Technik

Google folgt auf Schritt und Tritt Auch Android schreibt mit

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Mit seinem Android-Handy sind nutzer nie alleine - ob das jedem recht ist?

(Foto: REUTERS)

Nicht nur die Nutzer eines iPhones hinterlassen laufend Bewegungsprofile auf ihrem Telefon. Auch auf Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android werden laufend Aufenthaltsorte gespeichert und an Google übertragen. Zwar sind Androids dabei deutlich vergesslicher als die Apple-Handys. Das ändert aber nichts an wachsenden Sorgen der Nutzer um ihre Privatsphäre.

Nicht nur die iPhones und iPads speichern fortlaufend die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer in einer versteckten Datei, sondern auch Googles Android-Smartphones. Wie das "Wall Street Journal" und der Londoner "The Guardian" unter Berufung auf zwei Informatikexperten berichteten, melden auch die Android-Smartphones Google regelmäßig ihre Position.

Laut "Guardian" speichern die Android-Telefone allerdings nur eine begrenzte Zahl von Aufenthaltsorten, während iPhone und iPad alle Ortungsdaten eines Jahres speichert. Das Google-System protokolliert dagegen stets die Standorte der 50 zuletzt angefunkten Mobilfunkmasten, die ältesten Daten werden automatisch überschrieben. Damit hängt die Speicherdauer auch davon ab, wie stark sich ein Android-Nutzer mit seinem Gerät bewegt. Anders als bei GPS-Ortsdaten, die Apple nutzt, sind die Standortdaten von Funkmasten weniger präzise. Dem "Wall Street Journal" zufolge prüft ein Android-Gerät den Aufenthaltsort alle paar Sekunden und überträgt diese Daten mehrmals pro Stunde an Google.

Android führt dem "Guardian" zufolge darüber hinaus Buch über die jeweils letzten 200 Drahtlosnetzwerke, die das Gerät in seiner Umgebung erkannt hat. Ob auch diese Daten an Google übertragen werden, ist jedoch bislang unklar. Bemerkenswert ist die Speicherung dieser Netzwerkdazen auch deshalb, weil Google im Zuge seines Streetview-Projekts gerade mit der Kartierung dieser Netze den Zorn von Datenschützern auf sich gezogen hatte und letzlich auf die Speicherung dieser Daten verzichtet hat.

Apple in der Kritik

Zwei britische Informatiker hatten zuvor aufgedeckt, dass iPhones und iPads mit dem aktuellen Betriebssystem iOS4 laufend die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer speichert und die Daten in einer versteckten Datei auf dem Gerät sichert. Auch werden diese Daten bei jeder Synchronisation der Geräte unverschlüsselt mit übertragen, so dass sie auch von Laien auslesbar sind. Apple hat sich zu den Enthüllungen bisher nicht geäußert.

Für Konzerne wie Google oder Apple sind Aufenthaltsdaten ihrer Nutzer potenziell viel Geld wert. Sie sind die Grundlage für so genannte ortsbezogene Dienste, einer rasant wachsenden Sparte im Mobilfunkgeschäft. Ob nahegelegene Restaurants suchen, Freunde in der Nähe finden oder die besten Shopping-Schnäppchen der Umgebung entdecken, Marktforscher sprechen dieser noch jungen Sparte hohe Wachstumsmöglichkeiten zu. Heute knapp 3 Mrd. Dollar schwer, erwartet der Marktforscher Gartner in drei Jahren bereits einen mehr als 8 Mrd. Dollar schweren Markt.

Quelle: ntv.de, nne/AFP