Technik

"Asyl für Snowden!" Republica im Zeichen der NSA-Affäre

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David Hasselhoff hat am ersten Tag der Republica anderen Rednern die Show gestohlen.

(Foto: Screenshot)

In Berlin beginnt die Web-2.0-Konferenz Republica, bei der rund 6000 Teilnehmer vor allem über die Bedrohung der Internet-Freiheit diskutieren. "Into The Wild" ist das Motto - was hat da David Hasselhoff zu suchen?

Mit einem Plädoyer gegen staatliche Überwachung im Internet hat in Berlin die größte Versammlung von Netzaktivisten in Deutschland begonnen. Vor den rund 6000 Teilnehmern der Republica rief Mitveranstalter Markus Beckedahl dazu auf, "das Netz wieder aus den Händen dieser kriminellen Geheimdienste (zu) entreißen". Edward Snowden, der diese Machenschaften publik gemacht habe, müsse Asyl in Deutschland erhalten, sagte Beckedahl.

Der Chef der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), begrüßte, dass die dreitägige Konferenz die Freiheit vor Überwachung in den Blick rücke - "egal ob sie staatlicher oder privater Natur ist". "Ihr seid Teil dieser Freiheitsbewegung", rief Böhning den Teilnehmern zu. "Es geht darum, Mauern einzureißen und zu diskutieren, wie das klappen kann."

Dosiertes Sponsoring

Neben politischen Themen geht es in den rund 350 Vorträgen und Podiumsdiskussionen auch um Netzkultur, die Gestaltung persönlicher Identitäten im Netz und um die Zukunft der Medien. Was 2007 als Bloggerkonferenz begann, wird inzwischen von Politikern und Managern aufmerksam beobachtet - und findet Unterstützung bei Konzernen wie Daimler und Microsoft.

Auf die Frage nach einer zunehmenden Kommerzialisierung der Republica sagte Beckedahl, die jedes Jahr größer gewordene Veranstaltung müsse ihre Kosten decken. Die Veranstalter achteten darauf, dass die Beiträge der Sponsoren im Einklang mit dem Anliegen der Konferenz blieben.

Einer der Kooperationspartner ist F-Secure, der "the voice of freedom" David Hasselhoff als Botschafter der digitalen Freiheit mit nach Berlin gebracht hat, um mit dem Chef-Virenforscher des Unternehmens über digitale Freiheit und Privatsphäre zu diskutieren. F-Secure meint mit "Freedom" aber vor allem seine neuen Apps für Android- und iOS-Geräte, die per VPN-Verbindung Nutzern Privatsphäre garantieren sollen.

Hasselhoff weiß, dass das Internet nie vergisst

Bei einer Pressekonferenz begründete Hasselhoff laut "Futurezone" sein Engagement mit dem Video, in dem er volltrunken einen Burger isst. Den Clip hat seine Tochter gedreht, wollte es aber angeblich nie veröffentlichen. Ihr Handy sei gehackt worden, sagte der ehemalige Baywatch-Star. "Wie dieses Video an die Öffentlichkeit geriet, war ein massiver Eingriff in meine Privatsphäre und die Privatsphäre meiner Familie." Das Video wird Hasselhoff nie mehr los, noch immer ist es auf zahlreichen Plattformen zu sehen. Das Internet vergisst nie.

Quelle: ntv.de, kwe/dpa