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Lenovo Yoga Tablet 2 Pro im Test Pfiffiges Heimkino-Tablet mit eigenem Beamer

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Ein Tablet mit Beamer und Klappständer: Das ist das Yoga Tablet 2 Pro.

(Foto: jwa)

Das Yoga Tablet 2 Pro von Lenovo ist nicht einfach nur ein richtig großes Tablet mit 13-Zoll-Bildschirm. Es hat einen integrierten Beamer und macht so jedes Zimmer zum Heimkino.

Lenovos Yoga-Tablets fallen mit ihren eigenwilligen Form sofort auf. Ein Zylinder an der Längsseite birgt einen großzügigen Akku und verleiht dem Tablet den Look einer umgeklappten Zeitschrift. Dank eines Klappständers kann das Tablet bequem auf den Tisch gestellt werden, um Filme, Fotos oder Dokumente anzuschauen. Doch das riesige Tablet 2 Pro hat noch ein weiteres Extra, das es von der Konkurrenz unterscheidet: An der Seite ist ein kleiner Beamer eingebaut, der das Tablet zum Heimkino-Projektor macht.

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Der Beamer steckt seitlich im Akkuzylinder.

(Foto: jwa)

Ohne diesen Zusatz wäre das Yoga 2 Pro zuerst einmal nur ein gewöhnliches Tablet mit ungewöhnlicher Form. Die Auflösung des 13,3-Zoll-Displays ist mit 2560 x 1440 Pixeln ausreichend hoch für eine scharfe Darstellung von Schriften, Bildern und Bewegtbildern. Der Vierkern-Prozessor von Intel taktet nicht besonders hoch, 1,33 Gigahertz sind nicht zeitgemäß. Er ist schnell genug für die meisten Anwendungen und für den Einsatz im Alltag, gerät aber bei Spielen mit hohen Anforderungen an Rechenleistung und Grafik an seine Grenzen. Auch beim Scrollen durch Webseiten mit vielen Bildern und anderen Inhalten läuft nicht immer alles flüssig, insgesamt ist die Performance aber akzeptabel.

Klappständer und Beamer

Die Benutzeroberfläche basiert auf Android 4.4, Lenovo hat ihr mit ein paar Anpassungen aber einen Hauch von iOS verpasst: Viele App-Symbole sind quadratisch mit abgerundeten Ecken, einen App-Drawer gibt es nicht. So erinnert die Oberfläche des Yoga-Tablets ein wenig an ein iPad. Im Einstellungsmenü, das zweispaltig angelegt ist, nutzt Lenovo das große Display aus. Eine Schaltfläche in der Navigationsleiste führt direkt zu einigen Apps, die im Mehrfenster-Modus ausgeführt werden können, darunter die Bildergalerie, E-Mails und Nachrichten sowie der Chrome-Browser.       

Die wichtigsten Spezifikationen

  • Display: 13,3 Zoll, 2560 x 1440 Pixel, 221 ppi
  • System: Android 4.4 Kitkat
  • Prozessor: Intel Atom Z3745, Quad_Core, 1,33 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 32 GB
  • Akku: 9600 Milliamperestunden
  • Hauptkamera: 8 Megapixel
  • Frontkamera: 1,6 Megapixel
  • Bluetooth 4.0, WLAN a/b/g/n, LTE
  • Gewicht: 948 Gramm

Seine Stärken hat das Riesen-Tablet im Medienbereich: Mit ausgeklapptem Ständer ist es ein veritabler Ersatz für den Fernseher in Küche, Wohn- oder Schlafzimmer und kann bequem überall hin mitgenommen werden. Das Display ist ausreichend groß, um alleine oder zu zweit Serien, Filme oder TV-Livestreams anzuschauen. Für den gemeinsamen Familienabend auf der Couch reicht es nicht ganz. Dafür gibt es dann aber den Beamer, der ein akzeptables Bild an jede Zimmerwand wirft. Je größer, desto unschärfer wird natürlich die Darstellung, aber bis zu einer Diagonale von rund einem Meter ist das Bild gut genug. Voraussetzung ist allerdings, dass die Umgebung dunkel ist, denn besonders hell ist das Bild des Pico-Beamers nicht. Für Präsentationen in abgedunkelten Büroräumen bei Tageslicht ist das Tablet dann auch nur bedingt geeignet.

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An der Rückseite befindet sich ein kleiner Subwoofer.

(Foto: jwa)

Die Bildschärfe lässt sich mittels eines kleinen Schiebereglers an der Unterseite des Tablets anpassen. Im Einstellungsmenü kann man festlegen, dass sich der Tablet-Bildschirm automatisch ausschaltet, sobald der Beamer eingeschaltet wird. Bei Berührung wird der Bildschirm wieder aktiv. Damit der Beamer bei der Projektion nicht direkt auf dem Tisch aufliegt, kann der Metall-Ständer ausgeklappt werden. Praktisch: je nach Nutzungsszenario kann das Tablet aufgestellt oder dank einer Aussparung im Ständer an die Wand gehängt werden. Auf dem Schoß im Querformat liegt es ebenfalls angenehm. Für das Halten mit einer Hand im Hochformat ist es aber zu groß und zu schwer, der Schwerpunkt ist hier zudem aufgrund des Akkuzylinders nicht ausbalanciert.

Mit Subwoofer

Der Klang kommt aus zwei Stereolautsprechern von JBL an der Front des Tablets, an der Rückseite sitzt ein kleiner Subwoofer. Im Vergleich zu normalen Tablet-Lautsprechern liefern sie guten Sound, ihre Fähigkeiten sind aber nicht zuletzt aufgrund ihrer Größe begrenzt. Trägt man das Tablet auf dem Schoß, ist die Lautstärke absolut ausreichend. Im Heimkino-Modus mit Beamer empfiehlt sich aber der Anschluss von externen Boxen. Leider ist der Anschluss nicht besonders laut, so dass die Boxen selbst etwas Power mitbringen sollten.

Hinter einer Klappe auf der Rückseite verbergen sich Steckplätze für eine SIM-Karte sowie für eine microSD-Karte, um den internen Speicher von 32 Gigabyte zu erweitern. LTE unterstützt das Yoga-Tablet, den schnellen WLAN-ac-Standard aber noch nicht. Die Laufzeit des Akkus, der im länglichen Zylinder reichlich Platz hat, ist gut und soll trotz des großen Displays bis zu 15 Stunden betragen - das sagt zumindest Lenovo. Im Test reichten die 9600 Milliamperestunden zwar nur für rund 11 bis 12 Betriebsstunden, aber auch das ist ein guter Wert. Für Projektionen mit ausgeschaltetem Display gibt Lenovo eine Laufzeit von 5:43 Stunden an, genug also für zwei bis drei Spielfilme oder sechs 45-minütige Episoden einer TV-Serie.

Damit ist das Yoga Tablet 2 Pro ein ideales Tablet für zu Hause, das beim Medienkonsum kleinere Laptops spielend ersetzen kann. Mit einer angeschlossenen Bluetooth-Tastatur ist es ideal für Produktivitäts-Anwendungen. Der integrierte Beamer ist ein cleveres Extra, der es von der Konkurrenz absetzt und den Preis von aktuell rund 460 Euro aufwärts rechtfertigt. Für den Einsatz unterwegs ist es eher weniger geeignet, denn mit rund 950 Gramm ist es recht schwer und mit einer Bildschirmdiagonale von 13,3 Zoll auch etwas groß für die Hand- oder Aktentasche. Der runde Akkuzylinder ist zudem zwar ein Blickfang, macht das Tablet aber auch unförmig und schwierig zu halten. Seine Vorteile spielt es zu Hause aus, wo es bequem auf dem Schoß oder auf dem Tisch ruhen kann.

Quelle: n-tv.de

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