Technik

Schuld sind scharfe Videos Internet-Verkehr explodiert

Der Datenverkehr im Netz wird sich bis 2015 verzwanzigfachen. Das erwarten die Betreiber des zentralen Internet-Knotens DE-CIX in Frankfurt am Main. Inzwischen schleust der Netzknoten jede Sekunde 1,4 Terabit an Daten durch, also 1,4 Billionen Bit. Vor einem Jahr waren es erst 700 Gigabit gewesen.

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(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ein wichtiger Treiber für die jährliche Verdoppelung des Datenaufkommens ist nach Einschätzung des DE-CIX die zunehmende Übertragung von Videos und Fernsehsendungen in hoher Auflösung. In den USA entfallen bereits 20 Prozent des Internet-Verkehrs auf die Online-Videothek Netflix.

8 Gigabyte pro Breitbandanschluss und Monat

Nach einer Erhebung der IT-Analysefirma Entropy Economics hat der durchschnittliche Nutzer einer Internet-Breitbandverbindung im Monat ein Datenaufkommen von 8,0 Gigabyte - mit deutlichen regionalen Unterschieden: In Asien sind es 7,0, in Europa 11,9 und in den USA 19,2 Gigabyte.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der DE-CIX verbindet die von Providern oder großen Unternehmen betriebenen Teilnetze, damit die Datenpakete möglichst flüssig ihren Weg finden. Angeschlossen sind mehr als 400 Internet-Provider aus mehr als 40 Ländern. Die Betreiberfirma erklärte, die Technik des weltgrößten Internet-Knotens sei auf 40 Terabit pro Sekunde ausgelegt.

Diskussion um Netzneutralität

Die aktuellen Prognosen dürften auch der Diskussion um die so genannte Netz-Neutralität neue Nahrung geben.  Die Infrastruktur des Netzes ist bislang "neutral", sie unterscheidet nicht nach dem Inhalt der verschickten Datenpakete. Ob Youtube-Video, Blog oder E-Mail – alles wird gleich schnell befördert.

Einflussreiche Player vor allem in den USA stellen dieses Prinzip immer wieder in Frage. Sie möchten, dass bestimmte Daten bevorzugt befördert werden - gegen Aufpreis, versteht sich. Dazu müssten die Päckchen aber entweder extra elektronisch etikettiert werden. Oder man schafft ein System, das den Inhalt aller Datenpakete analysiert - mit unabsehbaren Folgen für den Datenschutz.

Quelle: n-tv.de, tle/dpa

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