Technik

Arbeitet Apple am "nächsten großen Ding"? Die iWatch kommt erst 2014

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Ist die iWatch ein biegsames Smartphone?

(Foto: USPAP/n-tv.de)

Erst viele Monate nach Samsung soll Apple seine Smartwatch auf den Markt bringen. Insider rechnen mit einem Verkaufsstart in der zweiten Jahreshälfte. Zu spät, oder wird die iWatch viel mehr als nur eine simple Computeruhr? Ist sie "das nächste große Ding"?

Dass Apple eine Smartwatch herausbringen möchte, ist eigentlich klar, seit das Unternehmen im Februar einen Patentantrag für ein am Handgelenk "tragbares Accessoir" eingereicht und begonnen hat, sich weltweit die Namensrechte an "iWatch" zu sichern. Nachdem Samsung aber schon am 4. September im Rahmen der IFA in Berlin seine Galaxy Gear vorstellt, ist doch überraschend, dass Apples Smartwatch voraussichtlich frühestens in einem halben Jahr im Handel sein wird.

Bereits im Juli hatte die "Financial Times" berichtet, Apple habe erst damit begonnen, ein Team für eine Smartwatch zusammenzustellen, weshalb mit einem Marktstart des Geräts erst spät im kommenden Jahr zu rechnen sei. Jetzt hat CIMB-Securities-Analyst Wanli Wang in einem Bericht geschrieben, zwei Apple-Zulieferer in Taiwan hätten Aufträge zur Fertigung der Uhr erhalten. Apple werde die iWatch vermutlich in der zweiten Jahreshälfte 2014 einführen, schreibt der Branchendienst "Digitimes".

Günstig wie ein iPod nano

Wichtigster Hersteller mit etwa 60 Prozent sei das Unternehmen Inventec. Laut Wanli Wang plant Apple die Auslieferung von mehr als 63 Millionen Apple-Uhren, kosten sollen sie im Schnitt zwischen 149 und 229 US-Dollar (112 bis 172 Euro). Die taiwanische "Apple Daily" berichtet, Inventec werde sich die Produktion der iWatch mit der Firma Quanta Computer teilen. Die beiden Unternehmen wollten zu den Berichten keine Stellung nehmen.

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Die Galaxy Gear sieht wie eine normale Armbanduhr aus.

(Foto: Moveplayer)

Experten sehen in Accessoires, die technologisch aufgerüstet werden, einen wichtigen Zukunftsmarkt. Microsoft hatte bereits vor zehn Jahren eine intelligente Uhr auf den Markt gebracht, die das Unternehmen allerdings seit dem Jahr 2008 nicht mehr verkauft. Sie konnte unter anderem aktuelle Schlagzeilen und Sportergebnisse anzeigen. Sony bringt in Kürze seine zweite Smartwatch auf den Markt, kleinere Unternehmen wie das Startup Pebble versuchen ebenfalls ihr Glück mit Mini-Computern am Handgelenk. Bisher ohne großen Erfolg, noch kaufen die Geräte fast nur Technik-Fans.

Doch mit Samsungs Einstieg ins Smartwatch-Geschäft könnte sich das Blatt jetzt wenden, denn die Koreaner koppeln ihre Galaxy Gear mit ihren erfolgreichen und sehr weit verbreiteten Smartphones. Außerdem dürfte Samsung für seine Uhr die Werbetrommel kräftig rühren. Die Gear soll unter anderem mehrere Sensoren haben, mit denen es Informationen für Samsungs Gesundheits-App S Health sammeln kann, wahrscheinlich besitzt sie kein biegsames Display.

Flexibles Display?

Will Apple den Rückstand gegenüber Samsung noch einholen, müsste es mehr als eine gewöhnliche Smartwatch auf den Markt bringen, etwas wirklich Neues. Einige Anzeichen sprechen dafür, dass Apple bei der iWatch ähnliche Schwerpunkte wie Samsung bei der Gear setzt. So berichtete "9to5Mac", Apple habe sein iWatch-Team mit Experten verstärkt, um einen "Fitness-orientierten, tragbaren, Sensor-beladenen Computer" zu bauen.

Apple könnte Samsung aber bei der Hardware schlagen. Zum einen soll die iWatch viel mehr Sensoren als die Galaxy Gear haben. Außerdem arbeitet das Expertenteam angeblich daran, Bauteile zu verkleinern und den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren. Und entwickeln sie tatsächlich die Smartwatch, die auf Apples Patentzeichnungen zu sehen ist, hat die iWatch möglicherweise ein flexibles Display und einen neuartigen Akku, der diese Technik ermöglicht. Auf dem Antrag sieht die iWatch fast wie ein biegsames Smartphone aus, das sich wie ein Armband am Handgelenk tragen lässt. Gelingt Apple so ein Gerät, kann es sich ruhig noch ein paar Monate Zeit lassen.

Quelle: ntv.de, mit AFP