Fußball

Barça-Trainer Xavi sprachlos Robert Lewandowski schreibt schon wieder Geschichte

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Robert Lewandowski jubelt jetzt eben für Barcelona, sonst ändert sich nichts.

(Foto: picture alliance / AA)

Robert Lewandowskis Wechsel zum FC Barcelona ist so vorhersehbar wie langwierig. In seiner neuen Heimat schaut der ehemalige Star des FC Bayern München nicht zurück. Sein Trainer ist sprachlos, sein alter Verein besorgt: Am kommenden Dienstag ist er wieder da - mit Barcelona.

Der Fußball ist ein seltsames Geschäft. Die heute noch strahlenden Helden straucheln morgen schon und machen sich auf die Suche nach einer neuen Beschäftigung. Große Spieler verpassen ihren Abgang und sitzen nach langen Jahren an der Weltspitze auf der Bank. Sie werden ausgestoßen und zu einem Problemfall, über dessen bloße Erwähnung bei ganz anderen Klubs die einst strahlenden Helden stürzen.

Doch es gibt Konstanten. Die hören zum Beispiel auf den Namen Pep Guardiola, der seit über einem Jahrzehnt mit sehr viel Geld bei erst Barcelona, dann Bayern München und jetzt Manchester City an einem neuen Fußball arbeitet und auf dem Weg dahin so etwas wie die totale Dominanz gefunden hat. Allein der Gewinn der Champions League geht ihm seit seiner Zeit in Katalonien nicht mehr so einfach von der Hand. Die Geschichte des Scheiterns will er nun mit Erling Haaland beenden.

Der ehemalige BVB-Stürmer ist nicht zu stoppen. Er trifft und trifft und trifft, hat beinahe mehr Tore als Ballkontakte. Er ist neben dem PSG-Star Kylian Mbappé die Zukunft des Spiels. Eine Zukunft, die Cristiano Ronaldo, dessen Erwähnung an der Stamford Bridge mitverantwortlich für den Abgang von Thomas Tuchel war, bereits hinter sich hat. Mbappé und Haaland sind noch näher an der 20 als an der 30. Sie haben viel Zeit, sie werden das Spiel bis in die 2030er-Jahre dominieren. Andere Stars haben diese Zeit nicht. Sie müssen jetzt liefern. Denn 2030 werden sie sich längst zur Ruhe gesetzt haben, vorher arbeiten sie an neuen Rekorden. Sie können auf viele erfolgreiche Jahre schauen und sind bereit für die finalen Höhepunkte. Danach müssen sie den Absprung schaffen.

Der beste Transfer des Sommers

Im ewigen Kreislauf der Geschichten vom Aufstieg und Fall, die mit der atemlosen Dringlichkeit der Erzählungen dafür sorgen, dass der Sport nie in Vergessenheit gerät, bildet Robert Lewandowski momentan eine der eindrücklichsten Konstanten. Der beste Bundesliga-Stürmer der Moderne trifft immer. Auch wenn er überhaupt nicht mehr in der Bundesliga spielt. Er war im Sommer bekanntlich unter reichlich medialem Getöse vom FC Bayern München für 45 Millionen Euro zum FC Barcelona gewechselt.

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In dem Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé hat Lewandowski seinen neuen Thomas Müller gefunden. Dembélé bereitete den zweiten Lewandowski-Treffer traumhaft vor.

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Ein - zumindest kurzfristig - gutes Geschäft für alle Seiten. Der FC Bayern München konnte seinen Kader neu und mehr entlang der Vorstellungen des Trainers Julian Nagelsmann ausrichten und Robert Lewandowski bekam seinen Traumwechsel nach Spanien, wenngleich es über seinen Traumverein gegensätzliche Darstellung gab. Einst sprach er von Real Madrid, jetzt redete er über den FC Barcelona, der, als dritter Teilnehmer des Geschäfts, ebenfalls vom mittlerweile 34-Jährigen profitiert.

In nur fünf Pflichtspielen hat Lewandowski nun bereits acht Treffer erzielt, drei davon beim 5:1 des FC Barcelona über Viktoria Pilsen in der Champions League. Jedes Tor ein klassischer Lewandowski. Routiniert und messerscharf aus der Distanz, kühl und mit perfekter Positionierung im Strafraum. Sein Dreierpack gegen den tschechischen Vertreter katapultierte ihn zurück in die Top 3 der ewigen Torjäger in der Königsklasse. Mit nun 89 Toren liegt er vor Real Madrids Karim Benzema und nur hinter Ronaldo, den wir wohl nie wieder unter den Besten sehen werden, und Lionel Messi.

Xavi ist sprachlos ...

"Mir fällt bald kein Lob mehr für ihn ein", sagte Barcelonas Trainer Xavi Hernandez nach dem Spiel. "Er hat einen Dreierpack abgeliefert, aber es ist ja nicht nur das. Wie er spielt und dadurch die Mannschaft spielen lässt, den Mitspieler findet, den Raum lesen kann, sein Pressing. Ich bin einfach begeistert von ihm. Er ist ein fantastischer Neuzugang. Es gibt uns im Angriff so viele Möglichkeiten. Er ist ein Anführer, ein Gewinner, einfach ein unglaublich fantastischer Neuzugang."

Ein fantastischer Neuzugang, der im Vorbeigehen ständig neue Rekorde aufstellt. Auch am Mittwoch ist es wieder passiert. Mit seinen Treffern gegen Pilsen machte Lewandowski sich zum ersten Spieler in der Königsklasse, dem für drei verschiedene Vereine jeweils mindestens ein Dreierpack gelungen ist. Zuvor war ihm das bereits für Borussia Dortmund und den FC Bayern gelungen.

... Bayern voller Respekt

Auf die treffen Barcelona und der von Xavi als "spektakuläre" Nummer neun geadelte Lewandowski in der kommenden Woche, ziemlich genau zwei Monate nach seinem Wechsel. An der Säbener Straße hätten sie darauf wohl gerne verzichtet, nicht weil sie ihren ehemaligen Starspieler nicht wiedersehen wollen, sondern weil er ihnen vor dem Spiel in der Allianz-Arena am kommenden Dienstag doch ein wenig Angst bereitet.

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Das legen zumindest die Aussagen der Münchener nahe. "Robert Lewandowski ist ein Weltklassestürmer, gar keine Frage. Wir freuen uns auch alle, ihn wiederzusehen. Aber das mit den Toren kann er sich in dem Spiel sparen", sagte Mittelfeldspieler Leon Goretzka und Trainer Nagelsmann kommentierte voller Ehrfurcht: "Ich freue mich auf Robert - nicht als Gegner, weil er sehr gut ist, aber als Mensch."

Der Fußball ist ein seltsames Geschäft. Die heute noch strahlenden Helden eines Vereins sind schon morgen die größten Gegner. Sie haben sich auf die Suche nach einer neuen Beschäftigung gemacht und erzählen eine Geschichte vom Aufstieg. Bis sie dann fallen. Robert Lewandowski aber steht gerade noch ganz oben. "Keine Ahnung, ob er die beste Nummer neun der Welt ist, aber er ist die beste Nummer neun für uns. Wenn er nicht die beste Nummer neun ist, dann ist er da ganz oben mit Karim Benzema und Erling Haaland", sagte Xavi. "Aber ohne jetzt Vergleiche zu ziehen, Robert ist spektakulär und es ist eine absolute Ehre, ihn bei uns in der Mannschaft zu haben."

Quelle: ntv.de

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