Fußball

Schalke patzt gegen Paderborn Klinsmanns Hertha stürzt in Abstiegskampf

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Jürgen Klinsmann und die Hertha erleben sportlich gerade keine guten Zeiten.

(Foto: imago images/Contrast)

Die Bundesliga-Leistungen der Hertha waren zuletzt eher schwach, immerhin stimmten noch die Ergebnisse. Das ändert sich an diesem 21. Spieltag - die Berliner sind zurück im Abstiegskampf. In dem kassiert Werder Bremen nach der Pokaleuphorie eine heftige Ernüchterung.

Hertha BSC - FSV Mainz 05 1:3 (0:1)

Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat im ersten Spiel nach den rassistischen Anfeindungen gegen Jordan Torunarigha einen Big Point im Abstiegskampf verpasst. Gegen den Mitkonkurrenten FSV Mainz 05 verlor das lange offensiv zu ungefährliche Team von Trainer Jürgen Klinsmann verdient mit 1:3 (0:1). Mit nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Ligaspielen müssen sich die Berliner im Rennen um den Ligaerhalt nach unten orientieren. Der überragende Robin Quaison erzielte alle Treffer für Mainz (17./82./90.+4, Foulelfmeter) und steht nun bei elf Saisontoren. Berlin, das Marius Wolf mit Gelb-Roter Karte (88.) verlor, kam durch ein Eigentor von Jeffrey Bruma (84.) zum Anschlusstreffer. Nach zuvor vier Niederlagen in Serie rückt die Mainzer Mannschaft (21 Zähler) bis auf zwei Punkte an die Hertha in der Tabelle heran.

Hertha - Mainz 1:3 (0:1)

Tore: 0:1 Quaison (17.), 0:2 Quaison (82.), 1:2 Boyata (84.), 1:3 Quaison (90.+4, Foulelfmeter)
Berlin:
Jarstein - Stark (46. Lukebakio), Boyata, Torunarigha - Ascacibar - Wolf, Grujic (46. Dilrosun), Arne Maier, Mittelstädt - Köpke (72. Ibisevic), Piatek; Trainer: Klinsmann.
Mainz: Zentner - St. Juste, Bruma, Niakhate - Barreiro, Latza (76. Malong) - Baku, Brosinski (66. Martin) - Öztunali - Szalai (81. Onisiwo), Quaison; Trainer: Beierlorzer.
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart) 
Zuschauer: 35.049

Für Torunarigha war die Partie nach dem Rassismus-Eklat vom Dienstag, als er ihm Pokal-Achtelfinale bei Schalke 04 (2:3 n.V.) unter anderem durch Affenlaute aus dem Zuschauerbereich verunglimpft wurde, eine besonders emotionale. Der dunkelhäutige Verteidiger stand erwartungsgemäß in der Startelf, nachdem ihm Klinsmann die Entscheidung über einen Einsatz überlassen hatte. Fans und Mannschaft nutzten vor dem Spiel den Rahmen für Solidaritätsbekundungen. Torunarighas Teamkollegen liefen mit schwarzen Farbstreifen auf der Wange auf, der 22-Jährige selbst trug eine weiße Markierung. Zudem hielten die Fans in der Ostkurve während der Vereinshymne dessen Rückennummer 25 und Banner in die Höhe.

Sportlich fanden beide Teams nur schwer zu ihrem Spiel, Hertha suchte nach Spielkontrolle und den Pass in die Tiefe - er kam nur zu selten an. Gerade als sich die Gastgeber ein Übergewicht herauszuspielen schienen, erwischte Quaison sie kalt. Nach einem Pass vom toll aufspielenden Levin Öztunali tanzte der Schwede Nationalspieler Niklas Stark mit Leichtigkeit aus und schob aus halblinker Position ein. Danach wirkte die defensiv nicht immer sattelfeste Hertha geschockt, denn auch im Spielaufbau lief wenig zusammen. Erst ein Distanzschuss von Arne Maier (30.) brachte etwas Gefahr, FSV-Torwart Robin Zentner parierte jedoch. Zehn Minuten vor der Pause hätten die Gäste sogar das zweite Tor nachlegen können. Danny Latza steckte an Stark vorbei auf Quaison durch, der frei vor Hertha-Keeper Rune Jarstein beim Abschluss den Ball nicht richtig traf und verzog. Nach der Halbzeitpause wurde Hertha aktiver, die Fans hatten sie vor der Pause mit einem Pfeifkonzert und "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Rufen angestachelt. Ernsthaft in Gefahr geriet der Mainzer Sieg aber nicht.

FC Schalke 04 - SC Paderborn 1:1 (0:0)

Nach dem kräfteraubenden Einzug ins Pokal-Viertelfinale hat Schalke 04 im Rennen um die Europacup-Plätze fest eingeplante Punkte liegen gelassen. Die Königsblauen kamen gegen den Letzten SC Paderborn nach schwacher Leistung nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Die mutigen Gäste, die über weite Strecken mehr vom Spiel hatten, verpassten einen durchaus möglichen Dreier. Der acht Minuten zuvor eingewechselte Ahmed Kutucu brachte die Gelsenkirchener mit seinem dritten Saisontor in Führung (63.). Klaus Gjasula glich neun Minuten vor Spielende für die Ostwestfalen aus.

Schalke - Paderborn 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Kutucu (63.), 1:1 Gjasula (81.)
Schalke
: Nübel - Becker (82. Boujellab), Kabak (37. Todibo), Nastasic, Oczipka - Mascarell - McKennie, Schöpf - Harit - Raman, Gregoritsch (56. Kutucu); Trainer: Wagner.
Paderborn: Zingerle - Jans, Strohdiek, Schonlau, Collins - Vasiliadis - Zolinski (70. Srbeny), Sabiri (11. Gjasula) - Pröger (90.+1 Jastrzembski), Mamba, Antwi-Adjei; Trainer: Baumgart.
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 61.614

Schon vor dem Anpfiff setzte Schalke nach dem Rassismus-Eklat im Pokal ein starkes Zeichen. Unter dem Motto "#stehtauf" warben die Königsblauen unter anderem mit einem Video für mehr Toleranz, Vielfalt und Integration. Neben mehreren Spielern und Mitarbeitern kamen auch Sportvorstand Jochen Schneider und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der im August 2019 selbst nach einer rassistischen Äußerung heftig in die Kritik geraten war und sein Amt daraufhin für drei Monate ruhen ließ, zu Wort. Die Eckfahnen trugen Regenbogenfarben, vor dem Anpfiff wurde die Rosa-Parks-Schule in Herten mit dem Ernst-Alexander-Preis ausgezeichnet - benannt nach einem jüdischen Schalker Spieler, der 1942 in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet worden war. Der Klub schloss damit eine Aktionswoche gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung ab, die schon lange vor den Vorfällen am vergangenen Dienstag geplant war.

Schalkes Trainer David Wagner musste improvisieren. Weil Jonjoe Kenny und Daniel Caligiuri verletzt ausfielen, gab der 22-Jährige Timo Becker, sonst vorwiegend in der U23 der Regionalliga unterwegs, sein Startelf-Debüt. Im Mittelfeld fehlte weiter Suat Serdar. Paderborn musste auf den gesperrten Gerrit Holtmann verzichten. Gegen die couragiert auftretenden, früh attackierenden Ostwestfalen, die zwei ihrer vorherigen drei Auswärtsspiele gewonnen hatten, taten sich die Königsblauen zunächst schwer. So spielte sich die erste halbe Stunde vor allem in der Schalker Hälfte ab. Viele Ballverluste verhinderten ein kontrolliertes Aufbauspiel. Der Plan, mit langen Bällen hinter die Paderborner Viererkette zu kommen, ging nicht auf. Es dauerte bis zur 35. Minute, ehe Weston McKennie mit einem Schuss aus elf Metern erstmals Gästetorhüter Leopold Zingerle Arbeit verschaffte. Die zweite Hälfte begann turbulent: Der Schalker Alessandro Schöpf kam im Strafraum zu Fall (46.), plötzlich war ein zweiter Ball im Spiel. Nach Rücksprache mit dem Videoassistenten gab Schiedsrichter Felix Brych keinen Elfmeter. Wenig später traf Benito Raman die Latte (56.). Kurz danach brach Kutucu zwar den Bann, doch Gjasula sicherte dem Aufsteiger nach der zehnten Ecke noch einen Punkt.

SV Werder Bremen - 1. FC Union Berlin 0:2 (0:0)

Auf den Pokalrausch folgte der Liga-Kater: Vier Tage nach dem 3:2-Triumph im Achtelfinale gegen Borussia Dortmund hat Werder Bremen der graue Alltag wieder. Gegen Union Berlin verloren die Hanseaten mit 0:2 (0:0), für die Gäste war es erst der zweite Auswärtssieg der laufenden Spielzeit. Beide Treffer erzielte Marius Bülter (52. und 72.). "Totgesagte leben länger, auf geht's Werder", forderten die Fans in der Ostkurve, doch die Platzherren fanden vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion nicht in die Partie. Der Neuling baute direkt hinter der Mittellinie zwei Sperrriegel auf, die die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt vor große Probleme stellten.

Werder - Union 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Bülter (52.), 0:2 Bülter (72.)
Bremen:
Pavlenka - Toprak, Vogt, Moisander - Maximilian Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Friedl - Osako, Selke, Rashica; Trainer: Kohfeldt.
Union: Gikiewicz - Florian Hübner, Schlotterbeck, Subotic - Trimmel, Gentner, Andrich, Lenz - Malli, Bülter - Andersson; Trainer: Fischer.
Schiedsrichter: Schlager (Hügelsheim) 
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)

Dabei konnten die Grün-Weißen, anders als befürchtet, von Beginn an Davie Selke zum Einsatz bringen. Nach überstandener Blessur am Hüftbeuger kam der Torjäger aber kaum zum Zuge und fiel zunächst nur durch eine Schwalbe auf, die ihm die fünfte Gelbe Karte und eine Sperre für die nächste Partie gegen seinen Ex-Klub RB Leipzig eintrug. Es dauerte bis zur 27. Minute, ehe das Union-Tor erstmals in Gefahr geriet. Nach einer Hereingabe von Leonardo Bittencourt schob Maximilian Eggestein den Ball aus acht Metern knapp am rechten Torpfosten vorbei. Erst nach dieser Szene wagte sich das Team von Berlins Coach Urs Fischer öfter in die Hälfte der Bremer. Bis zum Halbzeitpfiff aber blieb Werder-Torhüter Jiri Pavlenka nahezu beschäftigungslos. Das änderte sich fünf Minuten nach Wiederbeginn.

Bei einem Kopfball von Union-Torjäger Sebastian Andersson musste der Tscheche sein ganzes Können aufbieten, um den Ball zur Ecke abzuwehren. 120 Sekunden später war er gegen Bülter machtlos. Der Rückstand schockte die Gastgeber sichtlich, ihre Aktionen wurden fahriger und ungenauer. Dennoch wäre in der 61. Minute der Ausgleich möglich gewesen, aber Union-Keeper Rafal Gikiewicz war bei einem Distanzschuss von Bittencourt auf dem Posten. Berlin besaß jedoch auch in der Schlussphase immer noch die Kraft zu Nadelstichen in der Offensive. Die Gäste wirkten dabei einfallsreicher als die Grün-Weißen, denen es sichtlich an kreativen Ideen mangelte. Daran änderte auch die Einwechslung von Offensivkraft Fin Bartels gegen Verteidiger Ömer Toprak zunächst nichts. Im Gegenteil: Drei Minuten später fiel das zweite Gegentor.

SC Freiburg - TSG Hoffenheim 1:0 (1:0)

Der SC Freiburg hat sich aus seinem Tief befreit und den Europacup-Hoffnungen der TSG Hoffenheim einen Dämpfer verpasst. Die Breisgauer setzten sich mit 1:0 (1:0) im badischen Duell durch. Nationalstürmer Luca Waldschmidt traf per Foulelfmeter (40.). Damit feierte der SC den ersten Sieg nach zwei Niederlagen, die TSG ging nach zwei Dreiern wieder als Verlierer vom Platz. Den 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion wurde zu Beginn eine temporeiche Partie geboten. Beide Mannschaften gingen offensiv zu Werke, Waldschmidt vergab per Kopf die erste gute Gelegenheit (9.).

Freiburg - Hoffenheim 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Waldschmidt (40., Foulelfmeter)
Freiburg:
Schwolow - Schmid, Koch (28. Gulde), Heintz, Günter - Abrashi, Höfler - Kwon (83. Grifo), Höler - Petersen, Waldschmidt (72. Haberer); Trainer: Streich.
Hoffenheim: Pentke - Posch (60. Bebou), Bicakcic, Benjamin Hübner - Grillitsch - Kaderabek, Rudy (82. Bruun Larsen), Samassekou, Skov (88. Beier) - Dabbur, Baumgartner; Trainer: Schreuder.
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)

Im Anschluss übernahmen die Gäste, die ohne Stammtorwart Oliver Baumann, den kroatischen Vize-Weltmeister Andrej Kramaric, Sargis Adamjan, Ishak Belfodil und Dennis Geiger auskommen mussten, das Kommando. Trotz guter Ansätze konnte sich die TSG in den ersten 20 Minuten aber keine echte Torchance erarbeiten. Bei diesem Manko blieb es auch Mitte der ersten Hälfte - obwohl die Hoffenheimer drei Tage nach dem Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal bei Rekordmeister Bayern München (3:4) sehr gut im Spiel waren. Die Freiburger, bei denen Lukas Kübler fehlte, konnten in dieser Phase meist nur reagieren. Nach einer knappen halben Stunde musste SC-Abwehrchef Robin Koch, der in der vergangenen Woche kurz vor einem Wechsel zu RB Leipzig stand, vom Platz. Der Innenverteidiger war nach einem Zweikampf mit dem Hoffenheimer Diadie Samassekou mit dem Kopf an eine Werbebande geprallt und hatte dabei eine Platzwunde erlitten. Für Koch kam Manuel Gulde.

Kurz darauf konnte Angreifer Munas Dabbur die große Möglichkeit zur TSG-Führung nicht nutzen (33.). Vorausgegangen war ein grober Fehler des Freiburger Mittelfeldspielers Amir Abrashi. Dass die Gastgeber wenig später trafen, war zu diesem Zeitpunkt äußerst überraschend. Waldschmidt ließ TSG-Torwart Philipp Pentke vom Elfmeterpunkt keine Chance. Zuvor hatte der Hoffenheimer Abwehrspieler Stefan Posch den Freiburger Außenverteidiger Christian Günter gefoult. Abrashi hätte kurz darauf fast erhöht (42.). Zu Beginn des zweiten Durchgangs sorgte erst Abrashi für Gefahr (47.), dann hätte Posch seinen Fehler vor der Freiburger Führung fast wieder gut gemacht. Der Österreicher brachte den Ball per Kopf aber nicht im Tor unter (52.). Nach einer Stunde erhöhte TSG-Trainer Alfred Schreuder das Risiko und brachte in Ihlas Bebou für Posch einen dritten Stürmer. Es war allerdings Waldschmidt, der das zweite Tor auf dem Fuß hatte (64.). Zwei Minuten später wurde Bebou per Kopf gefährlich, dann traf Hoffenheims Stürmer Christoph Baumgartner den Pfosten (68.). Der Ausgleich lag in der Luft.

VfL Wolfsburg - Fortuna Düsseldorf 1:1 (0:1)

Abstiegskandidat Fortuna Düsseldorf hat auch gegen zehn Wölfe einen wichtigen Befreiungsschlag verpasst, bleibt unter dem neuen Trainer Uwe Rösler aber immerhin ungeschlagen. Die Rheinländer erkämpften sich beim VfL Wolfsburg ein 1:1 (1:0), Matthias Zimmermann (13.) sicherte seinem Team mit seinem Treffer einen weiteren wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Für die zu Hause abermals wenig überzeugenden Wölfe traf Renato Steffen (50.) in Unterzahl zum insgesamt gerechten Unentschieden. Neuzugang Marin Pongracic (48.) sah von Schiedsrichter Tobias Stieler nach Videobeweis die Rote Karte. Vier Tage nach dem Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals präsentierte sich Düsseldorf lange Zeit nicht wie ein Anwärter auf die 2. Liga. Doch am Ende fehlte dem Team ein bisschen die Abgezocktheit, um den Sieg gegen die individuell besseren Wolfsburger perfekt zu machen.

Wolfsburg - Düsseldorf 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Matthias Zimmermann (13.), 1:1 Steffen (50.)
Wolfsburg:
Casteels - William (27. Mbabu), Knoche, Pongracic, Roussillon - Guilavogui - Schlager, Arnold - Steffen (74. Joao Victor), Ginczek (46. Weghorst), Mehmedi; Trainer: Glasner.
Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan (40. Jörgensen), Andre Hoffmann, Suttner - Stöger - Matthias Zimmermann, Thommy (74. Pledl) -  Morales, Berisha - Hennings, Tekpetey (61. Ampomah); Trainer: Rösler.
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)
Zuschauer: 23.445

Für die ambitionierten Niedersachsen ist der Punkt eigentlich zu wenig, als Tabellenzehnter dümpelt die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner im Niemandsland der Liga umher. Bei den Fans wächst deswegen der Unmut. "Wir wollen Euch kämpfen sehen", sangen sie immer wieder. "Wir haben eine ordentliche Woche hinter uns. Und ich bin mir sicher, dass wir genug Saft haben, um das Spiel in Wolfsburg genauso anzugehen, wie die letzten beiden - nämlich mit dem gleichen Elan und dem gleichen Willen, den Gegner unter Druck zu setzen", hatte Rösler vor der Partie gesagt. Und sein Team trat dann vor 23.445 Zuschauern tatsächlich sehr lange ziemlich selbstbewusst auf und spielte nicht wie ein Abstiegskandidat.

Folgerichtig brachte Zimmermann die Gäste nach einer schönen Kombination in Führung. Bei Wolfsburg machte sich lange immer wieder das Fehlen von Düsseldorf-Schreck Wout Weghorst als Anspielstation in der Spitze bemerkbar. Der Niederländer, der in der Bundesliga gegen kein anderes Team so oft wie gegen die Fortuna (fünfmal) traf, kam wegen der Nachwehen einer Oberschenkelzerrung erst zur zweiten Hälfte für den enttäuschenden Daniel Ginczek von der Bank. Die Hausherren blieben beim Herausspielen von Chancen wieder einmal unkreativ. Und während Düsseldorf auch nach dem Zimmermann-Treffer nicht aufhörte Fußball zu spielen, blieb der Werksklub bis kurz vor der Pause ohne echte Möglichkeit. Den unplatzierten Schuss von Xaver Schlager (43.) hielt Florian Kastenmeier dann aber ohne Probleme. Nach dem Wiederanpfiff wurde es hektisch. Erst wurde Pongracic wegen eines Ellenbogenschlags des Feldes verwiesen, dann glich Wolfsburg nur Sekunden später in Unterzahl aus. Steffen köpfte dabei nach einer Flanke aus kurzer Distanz ein. Auch mit einem Mann weniger auf dem Platz versuchte Wolfsburg danach weiter Druck aufzubauen, das Team suchte mit Drang den Weg nach vorne. Düsseldorf hatte damit zu kämpfen, weiterhin sicher in der Defensive zu stehen und probierte über Konter Nadelstiche zu setzen.

Apropos: Die Fußball-Bundesliga hat Borussia Dortmund in den vergangenen Wochen beeindruckend aufgemischt. Vor allem dank Erling Haaland. Der sitzt bei der Pokal-Pleite in Bremen zunächst nur auf Bank. Dem Trainer bringt das Kritik ein. Es droht ein Krisen-Déjà-vu. Unseren Bericht gibt's hier!

Quelle: ntv.de, tno/sid