Technik

Vita im Schatten der Hackerangriffe Sony zeigt neue mobile Konsole

Eine neue mobile Playstation und ein 3D-Monitor, auf dem zwei Spieler unterschiedliche Bilder sehen: Sony präsentiert auf der Spielemesse E3 in Los Angeles neue Produkte, während das Unternehmen weiter unter massivem Hacker-Beschuss steht.

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Sony-Präsident Kazuo Hirai hätte sicher gerne nur über die Vita gesprochen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Nach der wochenlangen Aufregung um Hacker-Attacken hofft Sony mit neuen Geräten auf positivere Schlagzeilen. Der japanische Konzern stellte auf der Videospielemesse E3 in Los Angeles die mobile Spielekonsole Playstation Vita vor, die die heutige PSP ablösen soll. Zudem präsentierte Sony einen speziellen 3D-Bildschirm für seine Playstation 3.

Der Clou: Zwei Spieler sehen von ihren Positionen aus unterschiedliche Bilder des Geschehens. Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles entschuldigten sich Sony-Manager zudem erneut für die Sicherheitsprobleme und den massiven Datendiebstahl.

Vita kostet 250 Euro

Die Playstation Vita hat einen Touchscreen-Bildschirm mit hoher Auflösung, eine berührungsempfindliche Rückseite und kommt ins Internet nicht nur über Wifi, sondern bei einem Modell auch über eine 3G-Verbindung. Der Bildschirm mit einer Diagonalen von 5 Zoll (12,7 cm) soll dank organischer OLED-Technik besonders leuchtende Farben liefern. Der Preis liegt bei 249 Euro für das WLAN-Modell und 299 Euro für die Variante mit UMTS-Verbindung.

Brisant angesichts der Sicherheitsprobleme ist, dass die Vita noch stärker als bisher auf das vernetzte Spielen setzt. Das Management entschuldigte sich erneut für die Sicherheitsprobleme, die zu einem massiven Diebstahl von Kundendaten beim Playstation Network geführt hatten und den Dienst mehr als einen Monat offline hielten. Unbekannte hatten Mitte April Daten von insgesamt mehr als 100 Millionen Kunden des Playstation Network sowie des Film- und Musikdienstes Qriocity erbeutet. Weitere Sicherheitspannen folgten.

Konkurrenz durch Smartphones

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Die Vita soll auch Smartphone-Spieler wieder für eine mobile Konsole begeistern.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Von der PSP (Playstation Portable) verkaufte Sony seit dem Marktstart im Frühjahr 2005 mehr als 70 Millionen Geräte. Nun soll die neue Konsole Nutzer von Handy-Spielen zurückgewinnen. Denn der PSP machte zuletzt die Ausbreitung der Smartphones zu schaffen: Viele Kunden daddeln stundenlang an ihren Computer-Telefonen herum, während die Spiele dort oft nur einen Bruchteil der üblichen Preise kosten. Auch Konkurrent Nintendo versucht deshalb, auf seiner mobilen Konsole etwas zu bieten, was es auf dem Smartphone nicht gibt, und brachte das Modell 3DS mit dreidimensionalen Bildern auf den Markt.

Der für Herbst angekündigte neue Playstation-Monitor hat eine für heutige Maßstäbe relativ bescheidene Bildschirmdiagonale von 24 Zoll (knapp 71 Zentimeter). Allerdings bekommen zwei Spieler mit Hilfe spezieller Technik unterschiedliche 3D-Bilder zu sehen. In Tests von US-Fachjournalisten unmittelbar nach der Vorstellung funktionierte das größtenteils gut. Der Preis soll bei rund 500 Dollar in den USA liegen.

Hacker als Spielverderber

Unterdessen lassen Computer-Hacker Sony nicht mehr aus dem Visier. Pünktlich zur Spielemesse verkündeten Hacker, auch noch in das Netzwerk für Spiele-Entwickler eingedrungen zu sein. Zum Beweis veröffentlichte "Lulz Security" (Lulzsec) einen Quellcode im Internet, der nach ihren Angaben vom Sony Computer Entertainment Developer Network stammt.

"Lulz Security" hatte vergangene Woche Sony die nächste Blamage beschert, als die Hacker in die Website der Filmtochter Sony Pictures eindrangen und dort nach eigenen Angaben Zugriff auf eine Million unverschlüsselte Passwörter hatten. Aus "Mangel an Ressourcen" hätten sie aber nur einige zehntausend heruntergeladen und die Informationen zeitweise online veröffentlicht.

Am Wochenende stattete "Lulz Security" auch dem Spiele-Spezialisten und Sony-Konkurrenten Nintendo einen Besuch ab, dies blieb aber harmlos. Die Hacker-Gruppe wies nach eigenen Angaben lediglich auf eine Schwachstelle hin, die inzwischen gestopft worden sei. Es seien keine Kundendaten oder Firmeninformationen gestohlen worden, sagte ein Nintendo-Sprecher der BBC. Der Zeitpunkt ist für den Spiele-Konzern dennoch ungünstig: Auf der E3 will Nintendo mehr Details zu dem mit Spannung erwarteten Nachfolger für seine Spielekonsole Wii präsentieren.

Quelle: n-tv.de, dpa

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23.04.09