Technik

Mehr Leistung und langes Leben So lädt man Smartphone-Akkus richtig

Ein Smartphone-Akku will gepflegt werden.

Ein Smartphone-Akku will gepflegt werden.

(Foto: Samsung)

Nichts birgt bei Smartphones so viel Frustpotenzial wie die Akkulaufzeit. Über einen Tag kommt kaum ein Gerät hinaus und das trotz gewissenhaften Ladens. Doch was hilft dem Akku wirklich? Mit ein paar Tricks lässt sich die Lebenszeit verlängern.

Smartphone-Akkus haben eine unschöne Angewohnheit: Sie machen meistens dann schlapp, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Doch auch wenn vor dem plötzlichen Akku-Tod niemand gefeit ist, kann man die Laufzeit und die Lebensdauer der kleinen Kraftzellen mit etwas Know-How merklich verbessern - oder sie im Fall von akutem Saftmangel wenigstens besonders schnell wieder aufladen.

Zuerst gilt es, den sogenannten Memory-Effekt zu vergessen, nach dem sich ein Akku Teilladungen "merkt" und seine Leistungsfähigkeit verliert, wenn er nicht vollständig entladen und wieder aufgeladen wird. Die Lithium-Ionen- (LiIon) oder Lithium-Polymer-Akkus (LiPo), die in modernen Smartphones stecken, haben diese berüchtigte Eigenschaft älterer Akku-Modelle (fast) nicht mehr. Es ist für die Ausdauer eines Akkus gleich, ob man sein Smartphone bei 40, 57 oder 78 Prozent ans Kabel anschließt. Auch auf die Anzahl der Ladezyklen hat das keinen Einfluss: Ein Ladezyklus umfasst immer den vollständigen Verbrauch der Akkukapazität sowie dessen vollständige Aufladung auf 100 Prozent - egal, in wie vielen Teilschritten dies passiert. 

Extreme vermeiden

Tatsächlich ist es sogar ratsam, den Akku weder vollständig zu entladen noch ihn komplett aufzuladen, da die Elektroden im Akku in den Extrembereichen besonders stark belastet werden. Das verkürzt auf lange Sicht die Lebensdauer. Als gesunde Ladung gelten Werte nicht unter 10 bis 30 Prozent und nicht über 70 bis 90 Prozent. Hängt das Handy einmal am Kabel, sollte man es zudem eine Weile Energie tanken lassen und es nicht schon bei 30 Prozent wieder vom Strom nehmen. Ebenso sollte man mit dem Aufladen nicht schon beginnen, wenn noch 70 Prozent oder mehr Ladung vorhanden sind. Ebenfalls belastend sind extrem hohe und extrem niedrige Temperaturen: Unter minus 10 Grad sowie über plus 40 Grad Celsius sollten Smartphones nicht betrieben und nicht aufgeladen werden. Extreme Hitze ist dabei aber schlimmer als Kälte.  

Dauerhaft niedrige Ladestände sind für den Akku schädlich und sollten vermieden werden. Vor einer wirklichen Tiefentladung schaltet sich das Gerät zwar aus, trotzdem verlangt das dauerhafte Fahren auf Reserve dem Akku einiges ab. Aus dem gleichen Grund sollte man auch vermeiden, das Smartphone am Strom zu lassen, wenn der Akku voll ist, also zum Beispiel über Nacht. Eine Gefahr durch "Überladung" besteht zwar nicht, das weiß die Ladelektronik im Gerät zu verhindern. Doch sobald der Akku fast voll ist, legt dieser sich schlafen und wird erst wieder aktiv, wenn ein bestimmter Nennwert unterschritten wird, um den Akku erneut voll aufzuladen. Dieses ständige, kurze Wiederaufladen kann ebenfalls den Akku strapazieren. Sinnvoller ist es daher, das Smartphone über Nacht auszuschalten oder den Flugmodus zu aktivieren. So bleibt der Verbrauch minimal und am Morgen ist der Akku noch fast genau so voll wie am Abend zuvor.

Finger weg vom Computer

Apropos Flugmodus: Schneller lässt sich ein Akku laden, wenn man leistungsintensive Funktionen während des Ladevorgangs deaktiviert. Dazu zählen Bluetooth und GPS, aber auch WLAN und mobiles Netz sowie ein ständig aktives Display. Am schnellsten lädt sich ein Akku auf, wenn das Smartphone während des Ladevorgangs ganz ausgeschaltet ist. Dann kann der gesamte Ladestrom zum Auftanken des Akkus verwendet werden und muss nicht noch gleichzeitig das Gerät selbst am Laufen halten.

Wenn es schnell gehen muss, sollte man außerdem einen Bogen um den Computer machen: Viele verbinden ihr Smartphone via USB-Kabel mit einem Computer. Die Leistung, die durch das Kabel ins Smartphone fließt, ist aber deutlich geringer als bei Ladegeräten für die Steckdose, oft fließt nur halb so viel Strom. Deshalb dauert es mit dieser Methode viel länger, bis ein Akku voll ist.

Bemerkbar macht sich das noch stärker bei Tablets als bei Smartphones, die mehr Ladestrom benötigen und über den PC überhaupt nicht genügend Saft bekommen. Umgekehrt kann ein Tablet-Ladegerät aber auch zum Aufladen eines Smartphones genutzt werden. Die Ladeelektronik im Gerät sorgt dafür, dass dem Akku nichts passiert. 

Bei neuen Geräten ist es übrigens nicht nötig, diese erst vollständig zu laden, bevor man sie in Betrieb nimmt, auch wenn dies von den Herstellern oft gefordert wird. Sie können direkt genutzt werden, da sie in den meisten Fällen bereits vorgeladen sind. Auch hier reicht es für einen gesunden Akku, die oben genannten Werte einzuhalten.

Quelle: n-tv.de