Technik

"Anonymous Intelligence Agency" Hacker konkurrieren mit Wikileaks

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Julian Assange: Muss sich nicht nur mit der Justiz auseinandersetzen.

(Foto: AP)

Der Name ist protzig, das Logo voller Anspielungen, die Links sind spärlich: Mit "par-anoia.net" begibt sich das Hackernetzwerk Anonymous in politisches Gewässer von Enthüllungs-Websites wie Wikileaks. Besonders die "20-Jahres-Pläne" Julian Assanges stören die Aktivisten. Auf ihrer Seite: Interna zu Fukushima, ein kopiertes Buch und Zugang zu "The Pirate Bay".

Das Hacker-Netzwerk Anonymous hat eine eigene Enthüllungswebsite online geschaltet. Unter "par-anoia.net" sollen Mitglieder Daten veröffentlichen, ohne sie an fremde Plattformen weiterreichen zu müssen. Die Dokumente werden ihnen jedoch von Informanten zugespielt, so die Aussage eines der Beteiligten in einem Artikel des US-Magazins "Wired".

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Das Logo der Plattform.

(Foto: CC-by-SA)

Demnach ist die taktisch verzögerte Freigabe von internen Dokumenten aller Art bei Wikileaks einer der Gründe für die Initiative. "Ich habe keine Lust mehr auf diese 20-Jahres-Pläne", sagte der Kopf von "Paranoia". Daniel Domscheit-Berg, ehemaliger Mitstreiter von Wikileaks-Mitgründer Julian Assange, hatte nach seinem Ausstieg berichtet, es habe bei der Enthüllungsplattform immer wieder Diskussionen über die Veröffentlichungspolitik gegeben.

Hilfe für Assange & Co.

Unter anderem wegen Finanzierungsproblemen hatte Wikileaks im Falle der internen Stratfor- sowie Syrien-E-Mails sich von Anonymous helfen lassen. Bereits im vergangenen Jahr war deutlich geworden, dass sich die Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes verschob und die Hacker nicht abgeneigt waren, selbst Veröffentlichungen durchzuführen.

Bereits seit März ist die Webadresse registriert, für ein Unternehmen in Panama. "Paranoia" steht für den hochtrabenden Namen "Potentially Alarming Research: Anonymous Intelligence Agency". Als Leaks sind auf der Website bislang interne Daten des IT-Unternehmens Innodata Issogen verlinkt. Darunter "viele Dokumente der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, besonders über den Nuklear-Störfall in Fukushima", wie es dort heißt.

Unkomfortable Rohfassungen

Dazu kommen E-Mails von Scientology in Österreich, transkribierte FBI-Telefonate und interne Korrespondenzen des US-Unternehmens HBGary, die Lobbyarbeit für Gegner von Wikileaks betrieben hatte. Die Mails der auf technische Sicherheit spezialisierten Firma hatte Anonymous bereits Anfang des Jahres 2011 eigenständig veröffentlicht.

Doch die Daten wie in diesem Fall in Rohfassung zum Download bereitzustellen, ist wohl zu abschreckend für die Presse. Medien hätten zwar über die Aktion an sich berichtet, aber wenig über den Inhalt der Daten, so einer der beteiligten Aktivisten.

Über die inhaltlichen Verknüpfungen sind auf der Seite zudem ein Version des Buches "We are Anonymous" von Parmy Olson verlinkt, ein Proxy-Zugang zum Torrent-Verzeichnis "The Pirate Bay", sowie ein "Festnahme"-Tracker, der juristische Maßnahmen gegen mutmaßliche Anonymous-Mitglieder in einem Wiki dokumentiert.

Quelle: ntv.de, rpe

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