Technik

HTML5 neuer Standard Youtube schickt Flash in Rente

Googles Videoportal Youtube verabschiedet sich vom Adobe Flash Player und macht den HTML5-Player zum neuen Standard. Nur Mozillas Firefox geht noch in die Flash-Verlängerung.

Im April 2010 veröffentlichte Steve Jobs seinen berühmten offenen Brief "Gedanken zu Flash", in dem er ausführlich erklärt, warum die Multimedia-Plattform nicht mehr zeitgemäß sei und auf iPhones und iPads nichts mehr zu suchen habe. Unter anderem schrieb er, wegen des neuen Web-Standards HTML5 sei eine eigene Plattform für mediale Inhalte überflüssig. Er sollte weitgehend Recht behalten, im November des folgenden Jahres stellte Adobe die Entwicklung des mobilen Flash-Players ein.

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Flash gehört bei Youtube bald der Vergangenheit an.

(Foto: Youtube/Adobe/n-tv.de)

Tot war Flash deswegen aber noch lange nicht. Zwar konnten seit Januar 2011 Youtube-Videos bereits in Googles eigenem Chrome-Browser und Apples Safari betrachtet werden, doch wie die Aufregung um die jüngste Sicherheitslücke im Flash-Player zeigte, stirbt die Plattform langsam, ist nach wie vor auf vielen Rechnern installiert und kommt noch auf zahlreichen Webseiten zum Einsatz.

Das Flash-Siechtum könnte jetzt aber doch ein schnelleres Ende finden, denn Youtube hat in einem Blogeintrag bekannt gegeben, dass HTML5 ab sofort der neue Standard für fast alle wichtigen Browser ist. Fast, weil das Video-Tag zwar schon für die Darstellung in Chrome, Internet Explorer 11 und Safari 8 verwendet wird, Mozilla zunächst aber nur mit der Betaversion seines Firefox auf Youtubes HTML5-Zug aufspringt.

Die größte Hürde, die HTML5 auf dem Weg zum Youtube-Standard nehmen musste, war laut Blogeintrag die Unterstützung von Adaptive Bitrate (ABR), die es erlaubt, beim Streaming eines Videos Auflösung und Bitrate schnell und nahtlos an Netzwerkbedingungen anzupassen. Weltweit habe man so das Puffern von Daten um 50 Prozent reduzieren können, in extrem beanspruchten Netzwerken sogar um 80 Prozent, schreibt der zuständige Youtube-Manager.

Unter HTML5 kann Google auch seinen überlegenen Video-Codec VP9 einsetzen, der bei besserer Qualität weniger Bandbreite benötigt. Wichtig ist dies unter anderem für 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde. Außerdem ist mit HTML5 ein einfacher plattformübergreifender Kopierschutz möglich, WebRTC vereinfacht Live-Streams, und eine neue Schnittstelle die Vollbild-Darstellung.

Quelle: n-tv.de, kwe

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