Wirtschaft

Hunderte US-Sammelklagen Auf VW wartet viel juristische Arbeit

127660a2958fbee9e4e4467f705f726c.jpg

Es wird lange dauern, bis Gras über die Affäre gewachsen ist.

(Foto: dpa)

Die juristische Aufarbeitung des VW-Abgasskandals kommt in Fahrt. Hunderte Sammelklagen sind in den USA anhängig. Berichten zufolge richten sich Klagen teils auch gegen die VW-Töchter Audi und Porsche sowie den Zulieferer Bosch.

In der Abgasaffäre sind gegen den Volkswagen-Konzern und einzelne Firmenvertreter Medieninformationen zufolge in den USA inzwischen nahezu 500 Sammelklagen anhängig. Das teilten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" unter Verweis auf gemeinsame Recherchen mit. Sie beriefen sich dabei auf Auskünfte aus dem staatlichen US-Gerichtsinformationssystem Pacer, das Nutzern über das Internet die Suche nach Fällen und Verfahren erlaubt.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 140,98

Den Berichten zufolge richten sich die Klagen teils auch gegen die VW-Töchter Audi (120 Fälle) und Porsche (22), gegen den Autozulieferer Bosch (19) sowie persönlich gegen den früheren VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und den US-Chef von VW, Michael Horn. Bei den Klägern handelt es sich demnach zumeist um Privatpersonen und Unternehmen, daneben aber auch um Hochschulen oder Kommunen. Sie fordern Schadenersatz wegen Täuschung.

Die Gesamthöhe der Forderung ging aus dem Bericht nicht hervor. Dort war lediglich allgemein von Schadenersatz "in Milliardenhöhe" die Rede. VW hat eingeräumt, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulations-Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies.

Aufgedeckt hatten den Skandal Umweltschutzbehörden in den USA. Anfang November gestand VW zudem ein, dass bei zahlreichen seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben.

Absatzeinbruch in Großbritannien

Derweil hat Volkswagen in Großbritannien rund 20 Prozent weniger Autos seiner Kernmarke VW verkauft. Die Erstzulassungen sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19,99 Prozent, wie der britische Branchenverband SMMT mitteilte. Die Gesamtzahl der neu zugelassenen Autos im Vereinigten Königreich stieg dagegen um 3,8 Prozent im Vergleich zum November 2014.

Kunden der Marke Skoda, die zum VW-Konzern gehört, meldeten rund elf Prozent weniger Autos an. Bei Seat betrug das Minus knapp 23,8 Prozent. Bei der VW-Tochter Audi war der Rückgang mit 4,4 Prozent am geringsten.

Oft müssen Autokäufer in Großbritannien wie auch in Deutschland Wochen oder sogar Monate auf ihre Fahrzeuge warten, wenn diese nach ihren Wünschen ausgestattet werden. Die Folgen des Skandals um manipulierte Abgaswerte, der Mitte September bekannt geworden war, werden daher erst nach und nach sichtbar. Das Parlament in London hat bereits im Oktober den britischen VW-Chef Paul Willis befragt und erneute Tests der Abgaswerte in die Wege geleitet.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

Mehr zum Thema