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Neues MacBook Pro Star des WWDC Apple zeigt Retina-Notebook

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Das MacBook Pro mit 15,4 Zoll großem Retina-Display.

Apple zündet bei der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco kein Produktfeuerwerk, zeigt aber einige interessante Neuheiten. Neben den Betriebssystemen iOS 6 und OSX Mountain Lion präsentiert das Unternehmen eine aktualisierte Notebook-Armada. Besonders beeindruckend ist das neue MacBook Pro mit Retina-Display.

Auf das kommende iPhone und den vor allem von Analysten herbeigesehnten Fernseher musste das Publikum im Moscone Center in San Francisco wie erwartet verzichten. Zu sehen gab es bei Apples Entwicklerkonferenz WWDC aber genug.

Zu Beginn stellten CEO Tim Cook und Marketing-Chef Phil Schiller runderneuerte MacBook Airs vor. Die ultraflachen Notebooks haben ab sofort Intels Doppelkernprozessoren Core i5 oder Core i7 der dritten Generation (Ivy Bridge), die mit bis zu 2 Gigahertz getaktet sind. Der Arbeitsspeicher (RAM) ist ab Werk vier Gigabyte, der SSD-Flashspeicher 128 oder 256 Gigabyte groß. Auf Wunsch liefert Apple das MacBook Air mit einem 512 Gigabyte großen SSD aus.

Die Geräte mit 11 oder 13 Zoll großem Bildschirm haben neben einem USB-2.0- auch einen USB-3.0-Anschluss, die Frontkamera erreicht jetzt eine Auflösung von 720p. An den Preisen hat Apple nichts verändert. Die MacBook-Air-Modelle kosten weiter zwischen 999 Euro und 1499 Dollar.

Edel, stark und teuer: das neue MacBook Pro

Die spektakulärste Neuvorstellung ist das neue MacBook Pro mit 15,4 Zoll großem Retina-Display (2880 x 1800 Pixel/ 220 ppi). Die wichtigsten Apps hat Apple bereits an die neue Auflösung angepasst, auch einige Dritthersteller wie Adobe (Photoshop) bieten bereits Retina-Apps an.

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Apple macht jetzt auch in eigenen Karten.

Neben dem ultrascharfen Flaggschiff hat Apple auch ein 13 Zoll großes MacBook Pro mit 1280 x 800 Pixeln vorgestellt. Das Retina-Gerät hat Vier-Kern-Core-i7-Prozessoren, die bis zu 2,6 Megahertz schnell sind. Die kleineren MacBook Pros haben Zwei-Kern-CPUs.

Wie das MacBook Air liefert Apple das kleine MacBook Pro mit vier Gigabyte RAM aus, die Grafikeinheit soll laut Apple bis zu 60 Prozent schneller als die Vorgängerin sein und. Das Flaggschiff läuft mit bis zu 16 Gigabyte RAM und 768 Gigabyte SSD vom Stapel.

Neben Thunderbolt, USB 2.0 und USB 3.0 hat das nur 1,8 Zentimeter dicke und rund zwei Kilogramm leichte 15-Zoll-Notebook auch einen HDMI-Anschluss und einen SD-Karten-Einschub. Der Megsafe-Adapter ist dünner als bisher, der Akku soll beim neuen MacBook Pro im Betrieb bis zu sieben Stunden durchhalten. Neu ist bei den neuen MacBook-Pro-Rechnern auch ein Multi-Touch-Trackpad. Das Retina-MacBook-Pro kostet mindestens 2199 Dollar, das 13-Zoll-Gerät ab 1199 Dollar.

Siri kommt aufs iPad

Zum Schluss stellte Apple noch das bereits bekannte OSX Mountain Lion für Notebooks und Desktoprechner und iOS 6 für iPhone, iPad und iPod touch vor. In iOS 6 setzt Apple noch stärker als bisher auf Siri und bügelt mehrere oft kritisierte Mankos aus. So kann man mit Hilfe von Siri jetzt per Stimmbefehl auch Apps starten. Auch Facebook hört aufs Wort. Die Integration im Auto wird verbessert mit Modellen unter anderem von BMW, Mercedes und Audi. Sprachen wie Spanisch und verschiedene Chinesisch-Varianten erweitern den Nutzer-Kreis. Und der "persönliche Assistent" kommt nun auch auf das iPad.

Den Videotelefonie-Dienst Facetime wird man erstmals auch im Mobilfunk-Netz nutzen können - bisher war die Funktion auf WLAN-Netze beschränkt. Und Apple übt schon mal für seine Version eines digitalen Portemonnaies im Handy: Die App Passbook bündelt an einem Ort Boarding-Karten, Kino-Tickets oder Treue-Karten. Der Clou ist dabei die Integration: Wenn etwa die Kinovorstellung ansteht, kommt eine Termin-Erinnerung. Ein Wisch, und das Ticket mit QR-Code erscheint. Die Bord-Karte kann zeigen, wenn sich das Abflug-Gate ändert.

Auch die neuen, Apple-Karten, die Google Maps ersetzen, sollen besser mit anderen Diensten verknüpft sein: Stau-Anzeige, Navigations-Anweisungen, Integration mit Siri. Google stellte die Karten für die mobilen Apple-Geräte seit dem Start des iPhone 2007. Die Unternehmen sind aber zunehmend von Partnern zu erbitterten Rivalen geworden, seit Google auf das mobile Betriebssystem Android setzt.

Wie erwartet wurden Details zum nächsten Mac-Betriebssystem OS X Moutain Lion vorgestellt. Mit der neuen Software sollen mehr populäre Elemente von iOS den Weg auf die Macs finden, etwa beim Umgang mit Erinnerungen, Notizen, Mitteilungen. Außerdem wird Apples Online-Speicherdienst iCloud stärker eingebunden, die Macs bekommen eine eingebaute Diktier-Funktion. Die neue Funktion "Power Nap" hält die Macs auch im Standby-Zustand auf dem Laufenden. Mountain Lion (Berglöwe) kommt im kommenden Monat auf den Markt.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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