

Der FC Augsburg hat seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und sich weiter Luft im Tabellenkeller verschafft. Eine Woche nach dem Überraschungscoup beim FC Bayern gewann die Mannschaft von Trainer Manuel Baum auch ihr Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten FC St. Pauli. Der FCA vergrößerte seinen Vorsprung auf den Tabellen-17. dank des 2:1 (1:1) auf acht Punkte.

Michael Gregoritsch (41., 58.) traf doppelt für den FCA, der nach einem umstrittenen und von Daniel Sinani (32.) verwandelten Foulelfmeter in Rückstand geraten war. Marius Wolf hatte den Ball im Strafraum deutlich mit einer Grätsche geklärt und anschließend den einlaufenden Manolis Saliakas mit seinem weiterhin ausgestreckten Bein am Knöchel getroffen. Referee Sascha Stegemann zeigte auf den Punkt, der VAR schaltete sich zum völligen Unverständnis der Augsburger nicht ein.

Dank Gregoritsch startet der FCA, der seit vier Spielen ungeschlagen ist, dennoch mit viel Selbstvertrauen in entscheidende Wochen. An den kommenden Spieltagen kann Augsburg in den Kellerduellen mit dem FSV Mainz 05 (7. Februar) und dem 1. FC Heidenheim (15. Februar) die nächsten großen Schritte in Richtung Klassenerhalt machen. Für St. Pauli steht derweil schon unter der Woche die nächste Partie an: Im DFB-Pokal-Viertelfinale ist die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin am Dienstag (20.45 Uhr) bei Bayer Leverkusen zu Gast.

Die Hamburger, die ohne Abwehrchef Hauke Wahl auskommen mussten, fanden schnell in die Partie. Nach einem kurzen Abtasten scheiterte Sinani (14.) jedoch völlig freistehend an FCA-Torwart Finn Dahmen. Das rächte sich beinahe im direkten Gegenzug: Auch Alexis Claude-Maurice (15.) kam frei zum Abschluss, traf aber zum Glück für die Gäste nur den Pfosten.

In einem offenen Spiel kamen in der Folge beide Mannschaften zu guten Abschlüssen - bis es nach rund einer halben Stunde zum großen Aufreger kam. Augsburg tobte infolge von Stegemanns Pfiff, Sinani aber blieb cool und verwandelte vom Punkt. Der FCA ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und antwortete noch vor der Pause: Eine Ecke von Claude-Maurice köpfte Gregoritsch aus fünf Metern ein.

Auch in der zweiten Halbzeit gehörte St. Pauli die erste gute Möglichkeit. Erneut war es Sinani (52.), der vergab. Und diesmal sollte es sich rächen: Erneut servierte Claude Maurice für Gregoritsch, der eiskalt ins lange Eck traf.

TSG Hoffenheim - Union Berlin 3:1 (1:0)

Kramaric-Doppelpack, Siegesserie fortgesetzt, Nagelsmann-Rekord egalisiert - mit Selbstvertrauen zu den Bayern: Die TSG Hoffenheim hält ihren Kurs Richtung Champions League. Die Kraichgauer gewannen am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga 3:1 (2:0) gegen Union Berlin und feierten den fünften Dreier in Folge. Am kommenden Spieltag steht für die Hoffenheimer das Topspiel in München auf dem Programm.

TSG-Star Andrej Kramaric traf per Foulelfmeter (42.) und per Kopfball (45.) für die Hoffenheimer, die seit mittlerweile sieben Partien ungeschlagen sind. Mit nunmehr 134 Bundesliga-Toren zog der Kroate an Giovane Elber vorbei und ist drittbester ausländischer Torschütze - nur Claudio Pizarro (197) und Robert Lewandowski (312) haben mehr Treffer. Ein Eigentor von Diogo Leite (47.) besiegelte die Berliner Pleite. Das Tor von Kapitän Rani Khedira (71.) war zu wenig für Union.

Durch den siebten Heimsieg in Folge stellte die TSG ihre Klub-Bestmarke aus dem Jahr 2017 ein. Damals stand der heutige Bundestrainer Julian Nagelsmann an der Seitenlinie. Union bleibt im Tief. Berlin ist im Jahr 2026 weiter ohne Sieg (drei Unentschieden, zwei Niederlagen).

"Es wird ein extremes Duell-Spiel. Du musst auf diese Duelle brennen", sagte Hoffenheims Trainer Christian Ilzer kurz vor dem Anpfiff bei Sky. Sein Gegenüber Steffen Baumgart forderte von seinen Schützlingen, "nicht in Rückstand" zu geraten: "Dann wollen wir unser Spiel spielen."

Vor lediglich 19.341 Zuschauern wurde es bereits in der 7. Minute turbulent. Hoffenheims Nationaltorwart Oliver Baumann leistete sich einen Abspielfehler im eigenen Strafraum. Khedira hatte die Führung auf dem Fuß, Baumann machte seinen Fehler aber mit einer Parade wieder gut.

Die Gastgeber, die ohne den gesperrten Wouter Burger auskommen mussten, kamen nur schwer in die Begegnung. Mitte der ersten Hälfte stand noch keine Torchance für die TSG zu Buche, die Hoffenheimer agierten ideenlos. Kramaric sorgte mit einem Versuch aus der Distanz nur für einen Hauch von Gefahr (28.).

Wenig später brachte Berlins Verteidiger Leopold Querfeld seine Mannschaft mit einem Foul an Fisnik Asllani in die Bredouille. Routinier Kramaric ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht nehmen. Mit der Führung im Rücken trumpfte die TSG auf. Nach Vorarbeit von Bazoumana Touré war Kramaric mit dem Kopf zur Stelle. Es war das achte Saisontor für den 34-Jährigen.

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs traf Leite nach einer Touré-Hereingabe ins eigene Tor. Im Gefühl des sicheren Erfolgs ließen die Hoffenheimer nach. In der 60. Minute hielt Baumann stark gegen Andras Schäfer, dann sorgte Khedira noch einmal für Spannung.

SV Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 1:1 (0:1)

Immerhin ein Pünktchen, aber auch kein Befreiungsschlag: Trainer Horst Steffen steckt mit Werder Bremen in der Bundesliga weiter in der Krise. Der Traditionsklub kam am Samstag nach einer erneut mauen Vorstellung gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Damit wartet Werder nun schon seit zehn Spielen auf einen Sieg - so lange wie nie seit dem Wiederaufstieg 2022.

Keke Topp (90.+4) verhinderte mit dem verdienten Ausgleich immerhin eine Niederlage für die Bremer, die in der Schlussphase mit dem Mut der Verzeiflung anrannten. Haris Tabakovic hatte die Gladbacher praktiusch aus dem Nichts nach einem Konter in Führung gebracht (61.).

Besonders in der Offensive präsentierte sich Werder aber wie so oft in dieser Saison harmlos. Damit nimmt der Druck auf Steffen vor der Auswärtspartie nächste Woche beim SC Freiburg weiter zu, die Partie gegen Gladbach galt sogar schon als eine Art Endspiel für den Coach.

Werder ist seit dem zwölften Spieltag in der Tabelle von Rang neun nun mittlerweile bis zur Abstiegszone abgerutscht. Immerhin setzte es keine weitere Niederlage. Borussias Trainer Eugen Polanski kann mit dem Remis sicher besser leben, auch wenn die Fohlen alles andere als überzeugten.

"Es ist wichtig, dass wir drei Punkte holen", hatte Steffen vor der Partie betont. Und weil die Borussia zuletzt auch nicht sonderlich erfolgreich war, lastete eine gehörige Erwartungshaltung auf beiden Teams - die sich negativ auf dem Platz bemerkbar machte.

Die Borussia wollte zunächst nicht so richtig, zog sich zurück und überließ Werder meistens den Ball. Doch die Bremer, bei denen Kapitän Marco Friedl nach seiner Gelbsperre zurückkehrte, wussten damit nicht wirklich etwas anzufangen. In der 20. Minute sahen die 41.800 Zuschauer aber immerhin so etwas wie eine Chance von Justin Njinmah.

Insgesamt hatte die Partie zunächst aber kaum Höhepunkte zu bieten. Erst nach der Halbzeit legte Werder allmählich seine Verunsicherung ab und ging etwas ins Risiko, auch die Borussia wurde mit zunehmender Spielzeit ein bisschen mutiger. Beiden Teams fehlte in den spärlichen Offensivaktionen aber meistens die nötige Präzision und Entschlossenheit.

Ein Ballverlust der optisch überlegenen Bremer an der Mittellinie führte schließlich zum Treffer der Gladbacher. Werder bemühte sich anschließend verbissen um den Ausgleich, spielte mit dem Mut der Verzweiflung beinahe Powerplay - lief sich aber auch immer wieder fest. Nach einem Eckball fiel schließlich der Ausgleich.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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