Technik

Studie zur Internetnutzung Männer drin, Frauen nicht

Das Internet wird von deutlich mehr Männern als Frauen genutzt. Das ist das Ergebnis einer geschlechtsspezifischen Auswertung des (N)onliner Atlas 2002, die von der Initiative D 21 und von Emnid in Berlin vorgestellt wurde. Während fast die Hälfte aller Männer online ist, surfen lediglich 35 Prozent aller Frauen im Netz. Befragt wurden mehr als 30.000 Personen über 14 Jahren.

Ziel der Untersuchung ist es nach den Worten von D 21-Geschäftsführer Norbert Eder, mögliche Maßnahmen der Politik und Wirtschaft genauer auf die Zielgruppe Frauen zuschneiden zu können. Denn insgesamt wird die Schere zwischen Männern und Frauen bei der Internetnutzung immer größer, hieß es. Der Zuwachs im vergangenen Jahr betrug statt erwarteter zehn Prozent nur vier Prozent. Das größte Online-Potenzial liege aber bei den Frauen, vor allem bei den 12,6 Millionen nicht Berufstätigen, die offline seien.

Je besser die Bildung, desto eher im Netz

Einfluss auf die Internetnutzung haben bei Männern und Frauen laut Auswertung soziodemographische Daten - allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Bei den 14- bis 39-jährigen Frauen gibt es mehr "Onlinerinnen" als "Offlinerinnen". Ab 40 kehrt sich das Verhältnis um. Bei den Männern kehrt sich das Verhältnis dagegen erst ab 50 Jahren um.

Für Männer und Frauen gilt: Je besser die formale Bildung, desto höher ist der Anteil jener, die im Netz sind, wie es heißt. Berufstätige sind fast doppelt so häufig Internetnutzer wie nicht Berufstätige. Mit steigendem Haushaltseinkommen steigt der "Onliner"-Anteil.

Servicefreundliche Online-Angebote gefordert

Um mehr Menschen für das Internet zu begeistern, müsste es "gebrauchsfreundlicher" werden, forderte die Geschäftsführerin des Vereins "Frauen geben Technik neue Impulse", Barbara Schwarze. Die Online-Angebote sollten servicefreundlicher, Zeit sparender und besser betreut sein.

Am besten sei es, solche Orte mit der Technik auszustatten, an denen sich Frauen auch im Alltagsleben träfen, sagte Schwarze. Dies könnten beispielsweise Kirchen, Vereine oder andere Gruppen sein.

Die Initiative D 21 ist ein gemeinnütziger, branchenübergreifender Verein von rund 300 Unternehmen mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen. Sie wurde 1999 gegründet.

Quelle: ntv.de