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Pädophile nutzen anonymen Messenger Polizei warnt vor Sex-Falle Kik

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Sexting ist eine der Gefahren, denen sich Minderjährige Kik-Nutzer aussetzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jugendschützer und Polizei warnen vor der vermeintlich sicheren Whatsapp-Alternative Kik. Vor allem in der Kombination mit Instagram ist die App für Kinder brandgefährlich.

In Australien bezeichnet die Polizei die Messenger-App Kik bereits als das "Social-Media-Problem Nummer 1", in das Teenager verwickelt sind, berichtet "pressetext". Ähnlich wie Whatsapp ist Kik eine kostenlose Chat-Anwendung, die es ihren Usern jedoch erlaubt, mit völlig Fremden anonym in Kontakt zu treten. Kreiert wurde die Anwendung für Nutzer ab 17 Jahren, das Hauptklientel ist jedoch gerade einmal 11 bis 15 Jahre alt.

Anonym bedeutet nicht sicher

"Solch eine App ist für den Jugendschutz katastrophal. Das öffnet Pädophilen Tür und Tor", sagt der Wiener Jugendanwalt Anton Schmid."Das Internet zeigt uns die Grenzen der althergebrachten Jugendschutzmethoden auf. Es ist viel zu schnelllebig, um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können. Das Wichtigste ist eine gute medienpädagogische Erziehung. Junge Menschen müssen darauf vorbereitet werden, was sie im Web erwartet."

Die App hat laut Google-Play-Store weltweit 90 Millionen Nutzer und kann auf allen gängigen Smartphone-Betriebssystemen installiert werden. Statt der Telefonnummer oder des echten Namens, hat jeder einen Nicknamen. Vor allem in Kombination mit dem Fotodienst Instagram kann Kik gefährliche und für Teens nicht abschätzbare Konsequenzen haben.

Auf Instagram kann man Fotos öffentlich posten und andere mit "Kik me" zu einem privaten Chat einladen. Dabei muss der Kontakt nicht unbedingt direkt stattfinden. Der Blogger "HighTechDad" berichtet beispielsweise, dass seine Tochter von einem Unbekannten via Kik aufgefordert wurde, ihm Nacktfotos von sich zu schicken. Der Mann hatte den Kik-Nutzernamen der Halbwüchsigen von ihrer Freundin in einem privaten Chat erfahren.

Viele Sexbilder auf Instagram

Sucht man in Instagram nach mit "Kik me" oder "kik" getaggten Fotos, findet man neben scheinbar harmlosen Bildern auch sehr viele pornografische Darstellungen. Das sogenannte Sexting über Kik ist sehr beliebt und kann nur schwer von Minderjährigen ferngehalten werden. Vier Prozent der Teenager, die ein Smartphone besitzen, haben über verschiedene Dienste bereits Nacktbilder von sich versendet und 15 Prozent ebensolche Inhalte von ihnen bekannten Personen erhalten, erläutert das amerikanische National Center for Missing and Exploited Children.

Quelle: ntv.de, kwe/pte