Technik

US-Musikindustrie lenkt ein Kompromiss für den Kongress

Drei führende Verbände der amerikanischen Musikindustrie haben sich auf einen Kompromiss zum Schutz von Urheberrechten im Internet verständigt. Einerseits sind sie für eine Bestrafung der Netz-Piraten, andererseits wollen sie auf einen technischen Riegel zum Kopierschutz verzichten. Die Leitlinien sollen dem US-Kongress vorgelegt werden. Innerhalb der nächsten Wochen soll über Gesetzänderungen zum Copyright in der Informationsgesellschaft beraten werden.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass zukünftig Computernutzer, die illegale Kopien von Musikstücken oder Filmen erstellen und sie im Internet veröffentlichen, konsequent verfolgt werden sollen. Die Verbände wenden sich auch gegen ein gesetzlich verankertes Verbraucherrecht, eine Sicherheitskopie einer DVD anzulegen oder Musikstücke zur Übertragung auf mobile Abspielgeräte zu kopieren.

Einen technischen Riegel in DVD-Abspielgeräten wollen die Industrieverbände jedoch nicht einbauen. Dies wird von den meisten Herstellern als zu teuer und zu kompliziert betrachtet. Bei den Verbänden handelt es sich um den Verband der amerikanischen Musikindustrie (RIAA), der Software Verband BSA (Business Software Alliance) und die Hardware-Vereinigung Computer Systems Policy Project. Der Filmindustrieverband MPAA (Motion Picture Association of America) hingegen besteht auf einen gesetzlichen Hardware-Riegel in DVD-Playern.

Deutschland setzt auf Abschreckung

Unterdessen forderte die deutsche Musikindustrie ein verstärktes Vorgehen gegen die Piraterie im Internet. "Kriminalität ist nicht komplett zu vermeiden. Man muss aber auf den Abschreckungseffekt setzen", sagte Hartmut Spiesecke vom Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft.

Damit wolle die deutsche Phonoindustrie die Aussage vom Vorsitzenden des amerikanischen Musikverbands (RIAA) richtig stellen. Sherman sagte in einem Interview mit der BBC-Online, dass die Musikindustrie illegale Angebote nicht komplett aus dem Internet drängen und nur ihr weiteres Ausbreiten verhindern wolle.

In der Vergangenheit hatte die RIAA erfolgreich gegen die einst populäre Tauschbörse Napster geklagt, die ihren Dienst einstellen musste.

Quelle: n-tv.de