Fußball

Leverkusen patzt im Titelkampf Köln geht bei Freiburgs Rekord böse unter

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Freiburger Jubel und Kölner Ratlosigkeit.

(Foto: dpa)

Fünfmal nacheinander: So oft hat der SC Freiburg in der Bundesliga noch nie gewonnen, der Sieg gegen den 1. FC Köln ist eine Demonstration. Auch deren rheinischer Rivale aus Leverkusen ist weit von der Bestform entfernt und ist gegen Bremen auf den Videobeweis angewiesen.

SC Freiburg - 1. FC Köln 5:0 (2:0)

Die neuen Rekordhalter des SC Freiburg haben den 1. FC Köln ganz tief in den Tabellenkeller geschossen. Die Breisgauer siegten am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga 5:0 (2:0) gegen die erschreckend schwachen Rheinländer. Damit holte der SC erstmals in seiner Klubgeschichte fünf Siege in Folge und gewann erst zum dritten Mal überhaupt derart deutlich. Ermedin Demirovic (18.), Nicolas Höfler (39.), Roland Sallai (59.), Philipp Lienhart (69.) sowie Lucas Höler (79.) trafen für die Freiburger, die seit sieben Partien ungeschlagen sind.

SC Freiburg - 1. FC Köln 5:0 (2:0)

Freiburg: Florian Müller - Lienhart, Schlotterbeck, Gulde (80. Heintz) - Kübler (75. Tempelmann), Santamaria, Höfler, Günter - Sallai (66. Höler), Demirovic (75. Petersen), Grifo (75. Jeong). - Trainer: Streich
Köln: Timo Horn - Schmitz, Mere (57. Jannes Horn), Bornauw, Hector - Salih Özcan (46. Rexhbecaj), Skhiri - Wolf, Duda (46. Thielmann), Jakobs (82. Czichos) - Modeste (70. Arokodare). - Trainer: Gisdol
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Tore: 1:0 Demirovic (18.), 2:0 Höfler (39.), 3:0 Sallai (59.), 4:0 Lienhart (69.), 5:0 Höler (79.)
Zuschauer: keine

Die Kölner kassierten dagegen nach fünf Auswärtsspielen ohne Niederlage wieder eine Pleite. Beim Geisterspiel in Freiburg stand FC-Angreifer Anthony Modeste zum ersten Mal in der laufenden Saison in der Startelf. Die Kölner konzentrierten sich aber zunächst auf die Defensive. Das führte dazu, dass es in der ersten Viertelstunde vor keinem der beiden Tore richtig gefährlich wurde. Das änderte sich nach einem starken Pass des Ungarn Sallai auf Demirovic. Beim zweiten Saisontor des Bosniers machte FC-Torwart Timo Horn keine gute Figur. Das Gegentor brachte die Kölner aus dem Konzept, die Abwehr offenbarte Schwächen. Das zweite Tor der Freiburger lag in der Luft, Baptiste Santamaria hatte die beste Gelegenheit in dieser Phase (28.).

Erst nach rund einer halben Stunde fingen sich die Gäste wieder, der agile Marius Wolf sorgte zum ersten Mal für Gefahr im Freiburger Strafraum (32.). Den Treffer erzielte allerdings Höfler für den SC nach einem haarsträubenden Fehler von Salih Özcan, für den er zur Pause ausgewechselt wurde.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drängte der Sport-Club auf die Vorentscheidung. Von Köln kam weiter nicht viel, alles deutete auf einen ungefährdeten Freiburger Sieg hin. Nur bei einem Distanzschuss von Wolf musste SC-Torwart Florian Müller eingreifen (56.). Kurz darauf legte Demirovic für Sallai auf, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte. Auch Lienhart wurde es bei seinem Kopfballtor nach einer Ecke nicht schwer gemacht.

1. FC Union Berlin - VfL Wolfsburg 2:2 (1:1)

Union Berlin hat eine weitere Überraschung verspielt. Die Köpenicker kamen gegen den VfL Wolfsburg trotz langer Überzahl nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Die nun in der Liga seit fünf Spielen ungeschlagenen Berliner sind dennoch im oberen Tabellendrittel etabliert und liegen weiter vor den punktgleichen Wolfsburgern. Renato Steffen (10.) und Wout Weghorst (65., Handelfmeter nach Videobeweis) trafen für Wolfsburg, das nach einer Roten Karte für Maximilian Arnold (Notbremse, 50.) fast eine Halbzeit in Unterzahl spielte. Sheraldo Becker (29.) und Robert Andrich (52.) waren für Berlin erfolgreich.

1. FC Union Berlin - VfL Wolfsburg 2:2 (1:1)

Union: Luthe - Friedrich, Knoche, Florian Hübner - Trimmel, Andrich, Lenz - Griesbeck (86. Ryerson), Ingvartsen (86. Gogia) - Becker (77. Bülter), Awoniyi (77. Teuchert). - Trainer: Fischer
Wolfsburg: Casteels - Baku (90.+4 William), Brooks, Pongracic (46. Guilavogui), Paulo Otavio - Schlager, Arnold - Brekalo (66. Mbabu), Gerhardt, Steffen - Weghorst. - Trainer: Glasner
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)
Tore: 0:1 Steffen (10.), 1:1 Becker (29.), 2:1 Andrich (52.), 2:2 Weghorst (65. Handelfmeter)
Zuschauer: keine
Rote Karte: Arnold nach einer Notbremse (50.)
Gelbe Karten: Ingvartsen (3), Florian Hübner (2), Knoche (2) - Weghorst (2)

In einer offensiv geführten Begegnung hätte Union früh in Führung gehen müssen. Becker umkurvte nach einem Konter VfL-Torhüter Koen Casteels, schob den Ball dann aber aus rund 16 Metern am leeren Tor vorbei (2.). Diese Nachlässigkeit sollte sich rächen. Wolfsburg ließ sich von der Schrecksekunde nicht aus dem Konzept bringen und übernahm die Spielkontrolle. Dabei nutzten die Gäste die Anfälligkeit der Berliner auf den Außen, vor allem über die linke Seite kreierte der VfL Chancen. Torjäger Wout Weghorst scheiterte nach einer Hereingabe zunächst an Unions Schlussmann Andreas Luthe (9.). Die anschließende Ecke köpfte der nur 1,70 Meter große Steffen unbedrängt zur Führung.

Auch in der Folge suchte Wolfsburg den Weg nach vorne, Union hatte Mühe, den Spielaufbau der Wölfe zu unterbinden. Fischer stauchte sein Team an der Seitenlinie lautstark zusammen. Union reagierte und legte die Zurückhaltung ab. Die Berliner wurden in präsenter in den Zweikämpfen, offensiv ragte Becker heraus, der den anfänglichen Fauxpas mit starken Läufen auf dem Flügel und dem Ausgleich wettmachte. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem beide Mannschaften vor der Pause hätten erhöhen können.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung turbulent. Nach Arnolds Notbremse entschied Schiedsrichter Patrick Ittrich zunächst auf Elfmeter, verlegte das Foul nach einem Hinweis des Video-Referees aber außerhalb des Strafraums. Für Andrich war das kein Problem - der Mittelfeldspieler traf sehenswert per Freistoß. Es blieb nicht der einzige Einsatz von Video-Assistent Tobias Welz: Ein Handspiel von Unions Marcus Ingvartsen wurde erst nach Überprüfung der Bilder belegt, Weghorst verwandelte den fälligen Elfmeter.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 0:2 (0:1)

Neuer Trainer, altes Leid: Auch unter Bo Svensson taumelt der FSV Mainz 05 immer stärker dem Abstieg entgegen. Bei seinem Debüt als Cheftrainer der Rheinhessen musste der Däne ein 0:2 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt hinnehmen. Durch den Sieg von Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim stürzte Mainz sogar auf den letzten Platz ab. Mit weiter nur sechs mickrigen Punkten auf dem Konto wird die Mission Klassenerhalt immer schwieriger. Durch die Treffer von Andre Silva (24./72., beide Foulelfmeter) beendete die Eintracht hingegen eine schwarze Serie und feierte im 13. Gastspiel den ersten Bundesligasieg überhaupt in Mainz. Gleichzeitig jubelten die Frankfurter über den dritten Dreier in Serie und nehmen mit nun 23 Punkten die Europacupplätze immer mehr ins Visier.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 0:2 (0:1)

Mainz: Zentner - Brosinski, St. Juste, Alexander Hack, Niakhate - Latza, Barreiro - Stöger (73. Onisiwo), Quaison (77. Öztunali), Boetius (77. Mateta) - Burkardt (85. Szalai). - Trainer: Svensson
Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, Ndicka - Durm (87. Ilsanker), Sow (87. Toure), Hasebe (77. Rode), Kostic - Kamada (80. Barkok), Younes (80. Zuber) - Silva. - Trainer: Hütter
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Tore: 0:1 Silva (24. Foulelfmeter), 0:2 Silva (72. Foulelfmeter)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Niakhate (6), Quaison - Hasebe (4)

Der frühere Publikumsliebling Svensson hatte von seiner Mannschaft eine Rückkehr zu den "Mainzer Tugenden" Leidenschaft und Zusammenhalt gefordert - Mainz attackierte die Eintracht früh und investierte viel, in der Offensive waren die Bemühungen der Gastgeber aber oft zu überhastet und ungenau. Frankfurt gelang es immer wieder, das Mainzer Pressing mit schnellen Kombinationen zu überspielen. Nach einem Steilpass von Amin Younes zog Moussa Niakhate SGE-Stürmer Silva im Strafraum am Trikot, der ging zu Boden und verwandelte den fälligen Strafstoß zur Führung.

Nach dem 1:0 gewann Frankfurt immer mehr Kontrolle, Mainz lief oft nur noch hinterher. Gefährlich wurde es vor beiden Toren jedoch kaum, das änderte sich aber direkt nach dem Seitenwechsel, die Eintracht kam bissig aus der Kabine. Erst strich ein Distanzschuss von Erik Durm knapp über die Latte, wenige Augenblicke später köpfte Silva aus kurzer Distanz zu hoch (beide 48.).

Und auch Mainz wachte auf und tauchte sogar auf einmal brandgefährlich vor Frankfurt-Keeper Kevin Trapp auf. Erst verfehlte Jonathan Burkardt (54.) das Tor aus spitzem Winkel, zwei Minuten später köpfte er an den Pfosten, und auch eine dritte Großchance (64.) vergab der 20-Jährige gegen den herausstürmenden Trapp. Die Partie wurde immer hitziger, nach einem Foul von Niakhate an Martin Hinteregger gab Schiedsrichter Bastian Dankert erneut Elfmeter für die Eintracht. Und auch diesmal blieb Silva eiskalt.

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 1:1 (0:0)

Bayer Leverkusens ist im Titelkampf erneut gestrauchelt und hat wichtige Punkte liegen gelassen. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge kam die Mannschaft von Trainer Peter Bosz in einem schwachen Spiel gegen Werder Bremen nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Dadurch verpasste die Werkself den vorübergehenden Sprung auf Platz zwei.

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 1:1 (0:0)

Leverkusen: Hradecky - Dragovic, Tah, Tapsoba, Sinkgraven (61. Lars Bender) - Baumgartlinger - Demirbay, Amiri - Bailey, Schick, Diaby (61. Alario). - Trainer: Bosz
Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - Gebre Selassie, Mbom, Augustinsson - Maximilian Eggestein, Möhwald (81. Schmid) - Sargent (81. Füllkrug), Chong (60. Selke). - Trainer: Kohfeldt
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach)
Tore: 0:1 Toprak (52.), 1:1 Schick (70.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Schick, Demirbay (2) - Augustinsson (4), Mbom (6)

Ausgerechnet der Ex-Leverkusener Ömer Toprak (52.) erzielte die Führung für die Gäste. Patrik Schick (70.) glich für Bayer aus. Das Tor wurde erst nach längerem Videostudium gegeben. Für Werder bleibt die sportliche Lage trotz des unerwarteten Punktgewinns angespannt.

Leverkusen präsentierte sich zunächst zielstrebiger. Moussa Diaby tankte sich auf der linken Seite durch und schoss neben das Tor. Generell war Diaby in der Anfangsphase immer wieder Anspielstation und Verteiler. Nach einer schönen Flanke des Franzosen bekam Leon Bailey bei seiner Direktabnahme aus kurzer Distanz keinen Druck auf den Ball.

Bremen stand tief und dicht gestaffelt. Die Werkself hatte viel Ballbesitz, es fehlten jedoch die Ideen und die Durchschlagskraft. Chancen wurden in der Folge kaum herausgespielt, das Niveau sank minütlich. Nadiem Amiri probierte es aus der Distanz (26.). Auf der Gegenseite rutschte Joshua Sargent nach einem Freistoß am Ball vorbei (27.). Nach der Pause schlug Werder dann eiskalt zu. Nach einem scharfen Freistoß von Ludwig Augustinsson traf der eingelaufene Toprak unbedrängt.

Bayer drängte davon angestachelt auf den Ausgleich. Demirbays Freistoß (56.) war zunächst die beste Chance dazu. Dann wurde es hektisch: Schiedsrichter Benjamin Cortus erkannte Schicks Treffer wegen eines vermeintlichen Handspiels von Vorbereiter Lucas Alario nicht an. Nach zweiminütigem Videobeweis nahm er die Entscheidung zurück. Alario war erst in der 61. Minute für Diaby eingewechselt worden.

Quelle: ntv.de, tsi/sid