Technik

Welche Daten gingen an den US-Geheimdienst? Luxemburg erwägt Klage gegen Skype

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Unerlaubt mitgehört? Skype ist unter Verdacht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Skype soll schon seit Jahren ohne Berechtigung Daten an die NSA weitergeben. Seit Monaten ermitteln Luxemburger Behörden gegen das Unternehmen - und erwägen Konsequenzen. Seit dem Kauf durch Microsoft helfe Skype der NSA noch mehr, heißt es.

In Luxemburg nimmt die Datenschutzkommission Skype unter die Lupe – und prüft, ob das Unternehmen verklagt werden kann. Die Firma hat dort ihren Hauptsitz. Dies meldet der "Guardian". Dass Skype Daten an die NSA weitergibt, ist so gut wie sicher. Denn die Firma ist inzwischen Teil von Microsoft, das ebenfalls mit dem Geheimdienst kooperiert.

Doch Unternehmen, die mit dem US-Geheimdienst NSA zusammenarbeiten, haben ihren Sitz meist in den USA. Firmen geben Nutzer- und Kommunikationsdaten weiter, womit die National Security Agency dann ihre Analysesoftware speist. So funktioniert das Abhörprogramm Prism, das Edward Snowden im Sommer enttarnt hatte.

Doch Skype soll bereits im Februar 2011 dem Prism-Netz beigetreten sein, also Monate vor der Übernahme durch den US-Konzern. Chat-Protokolle oder auch Telefonie-Gespräche und Nutzerdaten könnten in die Vereinigten Staaten übermittelt worden sein. Eben dies widerspricht aber womöglich den eigenen Datenschutzvereinbarungen mit seinen Nutzern.

Dreifache Datenmenge unter Microsoft

Seit Microsoft Mitte 2011 im Hause Skype das Ruder in die Hand genommen hat, soll sich Geheimdokumenten zufolge die Datenmenge, die aus Luxemburg an die NSA geht, verdreifacht haben. Der Konzern soll der NSA zudem dabei geholfen haben, die firmeneigene Verschlüsselung von Chats und Internet-Telefonie umgehen zu können.

Bereits seit Juni 2013 ermittelt die Datenschutzkommission aufgrund einer Beschwerde gegen Skype – also kurz nach der Veröffentlichung der Prism-Informationen durch Snowden.

Unklar ist offenbar, ob es eine nicht-öffentliche Vereinbarung Luxemburger Behörden mit dem US-Geheimdienst gibt. In luxemburgischem Recht ist die Privatsphäre der Bürger geschützt, eine Überwachung der Telekommunikation jedoch per Anordnung durch einen Richter oder Behörden möglich. Ist dies nicht der Fall, könnte es zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommen.

Bis Ende Oktober soll es einen Untersuchungsbericht geben. Und dann soll die Entscheidung fallen, ob Skype verklagt wird, heißt es in der Tageszeitung "Luxemburger Wort".

Quelle: n-tv.de, rpe