Technik

Platz sparen, Verlust vorbeugenSo lädt man alle iPhone-Aufnahmen aus der iCloud herunter

17.08.2026, 15:45 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Alle iCloud-Fotos speichern (1 von 1)
Am einfachsten lädt man iCloud-Aufnahmen über einen Mac auf einen externen Speicher herunter. (Foto: kwe)

iPhone-Fotos und -Videos automatisch in der iCloud speichern zu lassen, ist praktisch. Aber es gibt gute Gründe, die Aufnahmen nicht alleine Apple anzuvertrauen, sondern sie zusätzlich offline zu sichern. ntv.de erklärt, wie man das am besten mit einem Mac oder einem Windows-PC macht.

Nicht nur die Qualität der iPhone-Fotos hat sich in den vergangenen zehn Jahren enorm verbessert, auch die Speichergröße der Aufnahmen ist enorm gewachsen. Beim iPhone 6 waren die Bilder üblicherweise noch 2 bis 3 Megabyte (MB) groß, heute bis zu 15 MB oder noch mehr. Bei den Videos ist der Anstieg noch krasser: Eine Minute mit Full-HD-Auflösung und 30 Bildern pro Sekunde (fps) nahm damals um die 100 MB ein, nutzt man alle Möglichkeiten eines aktuellen Geräts sind es mehrere Hundert MB.

Der Speicher wird schnell knapp

Das bedeutet, dass sich der verfügbare Flash-Speicher der iPhones heute oft viel schneller füllt als damals. Man kann deshalb von vornherein viel Geld für Modelle mit hohen Kapazitäten ausgeben, wofür sich Apple fürstlich bezahlen lässt. Der Preisunterschied zwischen dem iPhone 17 Pro mit 256 Gigabyte (GB) Speicher und dem Modell mit 512 GB beträgt beispielsweise 250 Euro, die Variante mit 1 Terabyte (TB) kostet 500 Euro mehr. Viele Nutzerinnen und Nutzer erhöhen stattdessen oder zusätzlich den kostenlosen iCloud-Speicher von 5 GB, der ohnehin kaum für Backups ausreicht. Für 200 GB zahlt man knapp 3 Euro pro Monat, für 2 TB 10 Euro.

Das ist praktisch, und wenn man die automatische Sicherung aktiviert hat, sieht man in der Fotos-App keinen Unterschied zwischen lokal und in der iCloud gespeicherten Aufnahmen. Hat man in den Einstellungen iPhone-Speicher optimieren aktiviert, sind die Originale möglicherweise sogar nur online gesichert und lokal kleinere Versionen abgelegt.

Aber auch der gebuchte iCloud-Speicher kann knapp werden oder man möchte sich das Geld dafür sparen. Möglicherweise möchte man auch nicht ausschließlich Apple seine wertvollen Erinnerungen anvertrauen. Dann bietet es sich an, die Fotos und Videos auf einem externen Speichermedium zu sichern, beispielsweise einer USB-Festplatte.

iPhone + Mac ist die perfekte Kombi

Mit einem Mac-Rechner nutzt man üblicherweise die Fotos-App. Zunächst verbindet man dafür die externe SSD oder Festplatte mit dem Computer. Sie sollte genügend Kapazität haben, um auch künftige Aufnahmen speichern zu können. Für einen Mac sollte der Datenträger am besten mit APFS formatiert sein. Überprüfen und gegebenenfalls ändern lässt sich das mit dem Festplattendienstprogramm. Achtung: Formatieren löscht sämtliche Daten auf dem Datenträger!

Dann beendet man auf dem Computer die Fotos-App, falls sie geöffnet ist. Dann startet man sie erneut und hält dabei die Option-Taste (⌥) gedrückt. Im sich öffnenden Fenster klickt man auf Neue erstellen und wählt den externen Datenträger als Speicherort aus.

Anschließend öffnet man in der Fotos-App die Einstellungen und klickt unter Allgemein auf Als Systemfotomediathek verwenden. Danach geht man in die Mac-Systemeinstellungen, klickt auf sein Profilbild und anschließend auf iCloud → Fotos. Dort aktiviert man Diesen Mac synchronisieren.

Nun wechselt man zurück zur Fotos-App, öffnet Einstellungen - iCloud und wählt Originale auf diesen Mac laden. Der Computer lädt daraufhin die Fotos und Videos in voller Auflösung aus iCloud in die Mediathek auf dem externen Datenträger.

Zusätzliches Backup nicht vergessen!

Achtung: Die Mediathek ist kein Backup. Löscht man bei aktivierter iCloud-Synchronisierung ein Foto auf dem iPhone, wird das Bild auch dort entfernt. Deshalb empfiehlt es sich, die Aufnahmen zusätzlich auf einen weiteren Speicher zu exportieren. Dazu schließt man das zweite Medium an und wählt in der Mediathek alle Aufnahmen aus, beispielsweise über die Tastenkombination Command + A.

Danach geht man in der Menüleiste über Ablage zu Exportieren und wählt dann Unbearbeitete Originale exportieren. Dabei wird auch die Anzahl der Dateien angezeigt. Im folgenden Dialog kann man unter anderem festlegen, wie Dateinamen und Unterordner angelegt werden sollen. Als Ziel wählt man den zweiten externen Datenträger und startet den Export.

Download bei Apple beantragen

Die zweite Option dauert etwas länger, ist aber umso einfacher. Außerdem funktioniert sie auch mit Windows-PCs. Zunächst gilt es dafür auf dem iPhone zu prüfen, ob der Zugriff auf iCloud-Daten im Web aktiviert ist. Dazu öffnet man die iCloud-Einstellungen über sein Profilbild und scrollt ganz nach unten zu iCloud.com. Dort muss der Regler hinter Zugriff auf Daten erlauben auf Grün gestellt sein.

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Das größte Download-Paket kann 25 GB haben. (Foto: kwe)

Ist das der Fall, öffnet man im Browser privacy.apple.com und meldet sich mit seinem Apple-Konto an. Im Anschluss wählt man Eine Kopie deiner Daten anfordern und anschließend iCloud-Fotos aus. Nachdem man eine Paketgröße festgelegt hat, bereitet Apple die Kopie vor. Das kann unter Umständen einige Tage dauern. Wenn es so weit ist, erhält man eine Benachrichtigung und kann die Dateien direkt auf den externen Speicher herunterladen.

iCloud für Windows verweigert externen Speicher

Nutzt man einen Windows-PC, kann man auch iCloud für Windows nutzen, falls die SSD groß genug ist, um alle Fotos und Videos speichern zu können. Der Haken ist nämlich, dass hier die Auslagerung der Mediathek auf externe Medien nicht unterstützt wird. Reicht die Kapazität aus, lädt man das Programm herunter, installiert es und meldet sich mit seinem Apple-Konto an. Danach kann man unter iCloud-Fotos die Synchronisation aktivieren.

Damit die Aufnahmen heruntergeladen werden und auf dem PC gespeichert bleiben, gilt es eine weitere Einstellung vorzunehmen. Zunächst steuert man links im Datei-Explorer iCloud-Fotos an. Dann klickt man über das Drei-Punkte-Menü Alles auswählen an und macht im Anschluss einen Rechtsklick auf die Auswahl. Im folgenden Menü klickt man Immer auf diesem Gerät behalten an. Ist der Download erledigt, kann man die Aufnahmen auf ein anderes Speichermedium kopieren.

iCloud.com und Drittanbieter-Programme

Ist die SSD zu klein, gibt es noch den Weg über iCloud.com im Browser. Nachdem man sich dort angemeldet hat, markiert man die gewünschten Fotos und Videos. Danach klickt man auf die Download-Schaltfläche und wählt die externe SSD oder Festplatte als Speicherort aus. Der große Nachteil dieser Methode ist, dass man nicht alles in einem Rutsch herunterladen kann, sondern nur in Portionen von höchstens 1000 Dateien.

Eine sehr einfache Möglichkeit, iCloud-Fotos auf an Windows-PCs angeschlossenen externen Festplatten oder SSDs zu sichern, bietet das Programm CopyTrans Cloudly, das knapp 15 Euro kostet. Es lädt Fotos und Videos in Originalqualität herunter und kann bei späteren Sicherungen nur neu hinzugekommene Aufnahmen ergänzen. Außerdem kann man Aufnahmen hochladen. Man muss allerdings akzeptieren, dass die Anwendung eines Drittanbieters Zugriff auf die iCloud-Fotomediathek erhält. Der Hersteller gibt an, Apple-ID und Passwort nicht zu speichern und eine verschlüsselte SSL-Verbindung zu nutzen.

Eine kostenlose Option ist das Open-Source-Tool iCloudPD. Dafür muss man sich aber mit Textbefehlen in Windows PowerShell oder der Eingabeaufforderung auskennen. Eine grafische Oberfläche wie man sie von Windows-Programmen kennt, bietet das Tool nicht.

Quelle: ntv.de

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