Wirtschaft

Monsanto ist teuer Aktienkurs von Bayer rutscht ab

Die Übernahme von Monsanto schlägt bei Bayer mächtig ins Kontor. Über eine Wandelanleihe will sich der Konzern Kapital besorgen. Das funktioniert. Aber die Anleger strafen Bayer dennoch ab.

Mit einem deutlichen Kursabschlag haben die Titel von Bayer zur Wochenmitte aufgewartet. Die Aktien gaben in der Spitze mehr als 5 Prozent nach, schlossen dann rund 4 Prozent im Minus. Sie waren damit einer der größten Verlierer im Börsenleitindex Dax. Der verzeichnete dagegen nur leichte Verluste. Grund für den Kursrutsch war laut Marktteilnehmern die Begebung einer Wandelanleihe.

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Der Pharma- und Chemiekonzern hatte eine Pflichtwandelanleihe von 4 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren platziert. Die Begebung war der erste Teil der Eigenkapitalkomponente zur Finanzierung der geplanten Übernahme des umstrittenen US-Saatgutkonzerns Monsanto. Bayer hatte angekündigt, den Eigenkapitalanteil von insgesamt rund 19 Milliarden Dollar voraussichtlich durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung und Pflichtwandelanleihen zu finanzieren.

Die Bezugsrechte bestehender Aktionäre waren ausgeschlossen. Die Pflichtwandelanleihe war mehrfach überzeichnet und wurde zum Nennwert mit einem Anleihezins von 5,625 Prozent pro Jahr begeben. Sie hatte den Angaben zufolge eine Laufzeit bis zum 22. November 2019 und wird bei Fälligkeit zwingend in Stammaktien der Bayer AG gewandelt. Die Obergrenze des Wandlungspreises wurde mit 108 Euro festgelegt, was einer maximalen Wandlungsprämie von 20 Prozent entspricht.

Den hohen Kursabschlag hielten mehrere Aktienhändler für übertrieben: Bei Bayer sei mit einer Kapitalmaßnahme zu rechnen gewesen, hieß es etwa. Der Konzern triebe die Übernahme von Monsanto konsequent voran und hätte mit der Veröffentlichung auf eine zügige Finanzierung des Milliarden-Deals hingewiesen. "Der hohe Kupon des Wandlers spricht eigentlich dagegen, dass man sich als Anleihekäufer im großen Stil mit dem Leerverkauf der Aktie absichert", sagte ein weiterer Händler. Bayer übernimmt Monsanto für umgerechnet 59 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, bad/DJ