Technik

Kompakt, unabhängig, vielseitigDer Boox Go 6 ist ein idealer E-Reader für die Hosentasche

30.07.2026, 17:18 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Boox Go 6 Gen 2 Test (1 von 6)
Der Boox Go 6 Gen 2 passt in jede Hosentasche. (Foto: kwe)

Der Boox Go 6 ist in der zweiten Generation eine interessante Alternative für alle, die einen kompakten E-Reader suchen, der unabhängig und vielseitiger als Amazons Kindle & Co. ist. Mit seinem 6-Zoll-Display ist er ein idealer Reisebegleiter, bei dem auch mal das Smartphone in der Tasche bleiben kann.

Spezialisten, wie Amazons Kindle-Reader sind besonders komfortabel und unkompliziert. Allerdings bindet man sich bei der Nutzung an einen einzelnen Anbieter und die Geräte haben nur wenige Zusatzfunktionen. Die Boox-Reihe von Onyx hat weit mehr zu bieten, da die Reader im Prinzip Android-Tablets mit E-Ink-Display sind. Ein besonders kompaktes Gerät ist der knapp 200 Euro teure neue Boox Go 6, der in der zweiten Generation auch noch Notizen et cetera per Eingabestift unterstützt.

Boox Go 6 Gen 2 Test (2 von 6)
Die Rückseite ist angenehm griffig. (Foto: kwe)

Der E-Reader liegt mit seinen schlanken Maßen 149 x 109 x 6,8 mm und seinem geringen Gewicht von 160 g angenehm in der Hand. Die Rückseite ist breit geriffelt, was dazu beiträgt, dass das Gerät griffig ist, aber nicht an den Fingern "klebt". Das Kunststoffgehäuse macht einen hochwertigen Eindruck, allerdings hat der Boox Go 6 keine Schutzzertifizierung.

Scharfes Display ohne Ghosting

Das monochrome E-Ink-Display bietet mit 300 Pixeln pro Zoll (ppi) eine scharfe Darstellung. Die Frontbeleuchtung ist gleichmäßig. Sie bietet zwei Modi für die Nutzung tagsüber und nachts, Helligkeit und Temperatur lassen sich aber auch manuell anpassen. Der Touch-Bildschirm reagiert trotz eines nicht allzu starken Innenlebens ausreichend schnell für einen E-Reader.

Erfreulicherweise weist das Display normalerweise auch kein sogenanntes Ghosting auf, wobei zuvor dargestellte Inhalte wie bei dünnem Papier "durchscheinen". Ist man mit der Geschwindigkeit der Aktualisierung oder dem Kontrast nicht zufrieden, kann man im E-Ink-Zentrum nachjustieren. In der Regel sind aber die empfohlenen Einstellungen optimal.

Apps aus dem Play Store

Das gilt speziell dann, wenn man eine E-Reader-App nutzt, die man aus dem Google Play Store herunterladen kann. Es ist aber auch möglich, einen alternativen Store wie F-Droid zu installieren. Die Quellen benötigt man, denn das Angebot im Hersteller-Buchladen ist im Prinzip auf einige Gratis-Titel beschränkt. Dazu kommt, dass man neben PDF- auch Word- und viele andere Dateien nach Belieben lesen und bearbeiten kann. Dateien lassen sich unter anderem kabellos über die BooxDrop-App im- und exportieren

Boox Go 6 Gen 2 Test neu (1 von 1)
Unter anderem kann man auf dem E-Reader Nachrichten von ntv lesen. (Foto: kwe)

Obendrein kann man über den - mickrigen - eingebauten Lautsprecher oder Bluetooth-Geräte Hörbücher oder heruntergeladene Musik hören. Dafür steht ein knapper 32-GB-Speicher zur Verfügung, den man mit microSD-Karten erweitern kann.

Der Boox Go 6 ist auch geeignet, ein E-Mail-Programm zu nutzen, Nachrichten von ntv oder Beiträge in Wikipedia zu lesen. Wie gut das klappt, hängt von der jeweiligen App ab. Grundsätzlich sollte man sich möglichst auf die Textdarstellung beschränken, aber auch Fotos und Grafiken werden zufriedenstellend dargestellt.

Veraltetes Android

Grafisch aufwendigere Anwendungen sehen auf einem E-Ink-Display nicht gut aus und dem E-Reader fehlt auch die nötige Kraft. Außerdem ist das Betriebssystem wie beim Vorgänger das veraltete Android 11, was nicht alle aktuellen Apps akzeptieren. Und weil Google das alte System nicht mehr unterstützt, erhielt es den letzten Sicherheitspatch im Februar 2024. Bei einem 200 Euro teuren E-Reader darf man mehr erwarten.

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Daten lassen sich bequem kabellos über BooxDrop übertragen. (Foto: kwe)

Das Risiko, angegriffen zu werden, ist zwar gering, aber man sollte offenes WLAN vermeiden oder den Flugmodus aktivieren, wenn man keine Internetverbindung benötigt - das verlängert auch die Laufzeit. Zu empfehlen ist auch, keine unbekannten Apps aus unsicheren Quellen zu installieren. Möchte man ganz sichergehen, nutzt man ein separates Google-Konto.

Stylus-Unterstützung

Neben einem veränderten Design der Rückseite und 3 statt 2 GB Arbeitsspeicher ist die einzige Verbesserung im Vergleich zur ersten Generation die Unterstützung eines Eingabestifts. Mit ihm kann man unter anderem in einer vorinstallierten App Notizen machen oder zeichnen. Allerdings muss man für das Zubehör knapp 50 Euro extra hinblättern, eine magnetische Schutzhülle kostet rund 30 Euro. Das Schreibgefühl ist gut, es gibt keine störende Verzögerung.

Die Benutzeroberfläche gewinnt keinen Schönheitspreis, sie ist funktional gehalten. Man kann festlegen, ob man beim Start die Bibliothek, den Onyx-Store, Anmerkungen (Notizen), Dateien, Apps oder Einstellungen sehen möchte.

(Zu) viele Einstellungen

Man kann Navigationsleisten nutzen oder mit Wischgesten manövrieren. Dabei ist es gewöhnungsbedürftig, dass sie sich von den sonst in Android gebräuchlichen unterscheiden. So wischt man von rechts unten nach oben, wenn man einen Schritt zurückgehen möchte. Üblicherweise geht die Bewegung seitwärts nach links.

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Das Rad mit Schnelleinstellungen lässt sich über allen Inhalten aufrufen, kann aber auch ausgeblendet werden. (Foto: kwe)

Wichtig ist, dass man links unten die Schnelleinstellungen für das Display und rechts oben die anderen Schnelleinstellungen findet. Zusätzlich kann man per Tipper ein Rad mit weiteren Optionen aufrufen. Unter anderem kann man so schnell Screenshots, zuletzt verwendete Anwendungen oder die App-Optimierung erreichen.

Insgesamt ist die Vielfalt der Menüs etwas verwirrend, was durch teilweise holprige Übersetzungen verstärkt wird. Das Benutzerhandbuch liegt nur auf Englisch vor, das Gleiche gilt für das ansonsten informative Hilfezentrum.

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Der 1500 mAh fassende Akku reicht je nach eingestellter Helligkeit bis zu etwa 16 Stunden. Aufgeladen wird das Gerät über einen USB-C-Anschluss, der Vorgänger hat noch eine Mikro-USB-Buchse.

Fazit

Grundsätzlich ist der Boox Go 6 Gen 2 ein guter, kompakter E-Reader für die Hosentasche, der dank Android und Stift-Unterstützung auch besonders vielfältig ist. Allerdings ist das Betriebssystem veraltet und das Gerät ist nicht wasserdicht. Wenn man keinen Stylus nutzen möchte, kann man auch zum etwas günstigeren Vorgänger greifen.

Quelle: ntv.de

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