Technik
Der Geheimdienst liest mit und das gefällt nicht jedem. Die Konsequenz kann die Löschung des Profils sein.
Der Geheimdienst liest mit und das gefällt nicht jedem. Die Konsequenz kann die Löschung des Profils sein.(Foto: dpa)
Donnerstag, 18. Juli 2013

Es ist aus mit uns!: So meldet man sich bei Facebook ab

Von Isabell Noé

Lass uns Freunde bleiben - aber bitte nicht bei Facebook. Wer dem Netzwerk den Rücken kehren will, sollte das dem virtuellen Bekanntenkreis mitteilen und dann den Ausgang suchen. Aber wo ist der nur?

Es gibt einen Lösch-Button. Aber wo findet man ihn?
Es gibt einen Lösch-Button. Aber wo findet man ihn?

Facebook erinnert ein wenig an einen Irrgarten: Den Eingang findet man leicht, auf der Startseite wartet schon das Registrierungsformular. Doch wenn man erstmal drin ist, wird es schwer, wieder herauszukommen. Dabei gibt es gute Gründe, sich aus dem Netzwerk zurückzuziehen: Die Privatsphäre-Einstellungen etwa, die so verwirrend sind, dass viele Nutzer mehr preisgeben, als sie möchten. Die viele Zeit, die man sinnvoller verwenden könnte, als durch Bilder von Essen, Tieren oder Sinnsprüchen zu scrollen. Und nicht zuletzt das Auffliegen des Prism-Programms. Nicht jedem ist wohl bei dem Gedanken, dass vermeintlich Privates offenbar nicht privat bleibt.

Wer sich nun – aus welchen Gründen auch immer - für einen Abschied von Facebook entscheidet, wird schnell feststellen: so einfach ist die Sache nicht. Der "Abmelden"-Button unter dem Zahnrad-Symbol rechts oben beendet die aktuelle Sitzung, aber keineswegs die Mitgliedschaft.

Mit dem Zahnrad-Symbol ist man aber schon auf dem richtigen Weg. Zumindest dann, wenn man sich noch nicht endgültig aus dem Netzwerk verabschieden möchte. In solchen Fällen kann man sein Konto einfach stilllegen. Klickt man in den "Kontoeinstellungen" in der linken Menüleiste auf "Sicherheit", bekommt man ganz unten einen Link angezeigt: "Deaktiviere dein Konto".

Facebook  in den Winterschlaf schicken

Das Profil ist dann zwar nicht mehr abrufbar, liegt aber weiterhin vollständig auf den Facebook-Servern. Es ist also nur in einer Art Winterschlaf und kann jederzeit wieder zum Leben erweckt werden. In den Freundeslisten wird der Name weiter angezeigt und auch der Mailverkehr mit anderen Nutzern bleibt erhalten. Inhalte, die man auf anderen Facebook-Seiten geteilt hat, werden anonymisiert, bleiben aber weiterhin sichtbar.

Zum Abschied drückt Facebook auch nochmal auf die Tränendrüse und zeigt die Profilbilder von Freunden: "XY wird dich vermissen". Davon sollte man sich nicht irritieren lassen, man kann ja jederzeit wiederkommen. Außerdem lässt einen Facebook nicht gehen, ohne dass man Gründe für den Abschied angibt. Das ist per Multiple Choice schnell erledigt. Wichtig ist es, im entsprechenden Kästchen die E-Mails abzubestellen. Ansonsten kann man sich auf regelmäßige Rückholversuche gefasst machen.

Abschied für immer

Für alle, die einfach nur mal eine Pause von Facebook brauchen oder erstmal ausprobieren wollen, wie sie ohne zurechtkommen, dürfte das Deaktivieren eine passable Lösung sein. Prism-Skeptiker und alle, die mit Facebook nichts mehr zu tun haben wollen, werden sich damit aber nicht zufriedengeben. Wer sein Facebook-Profil endgültig löschen möchte, muss allerdings ziemlich tief wühlen: Erst unter dem Zahnrad auf "Hilfe" klicken und dann unten "Besuche den Hilfebereich". Dort im linken Menü auf "Verwalte dein Konto" gehen und dann auf "Deaktivierung, Löschung & Konten im Gedenkzustand". Unter der Frage "Wie kann ich mein Konto dauerhaft löschen?" findet sich dann der Link zur Abmeldungsseite. Schneller geht das Ganze, wenn man einfach diesem Link folgt.

"Formular" nennt Facebook das Kästchen, das nun erscheint. Aber keine Angst: Um Facebook zu verlassen, muss man keinen Antrag ausfüllen, sondern nur auf "Mein Konto löschen" drücken. Dann verschwindet das Profil auf Dauer und kann auch nicht später wiederhergestellt werden. Wer es sich nach ein paar Tagen nochmal anders überlegt, bekommt aber nochmal eine Chance, denn die Daten werden nicht sofort vom Server getilgt: Loggt man sich in den nächsten zwei Wochen doch nochmal bei Facebook ein, wird die Löschung widerrufen.

Vor der Abmeldung kann es nicht schaden, die auf Facebook gespeicherten Daten auf die Festplatte zu ziehen – hier steht, wie es funktioniert. Neben Fotos, Chronikinhalten oder Chatverläufen findet man hier auch so interessante Informationen wie die IP-Adressen, die bei der Facebook-Anmeldung erfasst wurden oder Informationen zur den Themen von Werbeanzeigen. Das wiederum könnte auch für Mitglieder interessant sein, die Facebook weiterhin die Stange halten wollen.  

Quelle: n-tv.de