Technik

Tauschbörsen-User sollen zahlen Schock im Briefkasten

Rund 150 Internet-Nutzern in Dänemark dürfte der Schock beim Gang zu ihrem Briefkasten gehörig in die Glieder gefahren sein. Sie erhielten Rechnungen in Höhe von bis zu 13.360 US-Dollar. Ausgestellt hat die Zahlungsaufforderungen die dänische "Anti Pirat Gruppen" (APG), die im Auftrag der "Internationalen Vereinigung der phonografischen Industrie" Tauschbörsen beobachtet und Urheberrechte zu schützen versucht. Dies berichtet der Online-Nachrichtendienst de.internet.com.

Die Schreiben gingen bislang an User der Filesharing-Plattformen Kazaa und eDonkey. Den Betroffenen wurde mitgeteilt, bei Bezahlung und Löschen des urheberrechtlich geschützten Materials auf den Festplatten werde die Rechnungssumme halbiert. Der Betrag setze sich aus dem zum Tausch angebotenen Material zusammen. Pro Musik-Datei wurde ein Preis von 2,67 US-Dollar berechnet, für einen kompletten Film fordert die AGP 26,70 US-Dollar und für ein Computerspiel im Durchschnitt 50 US-Dollar.

Das Vorgehen stieß bei Datenschützern auf scharfe Kritik. An der Methode und der Richtigkeit der Rechnungen gebe es erhebliche Zweifel. Die AGP habe keine reale Grundlage zu der Annahme, dass sich hinter den entdeckten Dateien auch wirklich Copyright-geschütztes Material verberge, wird ein Informatikprofessor der dänischen Universität Aalborg zitiert. In den Tauschbörsen seien zahlreiche gefälschte Dateien im Umlauf, deren Namen nicht dem Inhalt entsprächen. Andere Dateien seien von der Musikindustrie selbst ins Netz gestellt oder von den Nutzern von rechtmäßig erworbenen CDs auf Festplatte kopiert worden.

Quelle: n-tv.de