Wirtschaft

60-Milliarden-Deal möglich Bayer ist wohl an Monsanto dran

29894740.jpg

Was ist dran an den millardenschweren Spekulationen? Bayer hält sich mit Aussagen bisher zurück.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bayer-Anleger müssen einen Kursrutsch von rund vier Prozent verkraften. Der Grund sind Übernahmespekulationen, die den Konzern einiges kosten werden. Es geht um den US-Saatgutriesen Monsanto. Auch BASF rückt in den Blick.

Der Bayer-Konzern will offenbar das ganz große Rad drehen: Einem Agenturbericht zufolge zieht das Dax-Unternehmen angeblich eine Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto in Erwägung. Wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, soll Bayer diese Option bereits sowohl intern als auch mit Beratern diskutiert haben. Eine abschließende Entscheidung für oder gegen eine solche Offerte soll aber noch nicht gefallen sein. Bayer wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Monsanto hat aktuell einen Marktwert von fast 40 Milliarden Dollar. Ein Zusammengehen der beiden Konzerne würde den größten Saatgutanbieter der Welt hervorbringen. Bayer-Aktien sackten am Nachmittag mehr als 4 Prozent und waren damit größter Verlierer im deutschen Leitindex. Monsanto dagegen zogen in den USA vorbörslich 17 Prozent an.

Skepsis bei Händlern und Analysten

Am Markt wurde der im Raum stehende Milliardendeal äußert zurückhaltend aufgenommen. Erstens wäre eine Übernahme für Bayer wohl zu groß, auch wenn die Marktkapitalisierung von Bayer mehr als doppelt so groß sei wie jene von Monsanto. Wenn überhaupt könnte Bayer Interesse an einzelnen Unternehmensteilen haben. Zweitens sei nach dem gescheiterten Syngenta-Kauf durch Monsanto immer wieder spekuliert worden, Monsanto könnte an der Agrarchemie der Leverkusener Interesse haben. Das Interesse sei also bislang immer in die andere Richtung gegangen, so ein Händler.

Auch Analysten äußerten sich skeptisch. Ein Deal würde zwar strategisch Sinn machen, da sich die Produktpalette beider Konzerne ergänzten, so ein Analyst. Allerdings würde es sich um eine "ausgesprochen komplexe Transaktion" handeln, die den Verkauf von Unternehmensbereichen umfassen dürfte und mit Risiken verbunden sei.

Was macht BASF?

Ein Händler verwies auf seinen Hausanalysten. Dieser gehe davon aus, dass Bayer mindestens eine Prämie von 50 Prozent für Monsanto auf den Tisch legen müsse, was den Deal äußerst kostspielig mache. Auch passten BASF und Monsanto tendenziell besser zusammen als Bayer und Monsanto.

BASF reagierten dann auch leicht negativ auf die Übernahme-Spekulationen. Einem Deal mit Bayer würde BASF nach Einschätzung eines Händlers vermutlich nicht einfach tatenlos zuschauen. Damit könnte der Handlungsdruck auf BASF steigen.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.