Technik

David gegen Goliath? Spanier besiegen Apple

Apple unterliegt in Spanien juristisch gegen einen kleinen katalanischen Tablet-Hersteller. Das Gericht folgt nicht der Auffassung, das spanische Gerät sei ein Plagiat des iPad. Auf die große Auseinandersetzung zwischen Apple und Samsung hat das Urteil aber vermutlich keine Auswirkung. Denn in der Justiz ist Klage nicht gleich Klage.

Dass Apple nur große Gegner wie Samsung und HTC juristisch bekämpft, ist offensichtlich falsch. Denn wie der Anwalt Florian Mueller von "Foss Patents" ans Licht brachte, hat sich der kalifornische Riese auch mit einem katalanischen Zwerg namens "Nuevas Tecnologías y Energías Català" angelegt, der den Tablet-Rechner NT-K Pad anbietet.

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Selbst in einem zivilrechtlichen Prozess dürfte es Apple schwer haben, eine zu große Ähnlichkeit des NK-T Pad mit dem iPad zu begründen.

(Foto: NT-K)

Technisch ist das Android-Gerät mit 7 Zoll großem Standard-Bildschirm und 1-Gigahertz-Prozessor wohl kaum eine Konkurrenz des iPad 2. Und auch optisch muss man schon ein Draufsicht-Fanatiker sein, um das klobige Ding als Kopie des Apple-Tablets zu sehen.

Trotzdem hat Apple "Nuevas Tecnologías y Energías Català" im November verklagt und behauptet, das NT-K Pad kopiere das Design des iPad. Angeblich erstattete Apple sogar Strafanzeige. Als Resultat verhängte man gegen das in China produzierte Tablet einen Einfuhrstopp und die spanische Firma stand vorübergehend auf einer EU-Liste mit Produktpiraten.

Kein Straftatbestand

Das zuständige Gericht in Valencia hat Apples Klage zurückgewiesen, da es einen Straftatbestand als nicht erwiesen betrachtete. Im Gegenzug hat "Nuevas Tecnologías y Energías Català" Apple verklagt und verlangt Schadenersatz. Der Fall ist laut Mueller wohl noch nicht abgeschlossen.

Der Vorgang an sich ist für Apple enorm peinlich. Trotzdem sieht Mueller im Gegensatz zu einer ersten Stellungnahme keine größeren Auswirkungen auf Apples Geschmacksmuster-Feldzug gegen Samsung. Denn wie er in einem Update seines Blogeintrags feststellt, ging Apple offensichtlich strafrechtlich gegen das spanische Tablet vor. Es hätte damit vor Gericht nur erfolgreich sein können, wenn "Nuevas Tecnologías y Energías Català" das iPad absichtlich kopiert und tatsächlich ein Plagiat angefertigt hätte, das nahezu exakt so aussieht wie das iPad.

Apples Streit mit Samsung wird aber zivilrechtlich ausgefochten. Und da werden ganz andere Maßstäbe angelegt, wie der Düsseldorfer Prozess zeigt. Der deutschen Richterin genügte schon, ein zu geringer Abstand zu Apples Geschmacksmuster.

Quelle: n-tv.de, kwe