Technik

ADAC-Test iPhone-App schlägt Navis

Ein ADAC-Test zeigt, dass Smartphones mit Navigations-Software Profis die Stirn bieten können. Mehr noch: Den Gesamtsieg holte sich eine App.

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Die Navigon-App für Europa kostet 90 Euro, es gibt sie auch für Android-Handys.

(Foto: ADAC)

Sind Smartphones mit Navigationssoftware ernst zu nehmende Alternativen zu herkömmlichen mobilen Navigationsgeräten? Um das herauszufinden, hat der ADAC je sieben Geräte beider Kategorien getestet.

Die Überraschung: Gesamtsieger wurde die Navigationssoftware Navigon MobileNavigator. Sie lief im Test auf einem iPhone 4 und erhielt die Bestnote 1,7. In den Kriterien "Routenberechnung" und "Verkehrsinformation" bekam sie Topbewertungen. Auch in anderen Bereichen schaffte die App durchweg gute Noten.

Bei den Navigationsgeräten sticht das Modell Go Live 1000 von TomTom hervor, vor allem wegen seiner guten Routenberechnung (Bewertung 1,6). Fünf Softwarelösungen für Smartphones erreichten das Gesamturteil "gut". Unter ihnen auch das kostenlose Google Maps Navigation. Bei den Navigationsgeräten schnitten dagegen nur drei mit "gut" ab. Kein Produkt erhielt die Note "sehr gut".

Handys müssen mehr als Haltung zeigen

Nützliche Eigenschaften, wie etwa die klare Ansage von Straßennamen, Fahrspurassistent oder die Anzeige von Verkehrsinformationen, wurden bis dato hauptsächlich den Navis zugeschrieben. Inzwischen gibt es aber auch Smartphones, die auf diesen Feldern punkten.

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Das TomTom Go Live 1000 kostet rund 270 Euro.

Nicht alle der Mini-Computer sind allerdings mit Halterungen zur Befestigung im Auto ausgestattet. Ein weiterer Kritikpunkt der ADAC-Tester ist, dass der Download für Software oft umständlich ist und viel Zeit beansprucht. Bei den Downloads fehlt auch eine Bedienungsanleitung für die Software.

Unerlässlich ist es, bei den digitalen Alleskönnern die Mobilfunktarife der verschiedenen Anbieter zu prüfen. Denn: Die Kosten enden eben meist nicht beim Kauf der Software. Findet ein Datentransport für Verkehrsinformationen oder Kartendaten über das Funknetz statt, kann es teuer werden. Wer keine Daten-Flatrate hat, zahlt extra. Falls im Ausland navigiert wird, fallen zusätzlich hohe Roamingkosten an.

Extra-Smartphone-Kauf lohnt sich nicht

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Die Testübersicht.

(Foto: ADAC)

Ob man sich für ein herkömmliches Navi entscheidet oder ein Smartphone als Wegweiser nutzt, hängt von der persönlichen Situation ab: Wird die Navigation für den Urlaub und den täglichen Gebrauch benötigt, empfiehlt sich ein mobiles Navigationsgerät. In diesem Fall ist es die praktikablere und meist günstigere Lösung. Auch wer keine Zeit oder keine Lust zur intensiven Beschäftigung mit den Programmen hat, sollte eher zu den herkömmlichen Navigationsgeräten greifen. Ist allerdings schon ein Smartphone vorhanden, ist der Erwerb einer dazu passenden Navigationssoftware sinnvoll und wirtschaftlich. Zu bedenken ist allerdings, dass ein Smartphone in der Regel an eine bestimmte Person gebunden ist. Fährt diese Person im Auto nicht mit, gibt es keine Navigation.

Quelle: n-tv.de, kwe

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