CeBIT

Drei Monate sind kostenlos Telekom startet De-Mail-Dienst

Der E-Post-Brief der Deutschen Post kommt nicht so richtig in Schwung. Vielleicht hat die Telekom mehr Glück, immerhin sind ihre De-Mails deutlich günstiger als das Konkurrenzangebot. Pünktlich zur Cebit startet der Dienst, von dessen Nutzen Verbraucherschützer derzeit noch nicht ganz überzeugt sind.

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Mit der De-Mail soll man sensible Dokumente sicher und nachweisbar online versenden können.

(Foto: picture alliance / dpa)

Onlinebriefe sollen bei der Deutschen Telekom 39 Cent kosten. Drei Briefe pro Monat sind für Verbraucher, die sich bei der Telekom für den sogenannten De-Mail-Dienst anmelden, sogar kostenlos, wie das Unternehmen zum Auftakt Cebit mitteilte. Die Telekom startet ihr De-Mail-Angebot auf der Cebit zunächst für Großkunden. Private Interessenten können sich derzeit nur ihre E-Mail-Adresse sichern. Nutzen können sie den Dienst laut Telekom dann ab dem zweiten Quartal. Bis Ende August soll die Nutzung komplett kostenlos sein.

"Es beginnt die Zeit der komfortablen, sicheren und verbindlichen Internetkommunikation", sagte Telekom-Chef René Obermann. "Wir wollen Pionier sein." Onlinebriefe sollen eine Alternative zu klassischen Briefen per Post sein. Für die Nutzung müssen sich Empfänger und Absender registrieren und identifizieren - damit soll die Identität im Gegensatz zu E-Mails sicher nachvollziehbar sein. Auch Einschreiben, bei denen der Empfang des Onlinebriefs bestätigt wird, sind vorgesehen.

Für Privatkunden kaum Vorteile

Die De-Mail ist gesetzlich geregelt, ihre Betreiber werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überwacht. In den kommenden Wochen und Monaten wollen mehrere Anbieter mit entsprechenden Diensten starten. Ein vergleichbares Angebot hat bislang nur die Deutsche Post mit ihrem E-Postbrief. Dieser kostet 55 Cent, genauso viel wie ein klassischer Brief. Die Nutzer sparen sich also nur das Papier und den Weg zum Briefkasten. Der Dienst entspricht bislang nicht den De-Mail-Vorgaben und ist entsprechend mit anderen De-Mail-Diensten nicht kompatibel. Die Post will aber ein De-Mail-Zertifikat beantragen.

Verbraucherschützer bemängeln, dass Onlinebriefe für Verbraucher kaum Nutzen bringen - sondern vor allem für Großkunden interessant sind, die besonders viele Briefe verschicken. Für Privatkunden hingegen seien viele Fragen über den rechtlichen Wert der Onlinebriefe nicht eindeutig geklärt. Auch müssten Verbraucher ihre De-Mail-Postfächer nach ihrer Anmeldung genauso regelmäßig kontrollieren wie ihren Post-Briefkasten. In bestimmten Fällen ist zudem weiterhin eine eigenhändige Unterschrift und damit ein klassischer Brief notwendig.

Quelle: n-tv.de, AFP

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