Fußball

Schalker Schlamassel, Köln auf zwei FC Bayern gnädig, Robben treffsicher zurück

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(Foto: imago/DeFodi)

Die chancenlose Hertha darf sich beim FC Bayern bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfällt. Die Schalker verlieren am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga zum vierten Mal, nun gegen Köln. Die Rasenballsportler remisieren - und Werder Bremen leidet.

FC Bayern München - Hertha BSC 3:0 (1:0)

Der FC Bayern hat beim Tor-Comeback von Arjen Robben seine Vormachtstellung im deutschen Fußball mühelos demonstriert. Im Spitzenspiel mit nur einer Spitzenmannschaft drückte das 3:0 (1:0) gegen die Hertha den Klassenunterschied der beiden zuvor ungeschlagenen Bundesligisten aus. Beim Erfolg durch sehenswerte Treffer von Franck Ribéry (16. Minute), Thiago (68.) und Robben vor 75.000 Zuschauern freute sich Trainer Carlo Ancelotti über seinen siebten Sieg im siebten Pflichtspiel. Noch glücklicher aber war Robben; er stand erstmals nach zwei schweren Oberschenkelverletzungen wieder in der Liga auf dem Platz. Seinen 25-Minuten-Einsatz in der ersten Pflichtbegegnung seit März krönte der Holländer mit einem typischen Tor mit links. "Wir haben gegen die komplette Mannschaft der Bayern gespielt, das war sehr schwierig. Großer Respekt, sie haben verdient gewonnen. Wir müssen daraus lernen, das 0:3 muss man akzeptieren und runterschlucken", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai dem Bezahlsender Sky und attestierte den Münchnern "auf jeder Position Weltklassespieler".

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Einer der Rückkehrer: Jérôme Boateng.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Mit dem Startelf-Rückkehrer Jérôme Boateng und den genesenen Thomas Müller, Philipp Lahm und David Alaba in der Anfangsformation demonstrierten die Münchner dann auch Stärke und Selbstbewusstsein. In den ersten Minuten hatten die Gäste noch Glück. Doch dann kam Ribéry, umdribbelte Herthas halbe Hintermannschaft im Strafraum, erzielte seinen zweiten Saisontreffer und wurde minutenlang von den Fans gefeiert. Die Berliner konnten sich kaum aus der Defensive befreien, Nationaltorwart Manuel Neuer war lange nahezu beschäftigungslos. Nach der Pause ließen es die Bayern zunächst etwas gemächlicher angehen, die Gäste kamen zu ihrer ersten Torchance. Nach einem Doppelwechsel (Valentin Stocker und Julian Schieber für Alexander Esswein und Vedad Ibisevic) zwei Minuten zuvor prüfte Stocker in der 61. Minute erstmals Neuer. Auch Ancelotti brachte zwei Neue: Mats Hummels löste Boateng ab, Robben kam zu seinem ersten Ligaspiel seit dem 5. März. Unmittelbar nach der umjubelten Einwechslung traf Lewandowski, stand aber knapp im Abseits. In der 68. Minute dann leistete sich der ansonsten gute Allan einen Blackout vor dem eigenen Tor und ermöglichte Thiago das 2:0. Robben erhöhte nur wenig später auf 3:0. Der Niederländer zog in typischer Manier im Strafraum nach innen und ließ mit einem feinen Schlenzer mit links Hertha-Torwart Rune Jarstein keine Abwehrchance.

Bayer 04 Leverkusen - FC Augsburg 0:0 (0:0)

Der TSV Bayer 04 Leverkusen ist am Abwehrbollwerk des FC Augsburg gescheitert. Nach der mageren Nullnummer vor 24.097 Zuschauern hat der bisher nur einmal siegreiche Werksklub den Abschluss an die Spitze verloren. Da war es auch kein Trost, dass die Bayern auch im elften Duell ohne einen Sieg nach Hause fliegen mussten. Bayer-Sportchef Rudi Völler muss geahnt haben, dass es gegen die Augsburger weiter holprig und ohne die beklagte Effizienz in der Chancenverwertung enden würde. Er hätte zwar lieber einen "Kavalierstart" in Spielzeit gehabt, "doch wenn man langsam Tempo aufnimmt und es Schritt für Schritt steigert, dann ist das auch ein Weg, ins Ziel zu kommen", hatte er vorausschauend ins Stadionheft schreiben lassen.

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 1:3 (1:1)

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Da war die Freude noch groß: Klaas-Jan Huntelaar.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Schalke 04 und Trainer Markus Weinzierl geraten immer tiefer in die Krise. Mit dem 1:3 (1:1) gegen den 1. FC Köln bleiben sie ohne Punktgewinn. Immerhin gelang Klaas-Jan Huntelaar in der 36. Minute der erste Treffer der Gelsenkirchener in dieser Saison – ein schwacher Trost. Die Kölner bleiben dank der Torschützen Yuya Osako (38.), Anthony Modeste (77.) und Joker Simon Zoller (84.) ungeschlagen und sind nun Zweiter. Modestes 2:1 war gleichzeitig das 1000. Auswärtstor in der Erstligahistorie des FC. Mutig und offensiv - so präsentierte sich der Effzeh in der Anfangsphase den 60.876 Zuschauern. Schalke mangelte es an Zusammenspiel und Ideen, fand erst nach 20 Minuten besser in die Partie - und überraschte mit der Führung: Eigentlich hatten die Kölner den Angriff schon geklärt. Doch der Ball kam zurück zu Bentaleb, der Huntelaar mit einem tollen Pass in den freien Raum bediente. Doch die Königsblauen konnten sich nur zwei Minuten am 1:0 erfreuen. Dann war der Japaner Osako mit seinem harten Schuss aus rund 18 Metern erfolgreich. In der dramatischen Schlussphase traf Modeste zum 2:1 für Köln - und nur wenig später verhinderte Timo Horn im FC-Gehäuse gegen Huntelaar das 2:2. Der eingewechselte Zoller machte dann den Kölner Erfolg und das Schalker Debakel perfekt.

RaBa Leipzig - Borussia M'gladbach 1:1 (1:0)

RB Leipzig hat den nächsten Überraschungscoup nur ganz knapp verpasst. Gegen die Borussia aus Mönchengladbach musste sich der Aufsteiger mit einem 1:1 (1:0) zufrieden geben, obwohl er lange Zeit geführt hatte. Vor 42.558 Zuschauern im Zentralstadion hatte Timo Werner Leipzig in der sechsten Minute in Führung gebracht. Fabian Johnson gelang in der 84. Minute aber noch der verdiente Ausgleich für die Gladbacher. Dennoch bleibt RB Leipzig der einzige Verein in der Bundesliga-Historie ohne Niederlage - nach allerdings auch erst vier Begegnungen.

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Leipzigs Dominik Kaiser, links, und Stefan Ilsanker bedrängen Gladbachs Christoph Kramer.

(Foto: dpa)

"Wir waren nah dran am Sieg, auch zeitlich", sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl. Einen Vorwurf wolle der RB-Coach seinem Team aber nicht machen. "Mit dem 1:1 gegen einen Champions-League-Teilnehmer können wir gut leben." Das sah auch Stefan Ilsanker so. "Wir haben lange geführt, der Champions-League-Vertreter hatte lange Zeit keine Lösungen gegen uns", sagte der Österreicher. "Am Ende haben sie es mit langen Bällen versucht und Gladbach hat so viel Qualität, dass sie dann immer ein Tor machen können." Die Gäste waren mit dem Punkt zufrieden. "Das frühe Gegentor hat uns nicht in die Karten gespielt", meinte André Hahn. "Aber wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können." Gladbachs Sportdirektor Max Eberl hatte bereits vor dem ersten Pflichtspiel beider Teams überhaupt gegeneinander gewarnt: "Leipzig ist ein Aufsteiger, der sofort oben angreifen kann. RB hat das Potenzial, wie Phoenix aus der Asche zu kommen." Den 19-minütigen Schweige-Protest seiner rund 5000 mitgereisten Fans gegen die fortschreitende Kommerzialisierung nannte er "legitim".

SV Werder Bremen - FSV Mainz 1:2 (1:0)

Der SV Werder hat nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit auch unter Interimstrainer Alexander Nouri die Pleitenserie fortgesetzt. Die Hanseaten verloren nach späten Gegentoren durch Yunus Malli und Joker Pablo de Blasis mit 1:2 (1:0) gegen den FSV Mainz 05. Damit kassierte Werder die fünfte Pflichtspielpleite in Serie und bleibt Tabellenletzter. Die Mainzer, die für ihre starke zweite Halbzeit belohnt wurden, liegen mit sieben Punkten im vorderen Tabellenmittelfeld. Drei Tage nach der Entlassung von Viktor Skripnik hatte Izet Hajrovic (12.) Werder vor 37.108 Zuschauern in Führung gebracht. Für den ersten Saisonsieg reichte es aber nicht. Die Schlussphase des Spiels sah Nouri nur noch von der Tribüne aus, nachdem er wegen Meckerns aus dem Innenraum verbannt worden war. "Wir haben 85 Minuten gut gestanden, wenig zugelassen. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da. Wenn man unten steht, kommt auch noch Pech dazu", sagte Bremens Florian Grillitsch. Der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder, im Vorjahr noch in Bremer Diensten, war dagegen glücklich: "Die Jungs wollten den Lucky Punch. Sie waren nicht mit dem 1:1 zufrieden. Es ist ein Ruck durchs Team gegangen."

Quelle: ntv.de, sgi/dpa