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Alles gratis für Glass Explorer Edition Google verrät Datenbrillen-Details

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Die ersten 2000 Exemplare von Glass werden ausgeliefert.

(Foto: google.com)

2000 Personen setzen ihre alte Brille ab - und warten auf ihr Exemplar der Datenbrille "Glass". Die ersten sind bereits fertig. Google enthüllt zugleich Details zu seiner neuen Hardware - und macht Kopfhörer für Tonübertragung überflüssig. Auch Entwickler dürften staunen: Sie müssen ihre Programme und Services gratis anbieten.

Google hat Details über die technischen Daten seiner Datenbrille Glass veröffentlicht. Bei anderen Geräten ist meist die Funktionalität entscheidend. Bei einem Gegenstand, der am Körper sitzt, gehören dazu auch Angaben zur Anpassbarkeit an den Träger. So besitzt Glass flexible Nasenpads in zwei Größen und einen "widerstandsfähigen Rahmen", die "jedem Gesicht stehen", wie es heißt.

Die ersten Modelle der entsprechenden "Explorer Edition" gehen bereits vom Band, die Auslieferung kann beginnen, wie der US-Konzern in einer E-Mail an Interessenten mitteilte. Käufer müssen bei der ersten Charge von 2000 Geräten 1500 US-Dollar je Exemplar zahlen.

Die Batterie der Brille soll einen Tag lang ohne Aufladen auskommen - bei "typischer Nutzung", wie es heißt. Videoaufnahmen etwa gehören explizit nicht dazu. Die Bewegtbilder werden in 1280 mal 720 Pixel aufgenommen, Fotos in 5 Megapixel. Die Datenverbindung findet per WLAN oder Bluetooth statt. Glass kommt auf 12 Gigabyte frei verfügbaren Speicherplatz, der zudem mit Googles Cloud Service synchronisiert wird.

Schwingungen statt Ohrstöpsel

Die "hochauflösende" Anzeige sei mit einem High Definition Bildschirm mit 1920 Mal 1080 Pixeln und 63,5 Zentimetern Bilddiagonale zu vergleichen, der aus zweieinhalb Metern Entfernung betrachtet wird, schreibt Google. Das klingt vage, wird aber mit einem Blick in die Entwickler-Dokumentation deutlicher: 640 mal 360 Pixel soll die Anzeige vor dem Auge des Trägers liefern können.

Eine der spannendsten und wohl komfortabelsten Eigenschaften ist der Sound per Knochenleitung, also per Schwingungen vom Gestell über den Körper zum Ohr. Kopfhörer sind mit Google Glass damit überflüssig. Allerdings könnte es damit für den Träger manchmal eine Herausforderung werden, Klänge der Umwelt von denen der Datenbrille zu unterscheiden.

"Jedes Telefon mit Bluetooth" sei mit Glass kompatibel, heißt es in der Produktinformation. Mindestens Android 4.03 sei für die Verwendung der "MyGlass"-App aber nötig. Nur mit diesem Programm fürs Smartphone können der Ortungsdienst GPS sowie die SMS-Funktionalität genutzt werden. Mitgeliefert werden ein Mikro-USB-Kabel und ein Ladegerät.

Geld verdienen tabu

Neben den technischen Details veröffentlichte Google auch die Dokumentation für Entwickler, die Services für Glass, sogenannte Glassware, programmieren wollen. Zwei große Veränderungen verstecken sich in den Nutzungsbedingungen: So dürfen entwickelte Programme für Glass nur über Google direkt vertrieben werden, nicht auf externen Websites oder von anderen Quellen. Bei Apps für Googles Betriebssystem Android ist das anders.

Entwicklern wird zudem verboten, auf irgendeine Weise Geld von Kunden zu verlangen - sei es für die Glassware selbst, für erweiterte Funktionen oder virtuelle Güter. Im Klartext: Alle Services sind für die 2000 Nutzer der "Explorer Edition" gratis. Allerdings könnte Google dieses Zückerchen mit dem Übergang aus der Beta- in die Massenproduktion wieder zurückziehen.

Quelle: n-tv.de, rpe

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