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IT-Sicherheit und Datenschutz Viele Deutsche zu sorglos online

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Die Gefahr, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, steigt.

(Foto: imago/Ikon Images)

Die Gefahr, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, ist enorm gewachsen. Das wissen deutsche Nutzer auch, doch viele von ihnen verhalten sich nicht entsprechend.

Über die Gefahren im Netz wissen die Menschen in Deutschland zwar stetig mehr als in den Jahren zuvor. Allerdings sinkt ihre Bereitschaft, entsprechende Schutzmaßnahmen anzuwenden. Das ist ein Ergebnis des neuen Sicherheits-Index, den der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) vorgestellt hat. Dabei hat sich die Bedrohungslage deutlich verschärft. In diesem Jahr liegt der Index bei 61,1 Punkten, 2016 lag der Wert noch bei 65,4 Punkten. Je höher er ist, umso besser sind Nutzer auf Gefahren aus dem Internet vorbereitet.

Digitale Aufklärung nötig

Cyberattacken von Kriminellen hätten massiv zugenommen, sagte Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Dabei würden die Attacken selbst immer professioneller. Zudem schreite die Digitalisierung immer weiter voran. "Damit wird auch die Oberfläche für Angriffe größer." Die Förderung digitaler Kompetenz als übergreifende Schlüsselqualifikation entwickle sich zur Kernaufgabe, sagte Kremer. Die Aufklärung müsse aber professionell unternommen werden. "Und das kostet auch Geld."

Der Index differenziert vier verschiedene Typen von Internet-Nutzern: die Außenstehenden, Fatalisten, Gutgläubigen und die Souveränen. Die jeweiligen Nutzergruppen müssten gezielt angesprochen werden. "Aufklärung mit der Gießkanne kann nicht funktionieren." Problematisch sei vor allem die hohe Zahl der Fatalisten, zu denen viele junge Menschen gehören. Bei dieser Gruppe sank der Sicherheitsindex von 52,5 auf 50,6 Punkte. Unterboten werden sie lediglich von den Außenstehenden mit 49,4 Punkten. Zusammen mit den Gutgläubigen bildeten diese Gruppen unter den Verbrauchern weiter die Mehrheit, so die Pressemitteilung des DsiN. Diese habe einen erhöhten Aufklärungsbedarf im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz.

Mit der Digitalisierung und dem Trend zu vernetzten Geräten sei die Komplexität gestiegen, sagte Ulrich Kelber, Staatssekretär beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. "Die Verbraucher sind auch auf sichere und einfach zu bedienende Geräte angewiesen." In Sachen Sicherheit seien alle gefragt - vom Nutzer über den Anbieter bis hin zu den Behörden.

Junge und Alte im Fokus

Einen besonderen Fokus setzte die Untersuchung in diesem Jahr neben Haus- und Heimvernetzung, Online-Shopping, Online-Banking und den vernetzten Verkehrsraum erstmals auch auf digitale Gesundheits- und Vital-Dienste. Die Bevölkerung werde immer älter, und im gleichen Zuge bekämen Gesundheitsaspekte eine größere Bedeutung, sagte Renate Radon, Vorstandsmitglied beim DsiN und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland.

Der DsiN kündigte zudem eine Aufklärungsinitiative für Schulen an. Speziell bei Schülern im Alter von 10 bis 15 Jahren solle dabei die digitale Kompetenz in allen Unterrichtsfächern vermittelt werden. Zielgruppe seien Lehrer der Stufen fünf bis acht. Der Startschuss für die Initiative "DigiBitS" werde im Schuljahr 2017/2018 zunächst in Schulen in Berlin und Brandenburg fallen.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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