Wirtschaft

Konzern legt offizielles Angebot vor Bayer will für Monsanto 62 Milliarden zahlen

Der Bayer-Konzern will den US-Agrarchemie-Riesen Monsanto für 62 Milliarden US-Dollar übernehmen. Das Dax-Unternehmen legt nun ein offizielles Angebot vor. Es wäre der mit Abstand größte Zukauf der Bayer-Geschichte.

Der Bayer-Konzern will den US-Agrarchemie-Riesen Monsanto für 62 Milliarden US-Dollar übernehmen. Das Dax-Unternehmen legte nach längeren Spekulationen ein offizielles Angebot vor. Demnach bieten die Leverkusener je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar, das Geschäft wäre nach aktuellem Kurs insgesamt etwa 55,2 Milliarden Euro wert. Die Offerte entspreche einem Aufschlag von 37 Prozent auf den Schlusskurs der Monsanto-Aktie vor zwei Wochen, hieß es.

Bayer will die größte Übernahme in der Firmengeschichte ohne den Verkauf eigener Unternehmensteile stemmen. Solche "Portfolio-Maßnahmen" seien für die Finanzierung des 62 Milliarden US-Dollar (55,23 Mrd Euro) schweren Angebots für den amerikanischen Agrarchemie-Spezialisten Monsanto nicht geplant und notwendig, sagte Bayer-Chef Werner Baumann bei einer Telefonkonferenz. Die Verschuldung dürfte vorübergehend ansteigen. Zudem sei eine Kapitalerhöhung geplant.

Einspareffekte von 1,5 Milliarden Dollar

Mit der Übernahme würde der deutsche Konzern, der sich immer mehr auf die Sparten Pharma und Agrar konzentrieren will, zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Bayer machte mit rund 117.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 43,6 Milliarden Euro. Monsanto mit rund 21.000 Mitarbeitern wies im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 15 Milliarden Dollar (13,3 Milliarden Euro) aus. 

Der Deal biete "eine überzeugende Gelegenheit für Bayer, ein weltweit führendes Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen", erklärte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt. Bereits nach drei Jahren könne das Ergebnis des zusammengelegten Bayer-Monsanto-Konzerns durch Einspareffekte und eine bessere Verzahnung jährlich um rund 1,5 Milliarden Dollar verbessert werden.

Monsanto steht international auch wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem stellt das US-Unternehmen den weltweit meistgenutzten Unkrautvernichter "Roundup" mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat her. In Deutschland kommt das Unkrautbekämpfungsmittel auf etwa 40 Prozent der Felder zum Einsatz.

Beide Unternehmen hatten vergangene Woche mitgeteilt, sie seien in vorläufigen Übernahme-Gesprächen. Mit der Übernahme würde Bayer zum weltgrößten Saatguthersteller aufsteigen und den Schweizer Konzern Syngenta vom Spitzenplatz unter den Pflanzenschutz-Anbietern verdrängen. Im vergangenen Jahr noch war Monsanto der Angreifer gewesen und hatte Syngenta übernehmen wollen. Syngenta wehrte sich vehement, Monsanto gab im August auf. Jetzt wird der Schweizer Konzern für 43 Milliarden Dollar - mit seinem Einverständnis - vom chinesischen Chemieriesen ChemChina übernommen.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/rts

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