Technik

Microsofts Chris Lewis im Interview zur Xbox One "Macht der Kontrolle liegt beim Nutzer"

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(Foto: Microsoft)

Ob Surface, Windows 8 oder jetzt die Xbox One: Microsoft präsentiert sich derzeit angriffslustig. Chris Lewis Europas Xbox-Vizechef spricht im Interview mit n-tv.de über die Bedeutung der neuen Konsole innerhalb des Konzerns, ihre Fähigkeiten im Vergleich zur Playstation 4 - und ob sich Nutzer mit ihr tatsächlich ein Spionageinstrument ins Wohnzimmer holen.

n-tv.de: Herr Lewis, Microsoft ist mit Windows groß geworden. Innerhalb des letzten Jahres hat Ihr Unternehmen eine wahre Produktoffensive gestartet. Wie wichtig ist dabei die Sparte Interaktive Unterhaltung?

Chris Lewis: Ich bin jetzt seit 1999 im Bereich interaktive Unterhaltung, also seit der ersten Xbox. Damals hatten wir auch schon gute Produkte für Endkunden. Es gab etwa den Flight Simulator, Tastaturen, Mäuse – wir waren also schon im Konsumentengeschäft unterwegs. Mit der ersten Xbox, der Xbox 360 und besonders jetzt mit der Xbox One sind wir ein essenzieller und maßgeblicher Teil des Unternehmens. Es geht um Geräte und Service.

Und die Xbox im Speziellen?

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Europas Xbox-Vizechef Chris Lewis

(Foto: Microsoft)

Gemessen am geschäftlichen Erfolg steht die Xbox bei Microsoft ganz oben. Das gilt auch für die Gesamtstrategie des Konzerns. Wir teilen die Geschäftsergebnisse jedoch unabhängig vom Konzern mit und es wird ständig investiert. Wir sind sehr wichtig für das Unternehm en.

Wie sehen diese Investitionen aus?

Wir haben hohe Erwartungen an unsere Konsole Xbox One. Wir waren bislang sehr erfolgreich mit Xbox 360 und werden sie noch mehrere Jahre weiter unterstützen. Die Xbox One hat ganz andere Möglichkeiten mit Kinect, Xbox Live und natürlich den Spielen.

Wie wichtig ist dabei Europa?

Sehr wichtig. Wir können nicht weltweit erfolgreich sein, wenn wir nicht überall in Europa erfolgreich sind. Das heißt auch, dass wir uns besonders um Deutschland kümmern müssen. Dass unsere Vertriebspartner zufrieden sind, dass unsere Kunden zufrieden sind.

Natürlich schaut die Spielewelt auf den Konkurrenzkampf mit Sony. Viele sagen, die Hardware der Playstation 4 sei stärker als die der Xbox One. Wie sehen Sie die Situation?

Wir haben eine sehr kraftvolle Plattform. Unsere Cloud-Services verstärken zudem die Rechenkraft unserer Konsole und machen sie schneller. Dazu kommen die Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Geräten. Ich denke da an Smartphones oder Tablets, die über Smartglass eingebunden werden können. Das verschafft uns eine einzigartige Marktposition – gegenüber wem auch immer.

Auch gegenüber Sony?

Sony ist ein sehr starker Konkurrent, aber wir konzentrieren uns vor allem auf uns selbst und unsere Nutzer.

Wegen der Fähigkeiten der Kinect Hardware der Xbox One sorgen sich in Deutschland viele um ihre Privatsphäre und darum, was mit ihren Daten geschieht, die von der Konsole gesammelt werden. Gibt es bald einen gläsernen Nutzer?

Wir haben den höchsten Respekt vor der Privatsphäre unserer Kunden. Wir arbeiten eng mit den entsprechenden Organisationen zusammen, um sicherzugehen, dass wir alle relevanten Richtlinien erreichen - sowohl was die Markteinführung der Konsole betrifft als auch die des Datenschutzes.

Trotzdem sind viele Nutzer überaus skeptisch. Mit der Gesten- und Stimmerkennung kann die Xbox One wie ein Überwachungsinstrument eingesetzt werden. Der Skandal um die US-Geheimdienste und die Weitergabe der Angaben - auch von Microsoft - hat das noch befeuert.

Es ist komplett kontrollierbar. Und die Macht der Kontrolle liegt beim Nutzer. Sie können die Konsole abschalten und größtenteils bestimmen, welche Information sie sammelt und nutzt. All diese Daten können das Spielerlebnis verbessern. Die Nutzer können bestimmen, was sie möchten.

Inwiefern werden die von der Xbox One gesammelten Nutzerinformationen für Marketing verwendet?

Wir wollen keine Daten sammeln. Wir sind nicht an Unterhaltungen interessiert, die im Wohnzimmer geführt werden. Das ist eine Privatangelegenheit. Es geht uns nur um Sprachbefehle. Wir wollen ein Unterhaltungsangebot, das den Nutzer erkennt und dadurch verbessert wird.

Mit Chris Lewis sprach Roland Peters

Quelle: ntv.de

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