Technik

HDTV für 100 Euro Sat-Receiver im Test

Wer hochauflösendes Fernehen auf den Flachbildschirm holen will, kommt um einen Sat-Receiver nicht herum. Doch damit ist es nicht getan: Wer die vollen Vorteile von HDTV nutzen will, braucht sogar zwei Geräte: Eins zum Aufnehmen und eins, um HD+ zu empfangen.

HDTV-Mangel: Sendungen in hoher Auflösung werden die Ausnahme bleiben. Das eröffnet Chancen für den TV-Empfang über Internet-Protokoll. (Bild: dpa/tmn)

Wer scharf sehen will, muss nächstes Jahr 50 Euro zusätzlich berappen.

Die großen Privatsender sind schon eine Weile im HD-Zeitalter angekommen, ARD und ZDF starten ihr HDTV-Programm pünktlich zu den Olympischen Winterspielen. Eigentlich steht dem hochauflösenden Fernsehglück also nichts mehr entgegen – bis auf die Frage nach dem richtigen Satelliten-Receiver. Und die ist nicht einfach zu beantworten, wie ein Test des Technikmagazins Chip beweist.

 

"Die Fernsehwelt ist komplizierter geworden", so umreißt Chip-Redakteur Christoph Schmidt das Problem. Denn mit HD+ gibt es eine neue Plattform für das Rechte-Management, mit der die großen Privatsender die Nutzung ihrer Programme steuern. So können RTL, Sat.1, Pro7 und Co. zum Beispiel die Aufzeichnung auf Festplatten verhindern. Die Zuschauer sollen so daran gehindert werden, per Time-Shift Werbeblöcke einfach zu überspringen. "Dass Aufnehmen mit HD+-Receivern unmöglich ist, gilt dann leider auch für Programme, die nicht entsprechend verschlüsselt sind", erklärt Schmidt.

Ein Jahr gratis

Die fünf Privatsender sind ein Jahr lang kostenlos in hoher Auflösung zu sehen. Danach werden voraussichtlich 50 Euro pro Jahr fällig. Wer die Privatsender schon jetzt in HD sehen will und generell keinen Wert auf Aufnahmefunktionen legt, ist mit dem Humax HD-FOX gut beraten. Im Chip-Test erreicht er zwar nur den neunten Platz, aber das 180 Euro teure Gerät kann - abgesehen von den Einschränkungen wegen HD+ - durchaus überzeugen. Die acht Receiver, die im Chip-Test vor dem Humax rangieren, beherrschen HD+ nicht. Eindeutiger Sieger wurde der TechniSat Digit HD8-s. Das einzige mit "sehr gut"bewertete Gerät leistet sich keine einzige Schwäche, ist mit einem Preis von 290 Euro allerdings auch das teuerste. Der zweitplatzierte Kathrein UFS 910si ist mit 210 Euro schon deutlich günstiger, aber auch nicht ganz so gut ausgestattet wie der Testsieger.

Bei 100 Euro geht's los

Als Preistipp kürte Chip den SetOne EasyOne S-HD 2, der für 100 Euro zu haben ist und abgesehen von leichten Schwankungen in der Farbwiedergabe mit den Topgeräten konkurrieren kann. Alle zwölf Receiver wurden in der Ausstattungsversion ohne Festplatte getestet. Mit integriertem Speichermedium steigen die Preise auf 400 bis 800 Euro – dafür bieten diese Geräte sämtliche Archivierungsfunktionen ohne Kabelsalat und aus einem Guss.

 

Ansonsten verfügen die meisten Testgeräte ohne HD+-Zertifizierung über USB-Anschlüsse, die in der Regel Aufnahmen auf externe Medien erlauben. Christoph Schmidt: "Sie können an diese Receiver jeden beliebigen USB-Datenträger anschließen und darauf Sendungen speichern."

Zwei Receiver für volles Programm

Wegen der Komplikationen, die HD+ mit sich bringt, stehen HDTV-Einsteiger vor einer absurden Situation: Wer sämtliche Vorteile des digitalen HD-Fernsehens nutzen will, braucht zwei Receiver – einen zum Aufnehmen und Timeshiften, und einen weiteren, um Privatsender über HD+ empfangen zu können. CHIP-Redakteur Schmidt: "Oder aber Sie verzichten erst mal auf HD+ und investieren das gesparte Geld in Blu-ray-Filme."

Quelle: n-tv.de, ino

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