Technik

Google-Tochter soll Patentlizenz kaufen Microsoft klagt Motorola weich

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Das Motorola Razr soll Microsofts FAT-Patent verletzen.

(Foto: Motorola/kwe)

Microsoft verdient viel Geld, indem es bei Herstellern von Android-Smartphones für Patent-Lizenzen Geld eintreibt. Google-Tochter Motorola weigert sich aber, die Ansprüche des Konkurrenten anzuerkennen - und kassiert dafür jetzt in Deutschland eine einstweilige Verfügung.

Der Softwarekonzern Microsoft hat im Streit um Patentrechtsverletzungen einen weiteren Punktsieg gegen den Handyhersteller Motorola Mobility erzielt. Ein Münchener Gericht zeigte sich "überzeugt", dass Motorola das Patent auf das Dateiverteilungssystem File Allocation Table (FAT) verletzt habe und verhängte eine einstweilige Verfügung gegen die Google-Tochter.

In dem Streit geht es um ein Verfahren, das Nutzern ermöglicht, ihren Dateien auch längere Namen mit mehr als acht Zeichen zu geben. Laut Microsoft wurde mit der Erfindung das bei älteren Betriebssystemen auftauchende Problem gelöst, dass nur kurze Dateinamen vergeben werden können. Es sei ein neuartiges System entwickelt worden, bei dem ein zweiter Verzeichniseintrag im Speicher mit dem ersten, kurzen Dateinamen verknüpft werde und einen zweiseitigen Zugriff auf die entsprechenden Informationen zulasse.

Microsoft hatte Motorola vorgeworfen, das Patent mit den Smartphones Razr, Razr Maxx und Atrix verletzt zu haben. Wenn der Softwarekonzern die Verfügung endgültig durchsetzen sollte, muss Motorola diese Produkte in Deutschland zurückrufen und Schadensersatz zahlen. Microsoft äußerte indes die Hoffnung, der Handyhersteller möge sich anderen Produzenten von Androidgeräten anschließen und einfach eine Lizenz für die Patentnutzung erwerben.
Motorola war nicht umgehend für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die beiden Unternehmen stehen sich in Deutschland und den USA bereits in einer Reihe von Patentrechtsstreiten gegenüber. Beide Seiten haben dabei Erfolge erzielt und wegen verschiedener Copyright-Verletzungen einstweilige Verfügungen gegen den anderen erwirkt.

Microsoft verdient gut mit Lizenzen

Schätzungen zufolge hat Microsoft im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 450 Millionen US-Dollar mit Lizenzen für Geräte mit Googles Betriebssystem verdient. Welche Summen genau Lizenznehmer pro Smartphone oder Tablet zahlen, ist nicht bekannt. Vermutlich bewegen sich die Gebühren zwischen 5 und 15 Dollar pro Gerät.

Googles Einkauf Motorola ist wahrscheinlich der letzte große Hersteller, der Microsoft den Kniefall versagt. Im vergangenen Jahr sorgte Samsungs "Kapitulation" für Unmut bei Google. Microsoft versage mit dem eigenen System auf dem Smartphone-Markt. Deshalb greife es zu juristischen Mitteln um von den Leistungen anderer zu profitieren und Innovationen auszubremsen, teilte das Unternehmen mit.

Quelle: ntv.de, kwe/DJ

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