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Mozilla hat Besseres zu tun Thunderbird wird kaltgestellt

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Mozilla stellt die Weiterentwicklung von Thunderbird ein.

Mozilla stellt die Weiterentwicklung seines beliebten E-Mail-Programms "Thunderbird" ein, weil es keine mobile Zukunft hat. Ein Ende des Web-Briefträgers bedeutet die Entscheidung allerdings nicht. Mozilla will weiter dafür sorgen, dass Nutzer sicher E-Mails empfangen und verschicken können.

Mozilla will sein E-Mail-Programm Thunderbird nicht mehr weiterentwickeln. Die Stiftung konzentriere sich auf wichtige Projekte fürs Web und für mobile Geräte, daher hätten Innovationen für die Desktop-Software nicht mehr Priorität, heißt es in einem Eintrag bei "MozillaWiki". Die nicht-kommerzielle Organisation will aber weiter Sicherheits- und Stabilitäts-Updates anbieten, zudem soll die Community in Eigenregie weiter an Thunderbird arbeiten können.

Mozilla will mobil Fuß fassen

Mozilla, bekannt geworden mit dem Firefox-Browser, treibt derzeit mehrere Projekte für mobile Geräte voran. So ist ein Browser fürs iPad geplant. Ebenfalls in Arbeit ist ein Betriebssystem für Smartphones, erste Geräte der chinesischen Hersteller ZTE und TCL sollen 2013 in Brasilien auf den Markt kommen. Mehrere Mobilfunk-Anbieter, darunter die Deutsche Telekom, Sprint und Telefónica, unterstützen das Projekt, das bislang unter dem Namen "Boot to Gecko" lief. Zudem arbeitet Mozilla an einem System namens Persona zur Verwaltung von Identitäten im Netz.

Thunderbird hat nach Angaben von Mozilla mehr als 20 Millionen Nutzer. Die meisten seien mit den Basis-Funktionen zufrieden, schreibt Mitchell Baker, Vorsitzende Mozilla-Stiftung, in ihrem Blog. Gleichzeitig seien Internet-basierte Formen der Kommunikation als Alternativen immer beliebter geworden. "Daher ist es nur natürlich, dass wir uns auf die Stabilität von Thunderbird konzentrieren und Innovationen über andere Angebote vorantreiben."

Die nächste Thunderbird-Version plant Mozilla, am 20. November zu veröffentlichen. Sicherheits-Updates sollen alle sechs Wochen folgen. Hin und wieder würden auch neue Funktionen der Community zusammen mit den Updates verteilt, heißt es auf "MozillaWiki". Thunderbird ESR (Extendes Support Release), das vor allem Organisationen und Unternehmen nutzen und das nur einmal im Jahr neue Funktionen erhält, ist von der Änderung vorerst nicht betroffen.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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