Fußball

Umfrage am Tag danach Mehrheit findet Özils Rücktritt richtig

fc23ff978254afbdd2df7e2ba0453a4a.jpg

Mesut Özil absolvierte 92 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft.

(Foto: dpa)

Ganz Deutschland diskutiert über Mesut Özil. Eine große Mehrheit der Bundesbürger nahm seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft laut einer Umfrage wahr. Zwei Drittel der Befragten finden ihn richtig. Weniger eindeutig wird die Rolle des DFB eingeschätzt.

Der Rücktritt von Mesut Özil beschäftigt viele Menschen in Deutschland. Das ergibt eine Umfrage von Forsa im Auftrag von "RTL Aktuell". Demnach nahmen 86 Prozent der Bundesbürger die Stellungnahme des Fußballers am Sonntag sowie seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft wahr. Bei den Fußball-Interessierten waren es sogar 92 Prozent.

Knapp zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) finden es dabei richtig, dass Özil aus der DFB-Elf zurückgetreten ist. Bei den Fußball-Interessierten waren 75 Prozent der Befragten dieser Meinung.

21 Prozent der Bundesbürger halten den Rücktritt des Spielers vom FC Arsenal für einen Rückschlag für die Integrationsbemühungen Deutschlands. Außerdem finden es zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) nicht in Ordnung, dass Özil seine Statements auf Englisch verfasste.

Am Sonntag hatte Özil in insgesamt drei Statements, die er über soziale Medien verbreitete, seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Zudem erhob er schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund, dessen Präsidenten Reinhard Grindel, aber auch gegen Sponsoren und Medien. Er verteidigte außerdem das umstrittene Foto, das er vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gemacht hatte. Dieses hatte ihm viel Kritik eingebracht. Özil hatte sich wochenlang nicht dazu geäußert.

Sollte Grindel zurücktreten?

So sind nun 84 Prozent der Befragten der Meinung, Özil hätte sich bereits früher zu seinem Auftritt mit Erdogan äußern müssen. 31 Prozent glauben ihm, dass es ihm bei den Fotos mit Erdogan nicht um Politik und Wahlen ging.

In der Umfrage wurde auch nach den Vorwürfen gefragt, die Özil in seinen Twitter- und Facebook-Einträgen machte. Lediglich 19 Prozent der Bürger teilen dabei Özils Rassismusvorwürfe gegenüber den Medien, 70 Prozent teilen sie nicht. Bezüglich der Medienkritik des Fußballprofis sind die Deutschen gespalten: 43 Prozent geben ihm grundsätzlich recht, für 49 Prozent ist seine Kritik unberechtigt.

Auch zum Rückhalt seitens des Deutschen Fußball-Bundes ergibt sich kein eindeutiges Bild. 39 Prozent der Befragten sind der Meinung, der DFB hätte seinen langjährigen Spieler stärker unterstützen und schützen müssen, dagegen stehen 38 Prozent. 39 Prozent der Befragten sprechen sich wiederum für einen Rücktritt von DFB-Präsident Grindel aus, ein Drittel ist dagegen. Bei den Fußball-Interessierten unterstützen sogar 50 Prozent einen Abgang des DFB-Chefs, 35 Prozent sind dagegen.

Die Daten wurden am Montag, 23. Juli, erhoben. 1002 Menschen wurden befragt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt +/- 3 Prozentpunkte.

Quelle: n-tv.de, mli

Mehr zum Thema