Technik

"Facebook macht was es will" Zuckerberg beim G-8-Gipfel

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Präsidialer Auftritt: Mark Zuckerberg.

(Foto: REUTERS)

Wäre Facebook ein Staat, läge das Netzwerk mit seinen 600 Millionen Nutzern derzeit hinter China und Indien auf Platz drei. Und wie ein Präsident wird Firmen-Gründer Mark Zuckerberg umworben - auch von den politisch Mächtigen. Verbraucherschützer werfen dem Unternehmen allerdings Selbstherrlichkeit vor.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und  andere Unternehmenschefs der Branche nehmen Ende Mai an einem Treffen zum Internet teil, das die französische G-8-Präsidentschaft  vor dem G-8-Gipfel in Deauville organisiert. Dabei solle es um Fragen wie Erziehung, Wirtschaftswachstum und Meinungsfreiheit  gehen, teilte der französische Präsident Nicolas Sarkozy auf seiner Seite des Internet-Netzwerkes Facebook mit.

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Sarkozy kündigte Zuckerbergs Besuch auf seiner Facebook-Seite an.

Nach Angaben  der Organisatoren wurden etwa tausend Vertreter von Telekom- und  Internetfirmen zu dem Treffen Ende Mai in Paris  eingeladen. Zugesagt haben neben Zuckerberg bereits Amazon-Chef Jeff Bezos und Eric Schmidt, der unlängst vom Google-Chefposten in den Verwaltungsrat wechselte.

Sarkozy hat das Internet zu einem der Themen seiner Präsidentschaft der Gruppe der wichtigsten Industrienationen (G-8)  gemacht. Beim Gipfeltreffen der wichtigsten Industrie- und  Schwellenländer (G-20), wo Frankreich ebenfalls den Vorsitz hat,  soll es im November ebenfalls um das Internet gehen, und zwar um  den Urheberschutz. Sarkozy hatte sich mehrfach für ein "zivilisiertes Internet" ausgesprochen.

Verbraucherschützer klagen bei Goldman Sachs

Darüber kann er dann direkt mit Mark Zuckerberg reden. Dem wird nämlich immer wieder Missachtung der  Datenschutzbestimmungen in Deutschland und der Europäischen Union vorgeworfen. Verbraucherschützer haben nun sogar den Großinvestor Goldman Sachs aufgerufen,  Einfluss auf die Unternehmenspolitik von Facebook zu nehmen.

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Kritisiert Facebook: Gerd Billen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Facebook "macht was es will, statt sich an Recht und Gesetz zu halten", erklärte der Chef des Verbraucherzentrale  Bundesverbandes (vzbv), Gerd Billen. Der vzbv hatte bereits im November 2010 Klage gegen Facebook eingereicht.

Facebook gerate immer wieder in die negativen Schlagzeilen,  erklärte Billen. Das vor wenigen Tagen bekannt gewordene Datenleck,  über das Dritte seit Jahren auf sensible Daten der Nutzer zugreifen  konnten, sei nur ein Beispiel für die fehlende Sensibilität und  Achtsamkeit in Sachen Daten- und Verbraucherschutz. Auch dass  Facebook eine Werbeagentur damit beauftragt haben soll, negative  Geschichten über Konkurrenten in den Medien zu platzieren, werfe  einen weiteren Schatten auf das Unternehmen. Trotz aller Kritik  halte Facebook an seiner Geschäftspolitik fest.

Kritik auch an Schmutzkampagne gegen Google

Billen schrieb bereits Anfang März einen Brief an die  US-Investmentbank Goldman Sachs. Darin heißt es laut vzbv, Fragen  des Daten-, Verbraucher- und Kundenschutzes müssten eine  entscheidende Rolle für Investitionen in Unternehmen spielen. Eine  Reaktion von Goldman Sachs sei bislang ausgeblieben. Die Bundesregierung forderte der vzbv-Vorsitzende auf, auf die USA einzuwirken, international verbindliche Daten- und  Verbraucherschutzstandards einzuführen und deren Durchsetzung zu  gewährleisten.

Quelle: n-tv.de, tle/AFP

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