Technik
Der Stigo ist ein kleiner E-Flitzer zum Zusammenklappen.
Der Stigo ist ein kleiner E-Flitzer zum Zusammenklappen.(Foto: jwa)
Mittwoch, 08. November 2017

Klappt einwandfrei: Stigo ist ein cooler E-Roller zum Mitnehmen

Von Klaus Wedekind

Der Stigo ist ein ziemlich genialer E-Scooter zum Zusammenklappen, der nicht nur für Pendler eine prima Alternative zu Auto und Fahrrad ist. Der kleine Flitzer macht viel Spaß, so lange drei Bedingungen erfüllt sind.

Pendler haben oft das Problem, dass sie irgendwie zum Bahnhof kommen müssen, wo ihr Zug abfährt. Für solche Strecken ist der Stigo das perfekte Transportmittel, denn der E-Scooter lässt sich im Handumdrehen zusammenklappen und als Handgepäck mitnehmen. n-tv.de hat den E-Flitzer zum Mitnehmen getestet.

Bei einem zusammenklappbaren E-Roller denkt man zunächst an viel Gefummel und eine klapprige Konstruktion, mit der man nicht unbedingt schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren möchte. Doch der Stigo ist ganz anders. Er ist mit wenigen Handgriffen in Sekunden startklar und macht einen sehr soliden Eindruck.

Schon der Karton, in dem er geliefert wird, ist relativ klein, denn zusammengeklappt ist der E-Scooter in etwa so groß wie ein sehr schlanker Einkaufstrolley und man kann ihn auch wie die Shopping-Hilfe an zwei kleinen Rollen hinter sich herziehen. Und ganz wichtig: Ebenso wenig wie für einen Trolley muss man für den Stigo ein zusätzliches Ticket lösen.

Schnell in Fahrt

In Bus und Bahn fährt Stigo ohne Extra-Ticket mit.
In Bus und Bahn fährt Stigo ohne Extra-Ticket mit.(Foto: jwa)

Um mit ihm loszudüsen, löst man einfach nacheinander zwei Verriegelungen und klappt Vordergabel und Sattel aus. Dann drückt man den Einschalter und hält im Anschluss den elektronischen Schlüssel (NFC-Tag) an eine markierte Stelle. Das war's. Ebenso schnell und unkompliziert ist der Stigo auch wieder zusammengeklappt. Mit rund 14 Kilogramm kann man ihn notfalls auch mal eine Treppe hinaufschleppen, aber ein Fahrstuhl am Bahnhof macht die Sache wesentlich leichter.

Bevor man auf die Piste geht, muss man sich eine Versicherung und ein Kennzeichen besorgen, weil der Roller rechtlich wie ein Mofa behandelt wird und eine Straßenzulassung hat. Fahren darf man ihn, wenn man eine PKW-Fahrerlaubnis oder Mofa-Prüfbescheinigung hat und mindestens 15 Jahre alt ist. Weil der Stigo nicht schneller als 20 km/h fährt, ist ein Helm nicht Pflicht, aber empfehlenswert.

Der Motor des Scooters zieht kräftig an und schnell ist man mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Man fühlt sich dabei auf dem kleinen Ding erstaunlich sicher, weil es stabil auf der Straße liegt und die Bremsen gut greifen. Nichts scheppert oder hat beunruhigendes Spiel. Beim Fahren merkt man dem Stigo nicht an, dass er ein Klapp-Gerät ist. Die Beleuchtung gefällt ebenfalls, weil sie auch bei Tageslicht gut auf das kleine Gefährt im Straßenverkehr aufmerksam macht.

Glatte Pisten bevorzugt

Die kompakte Bauweise des Stigo hat allerdings auch zwei entscheidende Nachteile: Lenker und Sitz sind nicht höhenverstellbar und große Fahrer müssen sich ganz schön zusammenfalten, obwohl man auch mit Gardemaß noch relativ bequem sitzt. Außerdem sind die Räder klein und es fehlt jede Art von Federung. So ist der E-Scooter nur bedingt und für kürzere Fahrten über Kopfsteinpflaster oder ähnlich holprige Untergründe geeignet. Man wird dann nämlich kräftig durchgeschüttelt und man muss vorsichtig fahren, weil Ritzen und Rillen den Stigo aus der Bahn werfen können. Auf glattem Untergrund darf man sich auch nicht wie ein Rennfahrer in die Kurven legen, weil die Fußrasten recht schnell aufsetzen.

Die Reichweite des Scooters ist völlig ausreichend. Der Hersteller gibt sie mit maximal 30 Kilometern an, aber weil man mit dem Stigo meistens Höchstgeschwindigkeit fährt, sind 15 bis 20 Kilometer realistisch. Doch auch das reicht locker, denn der E-Flitzer ist eher für kürzere Strecken ausgelegt und kommt wahrscheinlich bei den meisten Nutzern nach weniger als 10 Kilometern Fahrleistung über Nacht an die Steckdose.

Klasse, aber teuer

Unterm Strich ist der Stigo für Kurzstrecken ein ideales Transportmittel, das unkompliziert in der Bahn oder im Kofferraum mitfahren kann. Seine Fahreigenschaften sind erstaunlich gut, die Verarbeitung hervorragend, die Reichweite ausreichend. Allerdings darf die Piste nicht allzu holprig und der Fahrer nicht zu groß sein, um mit Spaß ans Ziel zu kommen. Und man muss bereit sein, den doch hohen Preis von knapp 1500 Euro zu zahlen.

Quelle: n-tv.de

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