Technik

Lokale KI und GamingDer Vzmore AX9 Max ist ein neuer Star am Mini-PC-Himmel

16.10.2026, 18:32 Uhr imageVon Klaus Wedekind
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Vzmore AX9 Max Test (1 von 6)
Was Porsche wohl zu dem Logo sagt? (Foto: kwe)

Mit Vzmore gibt es einen neuen Hersteller von Mini-PCs, der deutsche Standards einhält. Sein aktuelles Flaggschiff ist der AX9 Max. Im Praxistest erweist er sich als hochwertig, vielseitig und äußerst leistungsstark für seine Größe. Er ist sogar mit kleinen Abstrichen für lokale KI und Gaming geeignet.

Mini-PCs haben unter Beweis gestellt, dass sie eine kompakte Alternative zu sperrigen Desktop-Rechnern sein können. Die bisher von ntv.de getesteten Geräte haben sich auch als leistungsstark für anspruchsvollere Aufgaben wie 4K-Videoschnitt erwiesen. Für Gaming oder die Ausführung von lokalen KI-Modellen war bisher aber keiner von ihnen wirklich geeignet. Diese Lücke füllt jetzt der Vzmore AX9 Max, der sich in beiden Disziplinen erstaunlich gut geschlagen hat. Der muskelbepackte Kraftzwerg hat allerdings auch einen entsprechend hohen Preis.

Deutscher Support, drei Jahre Garantie

Vzmore hat sich zum ersten Mal bei der zurückliegenden IFA in Berlin vorgestellt. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein asiatisches Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Hongkong hat und Hardware in Taiwan entwickelt und produziert. Allerdings gibt es auch ein deutsches Team, das sich unter anderem um die Qualitätssicherung kümmert.

Es ist auch gewährleistet, dass die Geräte aus Deutschland an Kunden versendet werden und ein lokaler Support existiert. Obendrein geht der Hersteller mit einer dreijährigen Garantie über die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren hinaus.

Edles Gehäuse, viele Anschlüsse

Eine hohe Qualität strahlt bereits das nur 135 × 131,8 × 57,7 Millimeter große Aluminiumgehäuse aus. Auf seiner Oberseite prangt ein äußerst auffälliges Firmenlogo, das stark an das von Porsche erinnert. Das Pferd soll Geschwindigkeit, Ausdauer und dauerhaft hohe Leistung symbolisieren. Die geometrischen Linien sollen Zurückhaltung, Ordnung und ein Nutzererlebnis mit möglichst wenig Ablenkungen vermitteln.

Vzmore AX9 Max Test (3 von 6)
Für Monitore, Dockingstationen und Netzwerk bestens gerüstet. (Foto: kwe)

Die Ausstattung des mit Windows 11 Pro ausgelieferten Mini-PCs ist ausgezeichnet. Auf der Rückseite findet man zwei USB-C-Anschlüsse, die mit USB 4 auf Datenraten bis 40 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) kommen. Einer davon kann zur Stromversorgung dienen. Eine USB-A-Buchse erlaubt mit USB 3.2 Gen 2 bis zu 10 Gbit/s, eine weitere ist mit USB 2.0 für die Verbindung von genügsamen Peripheriegeräten gedacht. Dazu gibt es zwei 2,5-Gbit-LAN-Anschlüsse sowie zwei HDMI-2.1-Ausgänge.

Insgesamt kann man vier Monitore am Vzmore AX9 Max anschließen, die Videoauflösung kann bis zu 8K betragen. Funkverbindungen geht der Mini-PC über WiFi 7 und Bluetooth 5.4 ein.

Vzmore AX9 Max Test (5 von 6)
Ein USB-C-Anschluss an der Vorderseite hätte es schon sein dürfen. (Foto: kwe)

Auf der Vorderseite sitzen neben einer Kopfhörerbuchse vier USB-A-Anschlüsse mit USB 3.2 Gen 2, von denen einer angeschlossene Geräte mit Strom versorgen kann. Auf der linken Seite befindet sich ein flotter SD-4.0-Kartenleser.

Die Aufteilung der USB-Anschlüsse ergibt Sinn, da man Monitore, Dockingstationen et cetera üblicherweise dauerhaft an der Rückseite anschließt und die Vorderseite für vorübergehende Verbindungen weniger anspruchsvoller Geräte nutzt, die häufig noch über USB-A-Stecker verfügen. Da es aber inzwischen auch viele Peripheriegeräte mit USB-C gibt, wäre zumindest ein entsprechender Anschluss wünschenswert.

Kühlung mit Dampfkammer für hohe Leistung

Auf der Rückseite sieht man auch große Kühlschlitze. An ihnen tritt die heiße Luft aus, frische Luft wird über Öffnungen angesaugt, die rund um den Sockel an der Unterseite angeordnet sind. Im Inneren befindet sich nicht nur ein großer Ventilator, sondern auch eine Dampfkammer.

Vzmore AX9 Max Test 2 (1 von 1)
Unten saugt der Lüfter Luft an. (Foto: kwe)

Die Kombination ist nötig, denn der Computer wird von einem sehr leistungsstarken Hauptprozessor (CPU) AMD Ryzen AI 9 HX 470 angetrieben, die integrierte Grafikeinheit ist eine AMD Radeon 890M. Im Leistungsmodus gönnt sich der Computer bis zu 65, ausbalanciert 54, im Flüstermodus 45 Watt.

Prima Speicherausstattung

Der nicht fest verlötete Arbeitsspeicher (DDR5 SO-DIMM) ist 32 Gigabyte (GB) groß und kann auf bis zu 256 GB ausgebaut werden. Auch bei der SSD (M.2 2280 PCIe Gen4 x4) hat sich Vzmore nicht lumpen lassen. Der AX9 Max kommt mit einem ein Terabyte (TB) großen Speicher. Der Steckplatz erlaubt bis zu 4 TB, ein weiterer ist unbesetzt und unterstützt bis zu 1 TB.

Vzmore AX9 Max Test (4 von 6)
Auch für SD-Karten gibt es einen Steckplatz. (Foto: kwe)

Die Lexar-SSD arbeitet schnell. Im AS SSD Benchmark erreichte sie 6318 Punkte. Beim Schreiben kam sie auf rund 4800 Megabyte pro Sekunde (MB/s), beim Lesen auf knapp 3800.

Stark im Alltag und in Benchmarks

Vor dem Test wurden alle Treiber aktualisiert. Wie erwartet, ist der Mini-PC im Office-Alltag pfeilschnell, 4K-Videobearbeitung oder aufwendige Bildbearbeitung erledigt er ebenfalls mühelos.

Seine Muskeln zeigt der AX9 Max auch in Benchmark-Tests. In Procyon Essential, der das alltägliche Multitasking nachvollzieht, erreichte er 4320 Punkte, womit er sich im oberen Mittelfeld bewegt, also weit über dem Niveau, das für einen flüssigen Betrieb nötig wäre. Hersteller UL Solutions nennt als High-End-Referenz 5000 Punkte.

In Geekbench 7 kam der Mini-PC im CPU-Test auf 2694 und 16858 mit einem oder allen zwölf Rechenkernen. Damit übertrifft er im Mehrkern-Vergleich den Apple Mac mini mit M4-Prozessor, in der Einzelkern-Konkurrenz immerhin noch den Mac mini mit M2. Die GPU erreichte mit 31832 Punkten ebenfalls ein starkes Ergebnis, fast so viel wie ein MacBook Air mit M4.

Gut geeignet für lokale LLMs

Um die KI-Fähigkeiten grob einzuordnen, gibt es unter anderem Geekbench AI. Auch hier schlug sich der Vzmore AX9 Max mit seiner AMD Ryzen AI 9 HX 470 mit 3930 (einfach), 1892 (halb) und 7531 (quantifiziert) Punkten ausgezeichnet. Doch interessanter ist ein praxisnäherer Test mit echten KI-Modellen.

Dafür nutzte ntv.de als Laufzeitumgebung für große Sprachmodelle (LLMs) Ollama. Getestet wurden verschieden große Qwen-Modelle, eine von Alibaba entwickelte Familie von LLMs. Gemessen wurde, wie schnell bei gestellten Aufgaben Text generiert wird, also wie viele Tokens pro Sekunde verarbeitet werden können.

Ein Token ist die kleinste Einheit, in die eine Sprachmodell Text zur Verarbeitung zerlegt. Das Modell durfte höchstens 500 Tokens erzeugen, die maximale Länge des Textkontexts, den das Modell berücksichtigen darf (Arbeitsbereich) waren 4096 Tokens.

Mit Qwen3:4b erreichte der Mini-PC rund 29 Token/s, mit Qwen3:8b noch etwas mehr als 15. Das zeigt, dass er für kleine bis mittelgroße lokale Modelle gut geeignet ist. Beim größeren Qwen3.8:27b sank der Wert auf weniger praxistaugliche 8,8 Token/s. Der Flaschenhals ist hier vermutlich der Arbeitsspeicher (RAM). Man könnte also mit einer Vergrößerung wahrscheinlich auch mit größeren Modellen flott arbeiten.

Als Gamer kein Profi, aber talentiert

RAM ist möglicherweise auch beim Gaming der einschränkende Faktor, da eine integrierte GPU keinen eigenen Arbeitsspeicher hat, sondern ihn sich mit der CPU teilt. Um auszuprobieren, wie sich der Vzmore AX9 Max hier schlägt, installierte ntv.de das brandneue "Gears of Wars: E-Day" und spielte die Solo-Kampagne an.

Das Action-Game ließ sich in Full-HD-Auflösung bei dynamischer Hochskalierung (TSR) problemlos mit automatischen mittleren Einstellungen flüssig spielen. Als Ziel-FPS waren 90 Bilder pro Sekunde eingestellt. Echten PC-Gamern gewinnt das vermutlich nur ein müdes Lächeln ab, aber für einen Mini-PC ist das eine mehr als respektable Leistung und das Spielen auf diesem Niveau macht auch richtig Spaß.

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Beeindruckend war ebenso, dass der Lüfter bei Höchstleistung zwar deutlich hörbar war, aber auch in unmittelbarer Nähe auf dem Schreibtisch nicht unangenehm laut wurde. Der Laptop, auf dem dieser Artikel geschrieben wurde, machte mehr Krach. Der Mini-PC wurde auch nicht besonders heiß und war in der Lage, die hohe Leistung dauerhaft zu halten. Schon im ausbalancierten Modus hört man den Lüfter praktisch überhaupt nicht mehr, der wirklich stille Modus reicht für den Office-Alltag völlig aus.

Fazit

Der Vzmore AX9 Max hält, was der Hersteller verspricht. Er ist für einen Mini-PC außergewöhnlich leistungsstark, und zwar dauerhaft und nicht nur in kurzen Spitzen. Die Kühlung arbeitet ausgezeichnet. Damit ist der Computer auch für die Ausführung von lokalen KI-Modellen geeignet, solange sie nicht zu groß sind. Er ist ebenso ein guter Gamer, wenn man nicht auf grafischem Top-Niveau spielen möchte. Zusammen mit den vielen Anschlüssen ist der Vzmore AX9 Max ein echtes Multi-Talent.

Die unverbindliche Preisempfehlung von knapp 1550 Euro geht für das Gebotene in Ordnung. Schnäppchenjäger nutzen ein Angebot des Herstellers, das er zur Einführung auf seiner Website anbietet.

Quelle: ntv.de

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