Technik

Computer und Technik Im Ausland billiger?

Im Urlaub sitzt das Geld bei vielen Leuten etwas lockerer. Zu klassischen Souvenirs wie T-Shirt, Kaffeetasse und Bildband gesellen sich im Hightech-Zeitalter daher manchmal auch Digitalkameras, Minidisc-Player oder Notebooks. Allerdings sollten sich technikverliebte Touristen auch angesichts niedriger Preise nicht in jedem Fall von der Kauflust übermannen lassen.

Ansonsten wird aus dem Mitbringsel unter Umständen eine teure Nutzlosigkeit. Ein Schnäppchen lässt sich im Ausland vor allem bei Video- und Unterhaltungselektronik schlagen. Das gilt besonders für das Einkaufen in Asien.

Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin warnt jedoch vor unüberlegten Schnellkäufen: Es kann Probleme mit der Kompatibilität geben. Ein genauer Blick auf die Anwendungsmenüs der Geräte lohnt sich. Da wird teilweise Chinesisch in drei Variationen geboten - und dann vielleicht noch leidliches Englisch.

Ein Fallstrick beim Technik-Einkauf im Ausland sind die verschiedenen Stecker. Kauft man sich in Japan einen Camcorder, kann es sein, dass der Stecker des Ladegeräts in Deutschland gar nicht in die Steckdose passt, sagt Markus Nierhaus, Pressesprecher des japanischen Elektronikherstellers Sony in Köln. Dann nütze es oft auch nichts, den Stecker auszutauschen, weil das in Fernost erstandene Gerät mit ganz anderer Spannung arbeitet.

Wer sich im Ausland zum Beispiel einen Camcorder kaufen will, sollte sich genau die Formate ansehen, rät auch Axel Kossel, Redakteur bei der Computerzeitschrift c't. Sonst kann es passieren, dass ein in den USA gekauftes Gerät zwar den amerikanischen TV-Standard NTSC unterstützt, nicht aber die europäische PAL-Norm. Ein Abspielen der Filme vom Camcorder auf dem Fernseher wäre dann nicht möglich.

Der Kauf von Computern und Zubehör lohne sich hingegen für Deutsche im Ausland nur in Ausnahmefällen, so Peter Knaak von der Stiftung Warentest. Zum einen ist Deutschland bei vielen Herstellern ein begehrter Testmarkt. Das heißt: Viele Geräte kommen ohnehin schon früh auf den Markt. Zum anderen sei hier der Konkurrenzkampf der Hersteller besonders groß - was wiederum die Preise drückt.

Axel Kossel warnt zudem davor, die teilweise hohen Nebenkosten zu unterschätzen. Wer etwas im Ausland kauft und dann nach Deutschland mitbringt, muss dafür an der Grenze unter Umständen noch Zoll oder Einfuhrgebühren zahlen. Ähnliches gelte für Bestellungen über das Internet: Der Zoll öffne das Paket, sehe die Rechnung und verlange dann vom Adressaten die entsprechende Gebühr. Dadurch sei der Preisvorteil schnell wieder dahin, so Kossel.

Darüber hinaus gelten für im Ausland gekaufte Waren oft andere Gewährleistungs- und Garantie-Regelungen. Und um eine Garantie in Anspruch nehmen zu können, müsse der Kauf vom Verbraucher in jedem Fall belegt werden können, heißt es bei Sony Europe in Berlin. Bei Produkten, die außerhalb der EU gekauft wurden, gehen die Hersteller unterschiedlich vor. Sony zum Beispiel gewährt eine so genannte Touristen-Garantie - auf Kulanzbasis, wie der Hersteller betont.

Für ein Produkt von Philips zählt immer die Garantieregelung, die in dem Land gilt, in dem die Ware gekauft worden ist, so Klaus Petri, Pressesprecher des niederländischen Elektronikhersteller in Hamburg. Allerdings muss das jeweilige Gerät auch in Deutschland auf dem Markt sein, sagt Petri. Sonst müsse die defekte Ware zur Reparatur unter Umständen erst nach Asien oder Amerika geschickt werden. Das wiederum kann hohe Kosten verursachen, an denen sich eventuell auch der Kunde beteiligen muss. Bei kleineren Geräten erwägen wir deshalb manchmal auch gleich einen Austausch des Geräts.

Trotz aller Schwierigkeiten kann sich für jemanden, der das neueste Produkt der IT-Branche haben will, der Gang in den Computerladen in Hongkong oder San Francisco durchaus lohnen. Einige Produkte sind im Ausland eben doch eher zu haben als bei uns, so Kossel. USB-Sticks mit eingebautem MP3-Player seien zum Beispiel in Deutschland vor der CeBIT kaum zu kaufen gewesen. In Südostasien wurden die Dinger mit beiden Händen auf den Markt geschmissen.

Quelle: n-tv.de